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  "publishedAt": "2026-05-12T03:00:00.000Z",
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  "textContent": "Vor ein paar Jahren hatte blut_und_glas die Idee zu einem Rollenspielsystem, von dem ich wirklich begeistert bin und das eines der wenigen Systeme abseits von DSA ist, zu dem ich bisher auf meinem Blog Content erstellt habe: Beutelschneider!\n\nZu Beutelschneider habe ich diese Anthologie hier zusammengestellt:\n\nRiesen Greifen deutschHerunterladen\n\n# Was ist Beutelschneider?\n\nBeutelschneider ist ein, auf rollenspielblog wird das NSR genannt, Rollenspiel im Geiste der OSR, dass nicht auf Würfel als primäre Spielmechanik setzt, sondern auf das Ziehen von Murmeln aus einem Beutel, was zwar erschreckend an den Stochastik-Unterricht während meiner BOS-Zeit erinnert, Im Spiel aber ungeahnte Dramatik und Charakterentwicklung mit sich bringt.\n\nZentrales Element ist der Beutel. Alles in Beutelschneider hat einen Beutel. Die Charaktere, die Monster, die Gegner, die Questen (kurze Sinnabschnitte innerhalb eines Abenteuers, Szenarien…). In den Beuteln sind Murmeln in verschiedenen Farben in unterschiedlicher Anzahl. Weiße Murmeln für zukünftiges Entwicklungspotential, schwarze Murmeln für Krankheiten, Gifte oder Wunden, rote für Stärke, Kraft, Nahkampf und Ausdauer, grüne für Geschicklichkeit und Fernkampf und blaue für Intelligenz und Magie.\n\nUm festzustellen, ob eine Aktion erfolgreich war (ein Charakter will z.B. ein Fass hochstemmen), werden 3 Murmeln aus dem Beutel gezogen. Ist mindestens 1 rote Murmel dabei, hat man die Herausforderung geschafft, andernfalls wars ein Misserfolg und man tauscht eine der gezogenen Murmeln gegen eine schwarze. Auch Kämpfe werden mit Murmeln gelöst, wie genau, schaut dazu in die Anthologie, die wichtigsten Regeln habe ich da auf den ersten 6 Seiten zusammengestellt. Mehr als diese 6 Seiten Regeln (und ein paar Zusatzregeln in den jeweiligen Abenteuern) braucht man nicht, um die Anthologie zu nutzen und, was in unserem Hobby auch sehr wichtig ist, eigene Sachen zu erstellen. Das ist mit ein Grund dafür, warum ich Beutelschneider so mag.\n\n# Die Anthologie\n\nWas mich aber von Anfang an gestört hat war, dass es für die Regeln kein Anwendungsbeispiel gab. Normalerweise hat jedes Rollenspielsystem, egal wie generisch es auch ist, irgendwo ein Einsteigerszenario dabei. Irgendetwas, was zeigt, wie die Regeln angewandt werden können, dass einen narrativen Rahmen setzt, Worldbuilding betreibt, neue Spielleitungen bei der Hand nimmt und neuen Spielen Wege aufzeigt. Das hatte Beutelschneider nicht. In der Kur an der Ostsee schrieb ich vor 8 Jahren meinen Ersten Content für Beutelschneider, um diese Lücke zu schließen: Yimrheim. Für die Anthologie, die eine Sammlung verschiedener Abenteuer zu Beutelschneider sein will, ein Proof of Concept, dass man mit dem Regelsystem wirklich interessante Welten erschaffen und coole Abenteuer spielen kann, habe ich die Welt auf dem Rücken eines toten Riesen (ja, ich geb es zu, seeeehr starkvon der nordischen Mythologie inspiriert) überarbeitet und hier reingenommen.\n\nKleiner Einschub an dieser Stelle dazu, wie ich AI nutze: Ich finde AI zum Generieren von Rollenspieltexten blöd. Stand Anfang 2026 ist sie nicht in der Lage, einen größeren, in sich konsistenten, innovativen Dungeon durchgehend basierend auf Regeln, die nicht D&D sind, zu erstellen. Selbst wenn sie es könnte, ich würde es ablehnen, da genau der kreative Prozess des Schreibens für mich ein wichtiger Teil meiner Entspannung und geistigen Gesundheit ist. Was für mich aber voll in Ordnung ist, ist der Einsatz als Analysetool. Ich lasse über alle Texte, die ich so erstelle, AI drüberlaufen und eine Sprachanalyse erstellen. Ich will Muster herausarbeiten, Lücken in meiner Argumentation erkennen, sehen, ob ich mit meinem Text auch das Ziel erreicht habe, eine Idee rüberzubringen. Den nächsten Schritt jedoch, den Text durch die AI verbessern bzw. streamlinen zu lassen, den gehe ich dann nicht.\n\nAuch die neue Version von Yimrheim habe ich durch die AI gejagt und mir mal den Inhalt zusammenfassen lassen:\n\n> **Yimrheim – Die Welt auf dem Rücken eines toten Riesen**\n>\n> **Prämisse:**\n>  Eine Stadt existiert auf dem Körper eines gefallenen frostigen Ur-Riesen. Sein Körper liefert Klima, Ressourcen, Konflikte.\n>\n> **Zentrale Themen:**\n>\n>   * Konflikte zwischen Waldvolk & Stadtbewohnern\n>   * geheimnisvolle Erdfälle → der Riese „erkaltet“\n>   * Maden-Zwerge im Inneren des Körpers\n>   * politische Intrigen der Rigjoms (zwei rivalisierende Witwen)\n>   * Seeabenteuer & Walfang\n>\n\n>\n> **Beispielquests:**\n>\n>   * _Lebt denn der alte Holzmika**[1]** noch?_ – Holzschlag im verbotenen Wald, Konflikt mit Hexe\n>   * _Ein neuer Geselle?_ – ein geheimnisvoll perfektes Schwert führt in Zwergenstollen\n>   * _Männer (und Frauen) mit Bärten_ – Walfangqueste mit Erscheinung eines weißen Wals\n>\n\n>\n> **Genre:** nordisch‑mythisch + body‑horror + Stadtintrige\n\nAuch das 2. Abenteuer in der Sammlung ist schon alt, es es ist sogar 1 Jahr älter als Yimrheim und war ursprünglich systemagnostisch: **Die Ruine von Yal Qadhifa**. Hier habe ich die Geschichten von Tausendundeiner Nacht verarbeitet, Vogelmädchen und Greifen drin und einen Mystischen Fluch. Ich habe für die Sammlung dieses Abenteuer überarbeitet und mit Kreaturenwerten alla Beutelschneider versehen.\n\nDie nächsten zwei Sachen sind zur Abwechslung brandneu. Hier habe ich versucht, Konzepte aus den Regelerweiterungen umzusetzen. In **Eine wilde Nacht auf Treva** ist es der Tavernen Crawl, der in den Erweiterungen auf S. 8 unter dem Thema Carousing beschrieben wird. Über den Namen Treva bin ich bei meiner Recherche für **Die Hexen von Phourgisatis** gestoßen. Da gab es um 100 bis um 160 rum einen griechisch-stämmigen Ägypter mit Namen (wie solls auch anders sein) Ptolemäus, ein Mathematiker, Optiker, Geograph, Astronom, Musiktheoretiker, Philosoph… Jedenfalls hat der wohl um 150 rum einen Atlas. Darin sind Treva und Phourgisatis zu finden. Ersteres ist der Name, unter dem das spätere Hamburg seit der Bronzezeit und während der Römerzeit bekannt war, letztes ist eine Siedlung in Germania magna, die in etwa dem heutigen České Budějovice entspricht. Daraf ein echtes Budweiser!\n\nUrsprünglich wollte ich **Eine wilde Nacht IN Treva** in der früheisenzeitlichen Handelsstadt spielen, habe aber dann bemerkt, dass ich mit den Hexen ja schon ein antikes Setting habe und insgesamt ziemlich viel klassisches mit Schwertern und Magiern usw. zusammengestellt habe. Darum ist Treva nun der Name einer Raumstation über Keppler-186f, einem Planeten in der habitablen Zone um einen roten Zwerg. Meine Liebligs-Spelunke (Spelunke… auch so ein tolles Wort für eine abgeranzte Kneipe) ist Kittys Palast der Träume, eine Drogenhölle, die in einem alten Frachter untergebracht ist und außerhalb der Raumstation den Planeten umrundet. Zu ihr kommt man nur per Shuttle, darf nicht zulange darauf bleiben, sonst verpasst man den Rückflug zur Erde, welcher als Timer für das Abenteuer dient.\n\nDie **Die Hexen von Phourgisatis** testen einen weiteren Aspekt aus den Regelerweiterungen: Hex Crawls. Das Abenteuer spielt in meiner Ecke, in der Region Straubing, Bayrischer Wald, Böhmerwald. Die Charaktere sind Exploratores, römische Kundschafter, Spione und Spezialisten, die den Auftrag haben, im Spätherbst 170 (nachdem Marcus Aurelius eine vernichtende Niederlage gegen die Markomannen einstecken musste) germanische Hexen, die dafür verantwortlich sein sollen, auszulöschen. Bei dem Abenteuer habe ich Charakterklassen entwickelt, die es so vorher nicht für Beutelschneider gab. Nein, ich rede nicht von Krieger, Mager, Schurke. Ich rede vom Boier, vom Syrer aus Canatha, vom Bataver. Jede Klasse hat ihre Vorteile, etwa sind wir Boiern bei Proben, die irgendetwas mit Stärke zu tun haben, bevorteilt, wir ziehen 4 statt 3 Murmeln. Jede Klasse hat auch ihre Nachteile, bei allen Proben, die etwas mit Kommunikation zu tun haben, ziehen wir Boiern nur 2 Murmeln, was unsere Erfolgschanen deutlich verringert. Liegt wohl an unserem, für andere germanen schwer verständlichem germanischen Dialekt ;).\n\n# Schlussgedanken\n\nDie Anthologie war ja Teil meiner Vorsätze für 2026. Ich wollte einerseits meine alten Abenteuer überarbeiten und andererseits was für Beutelschneider schreiben, das ich persönlich ja für ein geiles System halte. Im Grunde wäre das System auch was für Mathelehrer. Stichwort: Murmeln aus einer Urne ohne Zurücklegen ziehen.\n\nIch denke, ich habe mein Ziel erreicht und hoffe, dass da draußen ein paar Leute auf dieses System aufmerksam werden.\n\n* * *\n\n[1] Ja, für so was habe ich meine Seele an Annagrama, den Dämon der schlechten Wortspiele, verkauft.",
  "title": "Riesen, Greifen, verruchte Straßen – Eine Anthologie für Beutelschneider",
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