Die zehn besten Kamera-Apps für das iPhone
Ein Grund für den großen Erfolg des iPhones ist die erstklassige Kamera und die leicht bedienbare Kamera-App. Apple hat seine Kamera-App aber auf besonders komfortable Bedienung optimiert – meist müssen Sie nur auf den Aufnahmebutton drücken, die Automatik regelt alles Sonstige automatisch.
Diese Automatik hat Nachteile, so werden Fotos oft sehr stark nachbearbeitet und wirken manchmal etwas unnatürlich. Apps wie Mood Camera und die Kamera-App von Boring bieten deshalb aufwendige Filtereffekte und nicht zuletzt alternative Bedienoberflächen.
Vor allem die App von Boring sticht hier mit einer überraschend ergonomischen Oberfläche positiv heraus. Auch den Klassiker Halide haben wir mit dabei. Oft ist es aber auch sinnvoll, seine Fotos gleich in einer Art Tagebuch oder alternativ in ein Cloud-System einzufügen. Journal ist ein tolles Foto-Tagebuch mit interessanten Zusatzoptionen, Findpenguins eine Spezial-App für den Familienurlaub.
Es gibt außerdem viele interessante Spezialanwendungen mit alternativen Optionen: In OneDrive ist eine Kamerafunktion für Büroanwender integriert, Snapseed bietet eine Kombination aus Bildbearbeitung und Kamera, mit Spectre können Sie schöne Nacht- und Wasserfallfotos aufnehmen. Für die Aufnahme von Videos hat Apple mit Final Cut Camera überdies eine echte Profi-App im Angebot – noch dazu kostenlos.
Not Boring Camera
Die App ist überraschend ergonomisch.
Stephan Wiesend
Auf den ersten Blick erinnert die App an eine bunte Lego-Version einer Kamera. Die Bedienelemente wirken übergroß und fast schon comichaft. Davon sollten Sie sich aber nicht irritieren lassen: Die großen Bedienmodule haben echte ergonomische Vorteile im Alltag und reagieren auf Eingaben mit haptischem Feedback.
Über ein Drehrad können Sie dann auch in der Praxis zielsicher unter verschiedenen Filtern auswählen und über das andere Mega-Drehrad die Belichtung justieren – weit komfortabler als in Apples vorinstallierter App.
Für die Schärfekontrolle ist obendrein eine große Lupen-Funktion integriert, die Sie per Antippen aufrufen. Einen manuellen Modus gibt es natürlich ebenfalls. Die vorgegebenen Filter sind von erstklassiger Qualität, auch RAW-Formate werden bei den Pro iPhones unterstützt.
Auch eigene LUTs können Sie nutzen. Gut: Haben Sie bei einer Aufnahme den falschen Filter gewählt, können Sie später in Fotos den Effekt rückgängig machen und erhalten ein Originalbild. Auch Nutzer älterer Kameras können zudem per Antippen einen 2 ×-Zoom aufrufen – eine Art Normalbrennweiten-Modus.
Mit knapp 17 Euro pro Jahr bleibt die Kamera gerade noch im Rahmen, liefert außerdem einen überraschend umfangreichen Funktionsumfang und ein wirklich durchdachtes Konzept. Viele der Funktionen sind zudem kostenlos nutzbar, ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Kamera-Apps.
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Mood Camera
Gelungene Filter und ein gutes Bedienkonzept bietet Mood.
Stephan Wiesend
Eher unscheinbar wirkt die Fotografie-App mood.camera von Alex Fox. Die App folgt einigen interessanten Konzepten, die aus der klassischen Fotografie entlehnt sind: Sie erstellen über die einfache Oberfläche zuerst ein Foto – erst danach wird der Filter angewendet und keine Vorschau angezeigt.
Laut Entwickler soll damit ein zu häufiges Wechseln zwischen verschiedenen Filtern verhindert werden, man soll sich mehr auf das Motiv konzentrieren. Gut: Die Oberfläche ist komfortabel, bietet aber fast alle wichtigen Optionen der iPhone-Kamera, inklusive Porträt-Modus.
Die gut mit Beispielbildern vorgestellten Filter sind konfigurierbar, sie ähneln bekannten Analogfilmen von Fuji, Kodak oder Polaroid. 14 konfigurierbare Effekte sind vorgegeben, Sie können aber auch eigene Filter erstellen und dabei Optionen wie Grain Level und Dynamik einstellen, aber auch Profi-Optionen wie Halation und Bloom nutzen.
Nutzen Sie ein älteres iPhone ohne Telekamera, gibt es eine weitere nützliche Funktion: Wie bei der Camera von Boring steht ein 2×-Zoom zur Verfügung, was gerade für ältere iPhones sehr nützlich ist. Gut: Sie müssen sich nicht strikt an die Vorgaben halten. Auf Wunsch können Sie etwa bei den Aufnahmen immer eine Kopie ohne Filter erstellen.
Für einmalig 18 Euro oder 2 Euro im Monat ist die App zu haben.
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OneDrive
Auf Wunsch werden etwa Visitenkarten automatisch erfasst.
Stephan Wiesend
Auf den ersten Blick wirkt es vielleicht überraschend, dass ich hier OneDrive mit aufführe. Für Fotos und Videos bietet die iPhone-App von OneDrive aber interessante Optionen, hat Microsoft doch Funktionen der kürzlich eingestellten Scan-App Microsoft Lens integriert.
Die App bietet deshalb eine überraschend funktionsreiche Kamerafunktion, die für Büroanwender optimiert wurde. Sie können damit automatisch Dokumente als PDF speichern, die gleich in die Microsoft-Cloud hochgeladen werden. Es gibt noch weitere nützliche Unterfunktionen der Kamera: So können Sie Visitenkarten scannen (diese werden sofort freigestellt), Whiteboards abfotografieren und bis zu 90 Sekunden lange Videos aufnehmen.
Diese Kurzvideos sind etwa für Schulungen oder Dokumentationen gedacht. Über die App stehen für die Nachbearbeitung außerdem Mal–Funktionen, Kommentare und Bildbearbeitungsfunktionen und Filter zur Verfügung.
Nicht zuletzt können Sie den Dienst als Back-up für Fotos verwenden. Auf Wunsch werden alle neuen iPhone-Fotos automatisch auf den Speicherdienst hochgeladen.
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Findpenguins
Die Footprints sind eine Art Untereinheit bei der Erstellung ihres Reiseberichts.
Stephan Wiesend.
Es ist manchmal etwas frustrierend, wenn Sie aus dem Urlaub mit einem Ordner von hunderten an Fotos heimkommen und daraus für das Web einen Bericht oder ein Fotobuch zusammenstellen wollen. Die App Findpenguins bietet eine interessante Option, um Ihren Urlaub gleich als interaktive Fotosammlung zu erfassen.
Schon während Ihrer Reise (oder erst nachträglich) können Sie mit der App sogenannte Footprints erstellen, etwa ein Foto vom besuchten Museum, dem Hotel oder dem Anreisetag. Dabei kombinieren Sie Texte und Fotos, die App übernimmt die Aufbereitung. Bis zu 25 Fotos pro Footprint sind möglich, zudem zehn Videos, fünf Dokumente und ein Ort (als GPX-Datei). Ansehnliche Fly-over-Videos, die den Reiseverlauf animieren, erstellt die App für Sie dabei automatisch.
Über einen Webdienst können Sie Ihre Reisen später online veröffentlichen oder als Fotobuch ausdrucken. Die App stellt die Inhalte dabei automatisch aus Ihren Footprints zusammen; verschiedene Formate und Größen stehen zur Auswahl. Die Nutzung der App ist kostenlos. Finanziert wird der Dienst über die Fotobücher, die allerdings nicht ganz günstig sind.
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Snapseed
Snapseed bietet über die Kamera-Funktion interessante Filmsimulationen.
Stephan Wiesend
Snapseed ist Ihnen vermutlich vor allem als eine funktionsreiche Bildbearbeitung bekannt. In einer für mobile Geräte optimierten Oberfläche können Sie unter zahlreichen Bildbearbeitungsfunktionen und Filtern auswählen. Seit einigen Versionen bietet die iPhone-Version aber auch eine integrierte Kamerafunktion.
Die Funktion ist eher simpel gehalten, bietet aber interessante Filter. Enthalten sind eine Vielzahl von hochwertigen Filtern, die den bekannten alten Analog-Kamerafilmen nachempfunden sind. „Inspiriert“ (so die App) wurden die Filter unter anderem durch den für Porträts konzipierten Kodak Portra 400, den für starke Farben bekannten Kodak Gold, den berühmten Fuji Pro 400h und den Sofortbild-Film Polaroid 600. Über ein kleines Wählrad können Sie im Profimodus ISO, Belichtungszeit und Fokus einstellen.
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Journal
Journal ist auch als Foto-Tagebuch geeignet.
Stephan Wiesend
Sie würden Ihre Fotos eigentlich gerne mit Texten und Daten ergänzen – vielleicht sogar mit Daten und Kalender verknüpfen? Dann ist Apples kostenloses Journal einen Blick wert.
Journal ist eigentlich eine Tagebuch-App für iPhone und iPad, mit der Sie Ihre Gedanken und Stimmungen festhalten können. Die App eignet sich aber auch gut als kostenloses Foto-Tagebuch. Eine Kamerafunktion ist integriert, Sie können aber auch Fotos beliebig importieren.
Ihr Standort und Ihre Aktivitäten werden automatisch festgehalten und können dann sehr einfach um Fotos, Texte und Audioaufnahmen ergänzt werden. Einige Gestaltungsmöglichkeiten werden dabei geboten. So können Sie per Aktivpunkt die Größe eines Fotos anpassen und die Medien frei verschieben. Per Doppelklick öffnen Sie Fotos in einer Blätter- und Vollbildansicht.
Wie es sich für ein Tagebuch gehört, werden Ihre Einträge automatisch verschlüsselt und per FaceID und Passwort geschützt. Auf Wunsch werden in der App erstellte Fotos außerdem nicht in die Fotobibliothek übernommen.
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Halide
Verschiedene Looks stehen zur Wahl.
Stephan Wiesend
Suchen Sie nach einer Alternative zu Apples Kamera-App, empfiehlt man Ihnen vermutlich regelmäßig Halide. Die App wurde von uns schon öfter vorgestellt, sie richtet sich an Fotografen, denen die Apple-App zu wenig Einstellungsoptionen bietet. Ist Ihnen etwa die automatisch erfolgende Bildaufbereitung aktueller iPhones zu stark verfälschend, bietet die App die Option „Process Zero“.
Aufnahmen werden dann ohne starke Aufbereitung erstellt, allerdings können diese Aufnahmen dann auch etwas enttäuschend aussehen. Es gibt aber noch weitere Optionen, bei denen die App einen Kompromiss versucht. Im Angebot hat die App zudem zahlreiche Filmsimulationen, eine integrierte Bildbearbeitung, RAW-Fotos von Profikameras kann die App ebenfalls öffnen und bearbeiten. Es gibt sogar einen Fotokurs für Einsteiger.
Die Bedienung erfordert etwas Einarbeitung, wohl kaum eine Kamera-App bietet aber mehr Optionen für erfahrene Anwender.
Für sieben Tage kann die App getestet werden, dann kostet sie zehn Euro pro Monat oder 23 Euro pro Jahr – eine Einmallizenz kostet 80 Euro. Das ist für das Gebotene nicht wenig. Auch eine iPad-Version ist verfügbar.
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Final Cut Camera
Final Cut Camera bietet zusätzliche Optionen wie etwa die Anzeige des Schärfebereichs.
Stephan Wiesend
Wie sieht es aber mit Videofunktionen aus? Auch für Videoaufnahmen gibt es alternative Kamera-Apps. An Profis richten sich Apps wie Blackmagic Camera, Tiktok-Nutzer schwören auf CapCut. Was aber jeder Videofilmer kennen sollte, ist Apples Final Cut Camera – die Sie auch ohne Final-Cut-Pro-Lizenz nutzen können.
Diese bietet zahlreiche nützliche Zusatzoptionen: So werden etwa Schärfebereiche und Belichtung im Kamerabild angezeigt (Focus Peaking und Zebra) und es gibt mehr manuelle Einstellmöglichkeiten. Auch die Anzeige des Audiopegels und Timecodes helfen bei Projekten, ebenso die optionale Fernsteuerung per iPad. Nutzer von Final Cut Pro können vom Mac aus sogar bis zu vier iPhones mit dieser App steuern.
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Spectre
Spectre ist auf Langzeitbelichtungen spezialisiert.
Stephan Wiesend
Langzeitbelichtungen sind ein Klassiker und ermöglichen interessante Effekte – etwa, wenn Sie einen Wasserfall oder Brunnen mit Weichzeichnungs-Effekt aufnehmen wollen.
Die auf solche Aufnahmen spezialisierte App ist schon etwas älter, so war sie 2019 „Kamera-App des Jahres“. Sie wurde aber laufend weiterentwickelt und kann auch heute noch nützlich sein. Die App der Halide-Entwickler kann Langzeitbelichtungen mit 3 bis 30 Sekunden Belichtungszeiten aufnehmen, die Zeit wählen Sie über ein kleines Wählrad.
Auch Einsteiger können damit gute Nachtaufnahmen machen (ein Stativ wird automatisch erkannt), einen Wasserfall mit Weichzeichnungs-Effekt aufnehmen oder eine Autobahn mit Lichtlinien-Effekt aufnehmen.
Eine KI-Stabilisierung ermöglicht auch Aufnahmen ohne Stativ, der Export als Live-Foto ist möglich. Gerade für einen Besitzer eines älteren iPhones ohne Unterstützung des Nachtmodus ist die 5 Euro teure App interessant.
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Leica Lux
Die App von Leica simuliert Leica-Objektive.
Stephan Wiesend
Auch von Leica gibt es eine Kamera-App, die den „Look“ von Leica-Kameras aufs iPhone bringen will. Das ist mit verschiedenen Methoden möglich: Es werden klassische Leica-Kameras und -Objektive simuliert, darunter auch klassische Festbrennweiten wie Noctilux mit verschiedenen Brennweiten und einstellbarer Blende. Zusätzlich können Sie unter zwölf Leica-„Looks“ auswählen – darunter Farb- und Schwarzweiß-Versionen.
Interessant ist die App auch für Nicht-Nostalgiker durch die Möglichkeit, andere Brennweiten zu simulieren. Statt des weitwinkligen Standard-Objektivs eines iPhones kann man etwa Fotos mit dem Ausschnitt einer klassischen 35-mm-Brennweite machen – was für interessante Motive und Porträts oft hilfreich ist.
Mit 8 Euro pro Monat oder 80 Euro pro Jahr ist die App allerdings kein Sonderangebot – allerdings reicht für manche Urlaube vermutlich ein 1-Monats-Abo.
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