watchOS 27 sortiert fünf Apple-Watch-Modelle aus – was wirklich dahintersteckt
Bei der Keynote der WWDC 2026 haben wir uns schon gewundert, wo denn die Apple Watch respektive watchOS 27 ihr Rampenlicht bekommen. Doch am Ende kam nur eine böse Überraschung: Apple streicht aus der Kompatibilitätsliste für das neue Betriebssystem gleich fünf Watch-Modelle. Lediglich Series 9, Ultra 2 und SE 3 und neuer dürfen ab September 2026 auf watchOS 27 umsteigen.
In einem Interview gegenüber den Kollegen von “Tech Radar” erklären David Clark, bei Apple verantwortlich für die watchOS-Entwicklung, und Cait Dooley, Product Marketing Manager für die Apple Watch, die Entscheidung. Der wesentliche Grund ist demnach die neue Siri AI auf dem iPhone. Ab iOS 27 (und watchOS 27) sollte die Apple Watch eine nahtlose Brücke für Siri auf dem iPhone sein. Denn die Watch ist oft die erste Anlaufstelle für die Siri-Anfragen, wenn etwa die Hände schon beschäftigt sind. Vor allem, weil die Smartwatch ständig am Körper bleibt, wenden sich die Nutzer und Nutzerinnen an Siri zunächst auf der Watch, um später auf das iPhone umzusteigen.
Wir wollten eine einheitliche Siri für die Apple Watch und für das iPhone, unabhängig davon, ob ich den Assistenten auf meinem Handgelenk aufrufe oder mein iPhone hochhebe. Wir wollen den Eindruck, dass diese eine und dieselbe Siri ist, die den gleichen Zugang zu den persönlichen Daten hat und einheitlich über alle Geräte personalisiert ist.
Apple gegenüber “Tech Radar”
Auf die Frage, warum watchOS 27 lediglich für die neueren Apple Watches verfügbar ist, war die Antwort, dass die neue Tap-Geste und die neuen Möglichkeiten von Siri AI mit der Leistung der neueren Watches funktionieren. Die älteren Apple Watches mit watchOS 26 bleiben mit den neueren iOS-Versionen kompatibel und können Sicherheitsupdates erhalten.
Warum unterstützen nur Apple Watch Series 9 und neuer watchOS 27?
Während die Herausforderungen von Siri AI und der neuen Tap-Geste perfekt nachvollziehbar sind, warum nur Series 9 und neuer dafür infrage kommt, erklären die Apple-Verantwortlichen nicht, warum das so ist. Die Erklärung liegt etwas verborgen in den technischen Daten und Apples Entwickler-Dokumentation:
Mit der Apple Watch Series 9 und der Apple Watch Ultra 2 im September 2023 ist Apple auf eine neue Grundlage für die System-in-the-Packadge umgestiegen. Dienten die zwei Effizienzkerne des A13 Bionic als Grundlage für SiP 6 bis 9 der Apple Watches Series 6 bis 8 und der Apple Watch SE 2, nutzt Apple seit drei Jahren die Effizienzkerne des A16 Bionic für SiP 9 und 10. Während A13 Bionic (aus dem iPhone 11) noch im 7-nm-Verfahren gefertigt ist, nutzte Apples Fertiger TSMC für A16 Bionic das 4-nm-Verfahren. Es ist also nicht nur eine Nomenklatur-Änderung bei den Chips, sondern eine signifikante Steigerung der Effizienz und Leistung der Kerne.
Ein zweiter Grund, warum watchOS 27 so rigoros alte Zöpfe abgeschnitten hat, leitet sich natürlich aus den deutlich fortgeschrittenen Prozessorenkernen ab, ist aber in der Software verankert. Mit watchOS 26 hat Apple angekündigt, dass die neueren Apple Watches ab Series 9 ausschließlich die arm64-Architektur verwenden werden.
Wenn also watchOS 27 lediglich Apple Watch Series 9 und neuer unterstützt, können alte Architektur-Varianten wie arm32 und zuletzt arm64_32, also eine Brücke zwischen zwei Generationen, wegfallen. Mit dem harten Schnitt bei watchOS 27 hat Apple den kompletten Umzug auf die neue Architektur bei den Apple Watches vollzogen. Es ist also zu erwarten, dass auch der Arbeitsspeicher der Smartwatches wieder signifikant wachsen kann, kann doch die 32-Bit-Architektur lediglich 4 GB RAM effektiv ansprechen. Die neuesten Apple Watches bleiben bislang bei 2 GB.
Discussion in the ATmosphere