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    "Apple Inc, iOS, MacOS",
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  "textContent": "Was haben wir in all den Jahren krude Kritiken vernommen: Apple sperre seine Kundschaft in goldene Käfige und lasse sie nicht mehr heraus. Wer ein Apple-Gerät kauft, muss sich erst einmal komplett mit neuer Software eindecken, auch alte Peripherie lasse sich nicht mehr weiterverwenden. Und wenn man dann zurückwill, verliert man alles an Daten und Beziehungen, was man während der Apple-Haft angesammelt hat.\n\nSchwachsinn.\n\nDie Zeiten des „goldenen Käfigs“ und der scheinbaren Entmündigung der Verbraucher sind längst vorbei, so es sie je gegeben hat. Sicher: Die EU schaut da etwas strenger drauf, zumindest was iPhone und iPad betrifft. Kritiker von Apples Ökosystem haben hier gewiss einen Punkt: Apps gibt es eben nur im App Store, mit Ausnahmen und auf steinigen Wegen, die man nicht immer gehen will. Der Rest stimmt aber einfach nicht.\n\nApple Music lässt sich etwa auf praktisch jedem Gerät nutzen, das ins Internet findet und einen Lautsprecher hat oder sich mit einem verbinden lässt. Auf Apples Homepods mag es zwar kein Vergnügen sein, Musik von Amazon, Youtube oder Spotify zu hören, aber auch das geht. Gleiches mit Apple TV: Apparate, auf denen man nicht „Ted Lasso“ oder „For All Mankind“ sehen kann, muss man geradezu zwanghaft suchen (und erwähnen Sie jetzt nicht den alten Röhrenfernseher von Oma Erna).\n\nGut, Software kann man nicht einfach vom Windowsrechner auf den Mac hinüberziehen, aber heutzutage kauft man Software nur noch selten und bezieht sie stattdessen im Abo. Dabei ist es meist egal, auf welchem Gerät mit welchem System man sich einloggt, die Programmdatei gibt es auch für den Mac. Okay, Spiele bilden da die Ausnahme und natürlich gibt es für Windows Abermillionen von Spezialprogrammen, die man nicht auf dem Mac bekommt. Dafür aber vornehmlich gute, wenn nicht gar bessere Alternativen.\n\nUmgekehrt, so lautet der Vorwurf, gibt es auf dem Mac Programme, die kein PC-Pendant haben und deren Daten man nicht so leicht überführen kann. Das mag für Logic Pro und Final Cut Pro so zutreffen, aber auch auf dem Windows-PC ist es nicht ohne, das Schnittprogramm oder die Software für Musikproduktion zu wechseln, ganz ohne Migration der Plattform. Und hat schon mal jemand geklagt, dass man mindestens zwei Dienste für die Champions League und die Bundesliga abonnieren muss und die tolle HBO-Serie nicht auf Netflix läuft oder umgekehrt? Ja, schon, aber das akzeptieren die meisten Leute dann nach kurzem Murren.\n\nSie sehen also: Die Mär vom Walled Garden, den Apple um sich, seine Produkte und die Nutzerschaft gebaut hat, steht auf tönernen Füßen. An sich bleibt nur die Apple Watch als Argument, die nun wirklich nur mit dem iPhone arbeitet. Doch so manch Apple-Anwender stört sich daran, dass sie sich nicht wenigstens mit iPad oder Mac koppelt, das geht also alle an. „Hast du kein iPhone, dann kannst du auch keine Apple Watch haben“, lässt sich in Abwandlung eines Apple-Werbespruchs von 2007 konstatieren. Aber selbst hierfür gibt es Kniffe. Dank der Familienkonfiguration muss man nicht selbst das iPhone besitzen, mit dem die Apple Watch gekoppelt ist, und kann sie fast uneingeschränkt einsetzen.\n\n## Warum der Käfig golden ist: Drei Insassen berichten\n\nJetzt sitzen wir also im Käfig, der keiner ist (zumindest hat er seit weit auseinander stehende Gitterstäbe und eine stets offene Tür), und fragen uns, warum er uns so golden erscheint, dass wir ihn gar nicht mehr verlassen wollen – obwohl wir könnten. Dafür gibt es beinahe so viele Gründe wie Gefangene, pardon, Nutzer, weswegen wir mal in der Redaktion der Macwelt herumgefragt haben, warum man Apple gar nicht mehr den Rücken kehren will oder nicht kann.\n\n## Peter Müller, Mac-Nutzer seit 1995: Digitale Heimat seit Jahrzehnten\n\nMein erster Mac war ein Powermac 6100/66 im Jahr 1995. Das ist schon mal der wichtigste Grund, warum ich nicht mehr umsteigen kann oder will: Ich bin den Mac seit Jahrzehnten gewohnt. Zwar unterschreibe ich die These, dass man sein Leben lang lernen muss, weil das wie Schwimmen gegen den Strom ist – hört man auf, treibt man zurück. Aber sich an eine neue digitale Heimat gewöhnen, kann man sich sparen, wenn es nicht sein muss.\n\nIch weiß, das ist ein schwaches Argument für alle, die erst kürzlich zu Apple gekommen sind, aber Sie werden sehen: Dieses Argument wird mit der Zeit wachsen.\n\nWeit wichtiger ist aber der Nutzen, den man als Apple-Anwender von den Produkten und Services des Unternehmens hat. Es fängt mit der auf dem Mac vorinstallierten Software an: Nach dem Einrichten kann man im Prinzip mit allem loslegen. Auch wenn man sein Office-365-Abo auf dem Mac nutzen könnte – man benötigt es nicht. Pages, Numbers und Keynote stehen zumindest für Normalanwender ihren Cousins aus Redmond namens Word, Excel und Powerpoint in kaum etwas nach und kosten eben gar nichts extra.\n\nDer Datentausch zwischen den Welten ist unkompliziert, eine fast 100-prozentige Kompatibilität ist gegeben. Erwarten Sie nur nicht, dass Ihre in Word erstellten Layouts in Pages genau so aussehen, aber, im Vertrauen: Word ist kein Layout-Programm, in dieser Hinsicht ist Apples Software um Längen besser.\n\nKlar, in einer Dystopie müsste ich von Apple, seinen Programmen und Services Abschied nehmen und mir Alternativen suchen. Der Umstieg wär ein langwieriges Projekt, aber zu bewältigen. Mir würde aber insbesondere Apple Music fehlen.\n\nDas hat wiederum mit meiner langen Historie als Apple-Nutzer zu tun. Ich hatte schon die erste Version von iTunes im Januar 2001 installiert, kaum, dass Apple die Software „Soundjam“ übernommen und umbenannt hatte. Apple hatte damals schon den Early-Birds ein Mix-Album in die Mediathek gelegt, Titel wie „Fingerprints“ von Larry Carlton, „When We Collide“ von K.D. Lang und „One Week“ von den Barenaked Ladies habe ich immer noch in meiner Mediathek. Dazu einen Großteil meiner CD-Sammlung, ordentlich gekauft und legal gerippt. Seit Mai 2004 kamen immer mehr Kaufdownloads dazu und seit Ende Juni 2015 nur noch Sachen aus Apple Music – meist Alben, kaum EPs und nur selten Singles.\n\nKann man alles auf Spotify oder so übertragen. Irgendwie. Mit ein wenig Schwund, der ist ja immer, selbst in Apple Music, wenn plötzlich ganze Alben nicht mehr verfügbar sind, weil es sich der Künstler anders überlegt hat. Aber jetzt kommt’s: Meine eigene Musik ist eben nicht bei Spotify, sondern nur bei Soundcloud.\n\nImmer, wenn ich mit meinem Garage-Band-Gedudel so weit zufrieden bin, dass ich einen Mixdown eines Stücks erstelle, kommt der eben direkt in die Musik-App, früher als „iTunes“ bekannt. Und vom Mac sofort in die Cloud und damit mittelbar auf iPhone, iPad, Homepod, Apple TV und den anderen Mac. Und das soll ich aufgeben? Wissen Sie, wie viel Garage-Band-Gedudel mittlerweile bei mir zusammengekommen ist und was für ein Aufwand obendrein das wäre, es auf dem PC mit einer anderen Software noch mal neu aufzunehmen? Meinetwegen kann Apple gar die offene Käfigtür ins Schloss werfen, abschließen und den Schlüssel auf den Mond schießen.\n\n## Halyna Kubiv, Mac-Nutzerin seit Mai 2010\n\nWährend heutzutage die meisten Mac-Nutzer zuvor schon eingefleischte iPhone-Nutzer waren, war es bei mir umgekehrt. Ich wurde als Trainee bei der Macwelt-Redaktion eingestellt und bekam einen alten Mac Pro als Arbeitsgerät vor die Nase gestellt. Meine Beziehung zu Apple-Geräten startete wie in einem guten Melodram mit Hassliebe.\n\nMittlerweile habe ich mich im Apple-Universum gut eingerichtet. Ja, der goldene Käfig zwickt noch an einigen Stellen, doch ich will diesen Zwinger erst gar nicht verlassen. Es sind nicht die digitalen Spuren, die mich bei Apple halten, diese kann man mittlerweile sehr bequem auf Google-Geräte umziehen und umgekehrt. Was das Apple-Ökosystem so attraktiv macht, ist das Zubehör. Mir geht es primär um die Apple Watch und die Airtags. Vor allem die Airtags. Während ich in den letzten Jahren mehrere Smartwatches getestet habe, ist mir bewusst, dass man im Zweifelsfall auch mit einer Huawei, Amazfit oder einem Fitbit-Tracker auskommen kann. Doch Apple ist momentan der einzige Hersteller, der gute Smartwatches für Frauenarmgelenke bietet.\n\nUnd da wären noch die Airtags. Zwar sind mir auch andere Hersteller wie Chipolo bekannt, Kollegen und ich haben unterschiedliche Produkte aus diesem Bereich getestet. Doch momentan sind die Airtags bei der Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit unschlagbar. Ist die Batterie mal leer, meldet sich der Airtag per „Wo ist?“-App und macht auf sich aufmerksam. Auch das Netz von Apple-Geräten ist mittlerweile weltweit so dicht, dass man seinen verlorenen Koffer auch in entfernten Ecken der Erde finden kann.\n\nSeit zwei Jahren können wir auch das größte soziale Experiment in der EU beobachten: Die Europäische Kommission zwingt Apple zu einer bislang ungesehenen Öffnung seiner Dienste. Mittlerweile sind alternative Stores und alternative Browser-Engines auf iPhones möglich. Doch während die alternativen Stores gleich nach der technischen Implementierung unter iOS 17.4 die Gelegenheit nutzten und begannen, sich den EU-Bürgern anzubieten, gibt es bislang keinen einzigen iOS-Browser mit einer alternativen Browser-Engine. Offenbar fällt auch dem Browser-Entwickler die Flucht aus Apples goldenem Käfig schwer, obwohl die Tür seit zwei Jahren sperrangelweit offen steht.\n\n## Eugen Wegmann, im Apple-Ökosystem seit 2022\n\nWährend heutzutage die meisten Mac-Nutzer zuvor schon eingefleischte iPhone-Nutzer waren, war es bei mir umgekehrt. Ich wurde als … Ich kürze ab: Mein Einstieg in den Apple-Kosmos verlief analog zu dem meiner Kollegin Halyna, nur 12 Jahre später.\n\nBis 2022 kannte ich den Goldenen Käfig nur von außen. Auf dem Desktop bin ich, analog zum Kollegen Müller, schon ewig auf ein und demselben System, auch wenn das in meinem Fall Windows ist (und privat immer noch im Einsatz). Was Smartphones angeht, war ich von 2011 bis 2017 treuer Windows-Phone- bzw. Windows-Mobile-Nutzer, und musste dann, nachdem Microsoft seine Smartphone-Ambitionen begraben hatte, auf Android umsteigen. Ein iPhone kam für mich nicht infrage – viel zu teuer, gegen Ende des Studiums und mit bevorstehenden BAföG- und anderen Schulden.\n\nMeine große Smartphone-Liebe ist und bleibt aber Windows Phone 8 bzw. Windows 10 Mobile. Android hat seine Vorteile, besonders für Menschen wie mich, die gerne basteln und tüfteln, aber insgesamt ist mir das Betriebssystem auch heute noch zu zersplittert. Denn jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen, und Android auf einem Samsung ist eben nicht dasselbe wie Android auf einem Nothing Phone, obwohl beides Android heißt.\n\nRein emotional fiel mir der Umstieg auf iOS daher relativ einfach, denn spätestens seit Microsoft sein mobiles Betriebssystem eingestampft hat, halte ich Loyalität zu Unternehmen bzw. einzelnen Plattformen für Unfug. Benutzen Sie einfach das, was für Sie am besten passt. Und wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas besser gehen müsste, fragen Sie Ihre Freunde auf anderen Plattformen oder recherchieren Sie selbst, ob es irgendwie besser geht.\n\nJetzt stecke ich also seit vier Jahren auch in Apples goldenem Käfig, kenne ihn auch von innen und stelle fest: Auch Android ist ein Käfig. Vielleicht kein goldener, aber das ist sicherlich Propagandasprech des jeweiligen Lagers, mindestens aber Geschmackssache. Und er ist geräumiger, denn bei Android haben Sie immerhin die Wahl zwischen vielen verschiedenen Herstellern.\n\nSobald man auf einer Plattform Fuß gefasst hat, seine Daten, seine Abos und alles Mögliche andere daran gebunden hat, spielt es nämlich fast keine Rolle, in welchem der beiden Käfige man sich befindet. Der Umzug vom einen zum anderen ist immer mit einem Kraftaufwand verbunden, beim Gedanken an den man schon vorher denkt: „Ne, den Stress tu’ ich mir nicht an, das ist es mir nicht wert.“\n\nZwar können Sie Ihre grundlegenden Daten mittlerweile relativ gut von einer Plattform zur anderen migrieren. Kontakte sind schnell von einem Konto zum anderen übertragen, Fotos und der Whatsapp-Verlauf auch. Die allermeisten Apps gibt es auf beiden Plattformen, aber da fängt es schon an: Haben Sie eine oder mehrere Apps auf der einen Plattform gekauft, müssen Sie sie auf der anderen erneut kaufen, denn Käufe können Sie nicht übertragen.\n\nMöchten Sie Ihre Banking-App umziehen, ihre Ausweis-App, irgendwelche andere personenrelevante Daten, müssen Sie jede App neu registrieren und authentifizieren, in Deutschland häufig sogar noch per Post. Und haben Sie einmal begonnen, ihre Abos über den App Store mit ihrer Apple-ID bzw. im Google Play Store mit Ihrem Google-Account abzuschließen, müssen Sie den ganzen Kram auch migrieren.\n\nJe mehr Sie mit Ihrem Account auf der jeweiligen Plattform kaufen, abonnieren, benutzen, desto fetter wird Ihre digitale Persona und desto schlechter passt sie durch die Stäbe des jeweiligen Käfigs, durch die sie sich zwängen müssen, um in den anderen Käfig zu gelangen. Das macht es furchtbar unattraktiv, den Käfig überhaupt erst zu verlassen. Bei Apple kann ihre digitale Persona besonders fett werden und der Umzug in den Android-Käfig daher besonders schwer: Apple hat Smartphones, Computer, Smartwatches, Kopfhörer, Tracker, ein halbes Dutzend Abos – alles aus einer Hand.\n\nBei Android hingegen haben Sie lediglich den Eindruck, nicht in einem Käfig zu stecken, denn Sie können immerhin zwischen den Smartphones, Smartwatches, Kopfhörern und Trackern verschiedener Hersteller wählen. Im Großen und Ganzen bleiben Sie aber trotzdem im selben Ökosystem, im selben, wenn auch geräumigeren Käfig. Und Sie müssen sich damit abfinden, dass gerade das Zusammenspiel zwischen Desktop und mobilen Plattformen nicht so nahtlos funktioniert wie bei Apple.\n\nAktuell bin ich in einer relativ bequemen, wenn auch merkwürdigen Situation: Ich besitze zwar viele Apple-Geräte, Eigentümer bin ich aber nicht. „Mein“ Macbook gehört der Firma, „mein“ iPhone, „meine“ Airpods, „meine“ Apple Watch und „mein“ iPad sind Testgeräte von Apple, die ich früher oder später zurückgeben muss. Die einzigen Apple-Produkte, die wirklich mir gehören, sind ein paar Airtags.\n\nWenn ich also irgendwann Macwelt verlassen sollte (oder Apple aufhört, uns Testgeräte zu schicken) und nicht mehr den Luxus habe, Apple-Geräte zu verwenden, die mir nicht gehören, stehe ich vor der Frage: Bleibe ich bei Apple oder gehe ich zurück zu Android? Und während ich diese Frage jetzt nicht abschließend beantworten kann, habe ich das _Gefühl_ , dass ich mir irgendwann zumindest ein eigenes iPhone und eine eigene Apple Watch kaufen werde, allein, um mich nicht durch die Streben eines Käfigs zwängen zu müssen, ob golden oder geräumig.",
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