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"publishedAt": "2026-05-26T16:04:13.000Z",
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"textContent": "Es ist selten geworden, dass ich bei der Vorstellung eines neuen Produktes vom Mut des Designs beeindruckt bin. Solche Momente hat man früher bei Apple erlebt – etwa bei der Vorstellung des iPhones, der Apple Watch oder des iPads –, nun erlebt man sie bei Ferrari.\n\nEigentlich keine Überraschung, feiert doch Jony Ive mit dem neuen Ferrari ein echtes Comeback. Mit seiner Design-Firma Love From (eigentlich Love From, Jony) ist der Designer jetzt für den neuen Ferrari verantwortlich – der nach meiner Meinung so aussieht, wie ein Apple Car hätte aussehen können: mit reduzierten Formen und einem modernen Design, das auf einen EV zugeschnitten ist. Und das im Netz für Aufsehen sorgt.\n\nMan könnte nun sagen: Gut für Ferrari, gut für Jony Ive, was hat das aber mit Apple zu tun?\n\nEs ist nach meiner Meinung ein anschauliches Beispiel dafür, dass manche Firmen nur noch auf Sicherheit spielen. Auch Apple hätte ein Auto wie den Ferrari Luce vorstellen können, ist aber davor zurückgeschreckt. Ein wirklich revolutionäres Produkt kann nämlich auch komplett versagen. Dann macht es aber ein anderer, und das kann auch Apple passieren.\n\nDie erste Reaktion auf den Luce war allerdings negativ – auch die Aktie von Ferrari sank nach der Vorstellung um sechs Prozent und in den sozialen Medien überboten sich die Kommentare mit Kritik am Design. Häufig genannt: Das Auto sehe aus wie ein Prius oder Nissan Leaf. Interessant ist aber, dass einer der wenigen positiven Kommentare von dem bekennenden Ferrari-Fahrer Ulf Poschardt stammt – der den Mut von Ferrari lobt.\n\nWird der Luce ein Erfolg? Das ist nicht absehbar. Viel wird davon abhängen, wie das Auto in der Realität aussieht und wie es sich fährt.\n\nWie die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen, haben nämlich viele ein festes Bild von einem Ferrari – er soll flach, scharfkantig und mit langer Motorhaube sein. Hätte Ferrari auf Sicherheit gespielt, würde der neue Luce wohl aussehen wie ein alter V12-Ferrari – nur mit Elektromotor. Ganz so wie es Porsche beim in China durchgefallenen Taycan gemacht hat.\n\nIn dem Moment aber, in dem eine Firma nur noch ihre alten Produkte kopiert, wird sie schnell von der Konkurrenz überholt. Auch extreme Leistungsdaten – Stärke eines Ferrari – sind bei EVs längst kein Schutz mehr. Eine Leistung von knapp über 1.000 PS und 2,5 Sekunden von Null auf Hundert sind bei einem EV keine Sensation mehr. Für 69.000 Euro gibt es in China etwa den SU7 Ultra mit 1.548 PS, der in 1,97 Sekunden auf Hundert ist.\n\n**Die besten Angebote für das iPhone 17 Pro:**\n\nShop\n\nPreis\n\n$1099\n\nJetzt ansehen\n\nBei Amazon ansehen\n\nPreisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)\n\nProdukt\n\nPreis\n\nPreisvergleich von Backmarket\n\nKritisiert wird vor allem, dass das neue Modell nicht aussieht wie ein Ferrari, wie auch in einem Interview mit Cleo Abram angesprochen wird. Das ist aber ein recht kurzsichtiger Einwand. So haben sich für ein EV bestimmte Grundformen als sinnvoll erwiesen. Die große Batterie macht etwa eine höhere Statur nötig, auch die Motoren sind anders angeordnet. Dafür gibt es viel Platz im Innenraum.\n\nSo ist etwa bei einem EV eine meterlange Motorhaube eigentlich verschwendeter Platz. So ist es nur folgerichtig, dass der Luce eine kurze Front hat und eher wie ein flacher SUV gebaut ist. Diese Form wird sich wohl auch in den nächsten Jahren noch stärker durchsetzen.\n\nDarum bietet auch der Luce vier vollwertige Sitzplätze und den elegantesten Innenraum mit viel Aluminium und Leder, den man sich vorstellen kann – und überraschend wenig Fahrassistenten. Ist doch ein Ferrari nicht nur einfach ein Sportwagen, sondern ein Luxusprodukt.\n\nUnd hier kann Xiaomi nun nicht so leicht mithalten. Ungewöhnlich für den Erfinder des Touch-Screen-Smartphones: Die von Ive gestaltete Bedienung ist größtenteils über Knöpfe und Regler möglich und sogar die Instrumente sind teilweise analog.\n\nFerrari\n\nWas man auch nicht vergessen darf: Für Ferrari wird nicht das Urteil der sozialen Medien zählen, sondern was die potenziellen Käufer eines 550.000 Euro teuren Ferraris wollen. Und in den letzten Jahrzehnten hat Ferrari dabei eigentlich ein sehr gutes Händchen gehabt. Knapp 20 Prozent aller von Ferrari gebauten Modelle sollen Luce sein, das entspricht etwa 1.000 Stück.\n\nFerrari\n\nEin Problem für Ferrari ist nämlich, dass seine Kunden immer älter werden. Offensichtlich soll der Luce auch jüngere, technikaffine Kunden ansprechen, die nicht mit den Serien „Magnum“ und „Miami Vice“ aufgewachsen sind, sondern mit Teslas und iPhones. Und diese Kunden – wohl oft Gründer eines IT-Startups – fänden einen elektrischen Ferrari mit langer Motorhaube vielleicht auf Dauer eher ein wenig lächerlich – wie einen alten Mann mit zu engen Hosen und zu kurzem Polohemd. Also ein wenig wie ein Porsche Taycan.",
"title": "Ist der Ferrari Luce das Apple Car? Und ist Ferrari mutiger als Apple?"
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