Die KI-Revolution ist bei Apple längst angekommen – und sorgt im App Store für Probleme
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May 21, 2026
Apple musste im vergangenen Jahr über neun Millionen App-Einreichungen prüfen – so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig steigt die Anzahl der abgelehnten Apple-Konten sprunghaft an. Diese Entwicklungen zeigen, dass KI längst im App Store angekommen ist, im Guten wie im Bösen.
Gestern hat Apple eine jährliche Pressemitteilung über die Sicherheit des App Stores veröffentlicht. Die genannten Zahlen klingen sehr beeindruckend – im App Store wurden alleine im vergangenen Jahr potenziell betrügerische Transaktionen in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar verhindert. Gleichzeitig wurden 2025 9,1 Millionen Apps in den App Store eingereicht, 306.000 App-Entwickler sind in dem Jahr neu auf die Plattform gekommen.
Deutlich interessanter sind die Zahlen im Kontext der drei vergangenen Jahre, denn Apple veröffentlicht solche Berichte jedes Jahr. Wir haben die Pressemitteilungen von 2024, 2025 und 2026 ausgewertet, diese decken die Entwicklungen der Jahre 2023 bis 2025 ab. Die Zeitspanne ist vor allem deshalb interessant, weil Apple Anfang 2024 seinen App Store öffnen musste und die KI-Tools vom ersten Hype in den Alltag vieler Menschen eingezogen sind.
Anhand von Zahlen der vergangenen drei Jahre kann man mit Sicherheit sagen, dass Vibe Coding endgültig im App Store angekommen ist: Hatten die Entwickler 2023 noch 6,9 Mio. Apps eingereicht, waren es 2024 7,7 Millionen und im vergangenen Jahr dann 9,1 Millionen Apps. Das ist eine jährliche Steigerung von jeweils 10 und 15 Prozent, der Unterschied der zwei Jahre – 2025 im Vergleich zu 2023 – beträgt aber gleich 24 Prozent.
Diese Welle hat allerdings auch eine dunkle Seite – rund ein Viertel der Apps muss Apple jedes Jahr ablehnen: Die Zahl der abgewiesenen Apps stieg von 1,7 Mio im Jahr 2023 auf rund 2 Mio im Jahr 2025. Dabei unterscheidet Apple drei Kategorien von abgewiesenen Apps: mit versteckten und danach aktivierten Funktionen, Kopien von Apps anderer Entwickler und Apps mit Datenschutzverletzungen. Während die erste Kategorie der abgewiesenen Apps etwas gesunken ist, steigen die zwei anderen kontinuierlich von Jahr zu Jahr.
Die Zahlen legen nahe, dass Apple im App Store selbst auf KI setzt, nicht nur bei der Überprüfung von Apps und App-Bewertungen, sondern auch bei der Zulassung von neuen Kundenkonten. Denn die Höhe von verhinderten potenziell betrügerischen Transaktionen wuchs in den vergangenen drei Jahren eher linear von 1,8 Milliarden USD auf 2,2 Mrd. USD, also um knapp 18 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Auffallend: Apple hat im vergangenen Jahr das Anlegen von 1,1 Milliarden fragwürdiger Kundenkonten verhindert, im Jahr 2023 waren es noch 153 Millionen, das ist ein Zuwachs von 619 Prozent!
Gleichzeitig sank die Deaktivierungsrate von bereits vorhandenen Kundenkonten bei Verdacht auf Betrug – von 374 Millionen im Jahr 2023 auf nur 40 Millionen im Jahr 2025.
Die steigende Anzahl der Konten, die bereits beim Antrag abgelehnt wurden und die sinkende Zahl von zuvor zugelassenen Konten, die im Nachhinein gesperrt wurden, zeigen, dass Apple mehr oder weniger erfolgreich erkennt, wer sich gerade für ein Apple-Konto bewirbt – ein Mensch oder ein Bot.
Aber auch die Menge von abgewiesenen Konten ist beeindruckend und zeigt, dass der Betrug mit den gefälschten Apple-Accounts längst automatisiert abläuft und auf einem industriellen Niveau angekommen ist. Die Pressemitteilungen von Apple verschweigen außerdem, wie viele Betrugsversuche mit gefälschten Apple-Accounts erfolgreich waren. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahlen deutlich niedriger sind als die angegebenen 2,2 Milliarden USD an verhinderten betrügerischen Transaktionen.
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