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"Quantencomputing sei am Ende",
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"textContent": "Einer der größten Hypes in der IT ist – oder war – vor einigen Jahren das Quantencomputing. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Markus Blume, nannte sie kürzlich sogar „die Dampfkraft des 21. Jahrhunderts“. Wie bei jedem großen Hype kommen nach ersten Höhenflügen aber oft Tiefs. Aktuell scheint sich diese Technologie gerade an einem Tiefpunkt des Interesses zu befinden und ist schon fast aus den Medien verschwunden.\n\nBei manchen neueren Äußerungen zu dem Thema hat man aber schon fast den Eindruck, Quantencomputing sei am Ende. Viele Felder, in denen man potenzielle Einsatzgebiete für Quantencomputer sah, werden mittlerweile von KI dominiert. Es hatte allerdings auch völlig überhöhte Erwartungen gegeben, was die Technologie leisten würde. Sie wird eben nicht zu „schnelleren Computern“ führen, sondern vorerst nur einen sehr eingeschränkten Nutzungsbereich haben.\n\nMan sollte die Technologie aber noch nicht abschreiben. Im berühmten Hype-Zirkel gilt der Zeitraum nach einem ersten Hype auch als „Tal der Enttäuschungen“. Dies ist oft der Zeitpunkt, an dem sich der wahre Wert einer neuen Technologie zeigt und wirklich nützliche Anwendungsgebiete herausstellen.\n\nQuantencomputing ist nämlich noch immer sehr lebendig. So berichtet etwa McKinsey in seinem aktuellen Quantum Technology Monitor, dass bereits über 300 Unternehmen mit Quantentechnologie arbeiten und sich diese Technologie immer mehr zu einem echten Markt entwickle. Auch Investitionen verschieben sich immer mehr aus dem Forschungsbereich zu ersten praktischen Anwendungen, so investiert etwa Airbus hier sehr stark. Auch Funktionen des iPhones sind längst davon betroffen.\n\n## Wo stehen die Quantencomputer?\n\nUns geht es in diesem Artikel weniger um die technischen Hintergründe. Was ein Qubit ist und wie Quantencomputer und Quantenalgorithmen funktionieren, wurde in den vergangenen Jahren schon unzählige Male erklärt, etwa vom Fraunhofer-Institut.\n\nInteressant für Apple-Anwender ist aber, welchen praktischen Einfluss Quantencomputer auf Apples Produkte haben können. Gibt es vielleicht bald ein chinesisches Smartphone mit Quanten-Chip, das ein kommendes iPhone 17 Pro wie ein altes Nokia-Handy aussehen lässt? Oder ist das einfach Unsinn?\n\nAls Hauptprozessor für ein iPhone ist ein Quantencomputer nämlich schon aus Platzgründen nicht geeignet. Aus technischen Gründen sind Quantencomputer so groß wie eine Studentenwohnung und benötigen Unmengen an Energie für die Kühlung.\n\nAktuell steht bereits fest: Ein kompakter Quantenrechner – auch nur in der Größe eines Mac Studio – wird wohl erst in Jahrzehnten möglich sein, vielleicht auch niemals. Trotzdem hatte Quantencomputing bereits Auswirkungen auf die Entwicklung von iOS, was doch sehr bemerkenswert ist.\n\nLeibniz-Rechenzentrum\n\n2019 erschien etwa IBMs Q SystemOne. Der Rechner in einem luftdichten (!) Glaswürfel mit 2,74 Metern Seitenlänge lieferte eine Rechenleistung von 20 Qubits (später 27 Qubits). Der Nachfolger IBM Quantum System Two bietet dann erstmals über 100 Qubits. Schon 2033 sollen aber erste Rechner mit 100.000 Qubits möglich sein. Auch Google ist hier aktiv und hat mit „Willow“ einen eigenen Quanten-Chip entwickelt. Microsoft stellte 2025 den Rechner „Majorana 1“ vor.\n\nBisherige Quanten-Chips benötigen eine extrem niedrige Temperatur, müssen also durch ein aufwendiges Kühlsystem heruntergekühlt werden. So muss der oben genannte Quantenrechner von IBM etwa auf bis zu 4 Kelvin heruntergekühlt werden, was -269,5 Grad Celsius entspricht.\n\nDie Ausgaben pro Computer sind außerdem hoch: Der 2026 in Garching eingeweihte Quantencomputer Euro-Q-Exa liefert etwa 50 Qubits Rechenleistung, bei Kosten von 25 Millionen Euro.\n\nBis ein Smartphone oder auch nur ein Gerät in Notebook-Größe verfügbar ist, kann es wohl noch Jahrzehnte dauern. Das ist aber vielleicht auch gar nicht nötig. Schon jetzt ist es möglich, per Cloud auf Quantenrechner zuzugreifen – natürlich auch von einem Smartphone aus.\n\n**Die besten Angebote für das iPhone 17 Pro**\n\nShop\n\nPreis\n\n$1099\n\nJetzt ansehen\n\nBei Amazon ansehen\n\nPreisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)\n\nProdukt\n\nPreis\n\nPreisvergleich von Backmarket\n\n## Was wären die Vorteile eines Quanten-iPhones?\n\nWas würde etwa ein Quanten-Chip einem iPhone überhaupt bringen? Einfach ein schnellerer Chip ist mit Quatencomputing ja gar nicht möglich. Hier kann man deshalb bisher nur spekulieren:\n\n * Ein iPhone – etwa mit Spezialchip – könnte eine extrem sichere Verschlüsselung nutzen. Ein Konzept namens Quantenschlüsselaustausch verspricht besonders hohe Datensicherheit.\n * In der Theorie können Quantenalgorithmen neuronale Netze besonders gut trainieren. Denkbar ist, dass Siri dann die komplexesten Fragen beantworten könnte – auch ohne Cloud-Zugriff.\n * Aber auch bei der Musterkennung – etwa bei der Analyse des Kamerabildes oder abfotografierten Textes – wären ganz neue Leistungen möglich. Soweit sind Quantencomputer in der Praxis aber noch lange nicht. Vor allem einen Quantencomputer in ein Smartphone zu bringen, ist wohl vorerst noch vollkommen illusorisch.\n\n\n\n## Software und Einsatz als Problem\n\nDas Problem bei Quantencomputern liegt aber aktuell sehr stark in den eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten, was auch mit dem Bereich Software zusammengehört. Mit einem aktuellen Computer können Berechnungen aller Art durchgeführt werden, ein Quantencomputer beherrscht bisher nur sehr wenige und maßgeschneiderte Quantenalgorithmen.\n\nBei Anwendungen in Unternehmen wird laut McKinsey deshalb vor allem eine hybride Nutzung – als Ergänzung zu herkömmlichen Rechnern und KI – erprobt. Quantencomputer sollen dabei nur für bestimmte Aufgaben verwendet werden – die sie aber schneller lösen können als herkömmliche Rechner. Bei der Prüfung der Ergebnisse und Entwicklung der Algorithmen soll außerdem KI eine große Hilfe sein. Auch Cloud-Lösungen könnten hier ein sinnvoller Weg sein, eine Art Quantum-as-a-Service.\n\nStärken einiger Quantenalgorithmen liegen offenbar in der Simulation, Optimierung und Risikoanalyse – etwa beim Auffinden einer perfekten Route zu einem Zielpunkt oder bei der Molekülanalyse. Aber auch Letzteres ist allerdings umstritten.\n\nFestzuhalten bleibt: Bei vielen Projekten ist der Nutzwert für Nichtwissenschaftler wohl kaum einschätzbar – und die damit beschäftigten Forscher sind bei der Bewertung ihrer Projekte nicht ganz unparteiisch. Auch Projekte in Unternehmen werden oft groß angekündigt, aber sehr leise eingestellt.\n\n## Der Einsatz für die Entschlüsselung\n\nBisher ist es noch nicht möglich, Quantencomputer für Hackerangriffe zu nutzen. Trotzdem hatte die neue Technologie bereits starke Auswirkungen auf VPN-Dienste, E-Mail und Chat-Programme – allein, weil es vielleicht zukünftig möglich sein könnte.\n\nDas Problem nennt sich auch „Harvest now, decrypt later“ und ist ein echtes Problem für Firmen und Staaten: Ein Hacker oder ein Nachrichtendienst könnte heute verschlüsselte Daten oder Chats sammeln – und Jahre später mit einem Quantencomputer entschlüsseln. Um die Sicherheit einer Verschlüsselung zu beweisen, galt bisher oft der Maßstab „Es würde viele Jahrzehnte dauern, alle Kombinationen zu berechnen.“ Das wird aber durch Quantenrechner in Frage gestellt.\n\nDer Hintergrund: Viele Verschlüsselungsalgorithmen basieren auf mathematischen Problemen. Diffie-Hellman, Elgamal und DSA basieren etwa auf dem Diskreter-Logarithmus-Problem. Schon 1994 hatte aber Peter Shor einen Quantenalgorithmus vorgestellt, der solche Probleme lösen kann.\n\nAuch Apple hat deshalb bereits ab iOS 17 begonnen, das System gegen Quantenangriffe abzusichern, auch Google ist hier sehr aktiv. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt seit Jahren, sich in Zukunft nicht mehr allein auf klassische asymmetrische Verschlüsselung zu verlassen und quantensichere Verfahren zu nutzen. Auch immer mehr VPN-Dienste setzen auf quantensichere Protokolle. So nutzt etwa das NordLynx-Protokoll von NordVPN den ML-KEM-Algorithmus, der als sicher gilt.\n\nDienste wie VPN nutzen bereits quantensichere Protokolle\n\n\n\n\nFoundry\n\nQuantentechnologie kann hier aber auch die Lösung sein. Samsung hatte zwar schon vor Jahren ein Smartphone mit eigenem Quanten-Chip vorgestellt, dabei handelte es sich nur um einen sogenannten Quantum Random Number Generator (QRNG), der mithilfe von Quantenphysik Zufallszahlen erstellte. Gut vermarkten lassen sich solche Funktionen aber wohl nur schwer: technisch eigentlich grandios, für die meisten Kunden aber wohl eher „meh“.\n\nVor allem in den Bereichen Datensicherheit und Krypto hat dies bereits zu ersten Reaktionen geführt. Ist dies aber übertrieben? Schließlich haben die ersten Quantencomputer noch sehr viel mehr mit Forschungsprojekten zu tun als mit anwendbaren Geräten.\n\nNoch belächelt wurde etwa eine der ersten Aufgaben, die bisher mit einem Quantencomputer gelöst werden konnte: die Primfaktorzerlegung der Zahl 21 – also 3 und 7. Seitdem hat sich aber viel getan, wie neuere Forschung zeigt. Will man etwa einen privaten Schlüssel eines Bitcoin-Nutzers entschlüsseln, könnte dies laut einem Whitepaper von Google ein Quantencomputer mit 12.000 logischen Qubits in nur neun Minuten schaffen. (9 Minuten sind besonders wichtig, weil in diesem Zeitraum ein Angriff möglich ist.)\n\nEin solcher Computer existiert heute noch nicht, so benötigt man außerdem pro logischem Qubit 100 bis 500 physische Qubits – also mindestens 120.000 – statt 50 wie in Garching. Schon 2029 könnte aber der „Q-Day“ kommen und das Ende der Verschlüsselung bringen.\n\nDie technische Entwicklung hält sich außerdem selten an Zeitpläne und es gibt immer neue Durchbrüche – etwa bei der Größe. Aufsehen erregte zuletzt etwa ein neues Konzept für Quantencomputer von Oratomic, das auf neutrale Atome setzt. Bei diesem Rechner soll eine solche Berechnung sogar schon mit 10.000 Qubits möglich sein.\n\n## Fazit\n\nEin Quanten-iPhone ist ferne Zukunft – und wird vielleicht nie kommen. Die Funktionen sind vielleicht auch nicht so spektakulär wie anfangs erwartet, betreffen aber wichtige IT-Grundlagen wie Verschlüsselung und Simulationen. Einige Folgen sind aber bereits spürbar: Apple muss bereits heute auf die künftige Bedrohung klassischer Verschlüsselung durch Post-Quantum-Kryptografie reagieren. Echte Durchbrüche in Bereichen wie Kryptografie und Simulation werden nämlich immer wahrscheinlicher. Hier hat wohl auch KI einen beschleunigenden Effekt.\n\nSchon in wenigen Jahren könnten auch Webdienste auf einem Quantenrechner basieren und auf dem iPhone überlegene Leistung verfügbar machen. Allgemein wird es aber eher hybride Anwendungen für diese Technologie geben, nicht den einzelnen Super-Quantenrechner.",
"title": "Kommt das Quanten-iPhone? Wie wichtig die Technologie für Apple ist"
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