6 Erwartungen an Apple zur WWDC 2026
Normalerweise ist die Apfelernte erst im Spätsommer – auch in Kalifornien, wenn die iPhones reif sind. Doch langjährige Apple-Fans freuen sich schon im Frühsommer auf einen fast traditionellen Erntetermin: Apples Worldwide Developer Conference, kurz WWDC, die seit über 20 Jahren fast immer Anfang Juni stattfindet.
Apple könnte das 50. Firmenjubiläum 2026 zum Anlass nehmen, diesmal einen ganzen Korb frischer Äpfel zu präsentieren. Immerhin gab es ja schon im März im Vorfeld des „Geburtstags“ am 1. April eine ganze Reihe spektakulärer Upgrades. Und mit dem Macbook Neo ein völlig neues, preiswertes Macbook, das sofort die Herzen der User eroberte. Jedoch hat sich Apple auf den WWDCs der vergangenen zwei Jahre hauptsächlich auf Software-Updates konzentriert: Hardware-Neuheiten wurden von Nutzern schmerzlich vermisst.
1. Die üblichen Betriebssystem-Upgrades
Dementsprechend sicher ist, dass Apple auf der WWDC 2026 die Nachfolger der aktuellen Betriebssysteme präsentiert: macOS 27, iOS 27, iPadOS 27 und so weiter. Die werden dann, wie gehabt, höchstwahrscheinlich als Beta verfügbar sein, um wie jedes Jahr pünktlich zur Apfelernte Anfang September als finale Versionen zu erscheinen.
Nach den revolutionären, aber vor allem im Hinblick auf Oberflächengestaltung eher unbeliebten 26er-Versionen dürfte Apple die 27er-Versionen seiner Betriebssysteme dazu nutzen, die größeren Baustellen zu beheben: Höchstwahrscheinlich wird es eine weiterentwickelte – oder je nach Betrachtungsweise entschärfte – Version der Liquid-Glas-Oberfläche geben.
2. Mehr Künstliche Intelligenz – und ein schlaues Siri
Ebenfalls praktisch sicher: eine deutliche Ausweitung der KI-Features, möglicherweise mit einem neuen, KI-gestützten Siri-System auf Basis der von Apple eingekauften Google Gemini-KI. Das würde nicht nur eine deutliche Verbesserung der Apple-Intelligence-Features bedeuten – sondern auch hübsche neue Funktionen wie die Möglichkeit, mit Siri tatsächlich zu kommunizieren.
Denn obwohl Siri schon seit 15 Jahren Teil des Apple-Ökosystems ist, war der Sprachassistent nie sonderlich intelligent. Genau wie übrigens Apple Intelligence, das 2024 dazu kam, im Vergleich zu den großen KI-Diensten aber immer im Hintertreffen war: Auch Apple Intelligence könnte von Googles Gemini-Technik deutlich profitieren – und zusammen mit Siri völlig neue Bedienungsmöglichkeiten für Mac, iPhone und Co. eröffnen. In der Vergangenheit war Apple übrigens oft ein wenig hinterher, um anschließend eine Lösung zu präsentieren, die die Platzhirsche deutlich überflügelt. Gut möglich, dass das mit der WWDC 2026 auch bei KI der Fall ist.
3. Intelligenter Apple-Assistent: Das Homepad
Gut möglich, dass Apple im Rahmen dieser KI-Offensive auch endlich das als „Homepad“ in der Gerüchteküche köchelnde Gerät vorstellt. Der Hybrid aus iPad, AppleTV und Homepod soll als smarter KI-Assistent nicht nur das Smart-Home steuern, sondern auch eine Bedienung der Apple-Dienste wie Music und TV ohne weitere Hardware erlauben.
Plus: Als smarter, KI-gestützter Assistent könnte das Gerät überall dort im Haushalt seinen Platz finden, wo ein Mac oder iPad zu sperrig und zu teuer ist und ein Homepod Mini nicht ausreicht. So unscheinbar das Gerät zunächst wäre, könnte es doch ein erster Schritt in Richtung vollständiger KI-gestützter Bedienung – und damit Integration in den Alltag – werden. Es ist denkbar, dass Apple eine Computersteuerung à la Star Trek anstrebt. Dass das Gerät auf der WWDC angekündigt wird, ist durchaus denkbar, mit einem Erscheinen können wir aber nicht vor dem Herbst rechnen.
4. Upgrades für den Mac Mini
Derzeit verknappt sich die Situation bei Mac Mini und Mac Studio deutlich: Beide Geräte sind noch nicht auf die M5-Chip-Familie aktualisiert worden, gleichzeitig wachsen die Lieferzeiten. Mac Mini und Mac Studio haben sich bezüglich KI-Entwicklung inzwischen durch hohe Leistung und geringen Energiebedarf einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und sind für viele Software-Entwickler das Tool der Wahl, wenn es darum geht, Large-Language-Models lokal auszuführen.
Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass Apple die Geräte pünktlich zur WWDC 2026 aktualisiert. Während beim Mac Mini M5 eigentlich klar ist, wohin die Reise geht – regulärer M5-Prozessor und eine M5 Pro-Option, jeweils mit 16 oder 24 Gigabyte RAM und wahrscheinlich auch einem Speicher-Upgrade auf 512 GB oder 1 TB je nach Prozessor-Linie.
5. Ein enorm leistungsstarker Mac Studio, der den Mac Pro ersetzt
Deutlich interessanter dürfte der Mac Studio sein, den Apple nach Einstellung des Mac Pro noch deutlicher in Richtung Profi-Desktop positioniert hat. Der M5-Ultra-Chip ist zudem überfällig und der einzige M5-Prozessor, der noch fehlt. Der Höchstleistungs-Mac-Studio muss sich derzeit noch mit einem M3-Ultra begnügen, das Basismodell verwendet den M4-Max-SoC.
Dabei nutzt der M3 Ultra derzeit bis zu 80 GPU‑Kerne und ist aus zwei M3 Max zusammengesetzt. Wenn Apple bei dieser Bauweise bleibt, bleibt es beim M5 Ultra zwar auch bei den 80 für die KI-Entwicklung und den KI-Betrieb so wichtigen GPU-Kernen – aber mit dem M5-Vorteil der KI-Spezialisierung und der deutlich höheren Rechenleistung der CPU- und GPU-Kerne, kurzum: Es gibt ein deutliches Leistungsplus. Es ist durchaus möglich, dass Apple die Entwicklerkonferenz (!) und die eigene KI-Offensive zur Präsentation des neuen Profi-Tools nutzt.
6. Ein Basis-iPad mit Apple Intelligence
Apples Basis-iPad ist derzeit das einzige noch verkaufte Apple-Gerät, das nicht in der Lage ist, Apple Intelligence zu nutzen. Während der Mac Studio das obere Ende des Line-ups repräsentiert, wäre es im Rahmen der WWDC durchaus möglich, dass Apple auch das Basismodell des Tablets als unterstes Ende des Portfolios einer Generalüberholung für den KI-Einsatz unterzieht und es für Apple Intelligence tauglich macht. Dass sich die Hardware – abgesehen von einem wahrscheinlich verbauten A18-SoC – groß ändert, ist aber unwahrscheinlich.
Vielleicht wieder nur Software
Doch wie so oft bei Apple: Nichts Genaues weiß man nicht. Es könnte durchaus sein, dass die Apple-Größen auf der WWDC-Keynote nur Software-Upgrades präsentieren und die Hardware wie 2025 und 2024 im Rahmen der Entwickler-Konferenz ignoriert wird. Am Ende des Tages entscheidet das Apple-Management – obwohl die WWDC zum 50. Firmenjubiläum natürlich einen feinen Anlass böte, einen ganzen Korb neuer oder aktualisierter Äpfel auf den Markt zu bringen.
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