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"publishedAt": "2026-04-27T11:00:00.000Z",
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"textContent": "Nach 15 Jahren an der Spitze eines der größten Unternehmen der Welt steht Tim Cook kurz vor dem Abschied. Wenn er am 1. September als CEO von Apple zurück- und John Ternus in die Nachfolge antritt, kann er auf eine der erfolgreichsten Amtszeiten der Unternehmensgeschichte zurückblicken, die sich über anderthalb Jahrzehnte erstreckte.\n\nDoch während jeder die großen Erfolge kennt – das iPhone X, die Apple Watch, die Airpods, das Macbook Neo –, war Cook auch an einer Vielzahl von weniger beachteten Errungenschaften beteiligt. Wir werfen einen Blick auf einige der am meisten unterschätzten Apple-Produkte, die während Tim Cooks Amtszeit entstanden sind – und auf ein paar, die er wahrscheinlich lieber vergessen würde.\n\n## Dienste\n\nUnter Steve Jobs war Apple in erster Linie ein Hardware-Unternehmen. Sicher, es wurden einige Anwendungen und Internetdienste eingeführt – iTunes, iWork und MobileMe (_räusper_) seien hier nur einige nennenswerte Beispiele –, doch der Fokus lag in erster Linie auf physischen Geräten.\n\nAls Tim Cook jedoch den Thron bestieg, stürzte er Apple kopfüber in das digitale Zeitalter. Doch es ging nicht nur darum, Software an Kunden zu verkaufen, denn Cook vollzog eine gezielte Neuausrichtung auf Dienste – also Apps und elektronische Produkte, die oft mit laufenden Abonnements und wiederkehrenden Zahlungen verbunden waren.\n\nDazu gehören Apple Music, Apple TV, Apple Arcade, Apple Care und vieles mehr. Anstatt darauf zu hoffen, einem Nutzer ein Gerät zu verkaufen und eine einmalige Gebühr einzunehmen, hat Apple seine laufenden Einnahmequellen auf 109,16 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2025 ausgeweitet. Das ist eine ganze Menge Geld.\n\n## Gesundheit und Fitness\n\nEiner der unter Cooks Führung angebotenen Dienste ist Fitness, doch das ist nur ein kleiner Aspekt, mit dem der scheidende CEO Gesundheit und Wohlbefinden in den Mittelpunkt von Apples Handeln gerückt hat. Tatsächlich ist Apple dank Cook heute eines der weltweit führenden Fitnessunternehmen.\n\nDa wäre zum einen die Apple Watch, die 2014 erstmals vorgestellt und anfangs weitgehend als Modeaccessoire positioniert wurde. Als dieser Ansatz nicht den gewünschten Erfolg brachte, richtete Cook das Gerät rasch auf Gesundheit und Fitness aus, erweiterte die Aktivitätserfassung und Gesundheitsdaten, fügte das spezielle Modell Apple Watch Ultra für Sportler und Entdecker hinzu und ging eine Partnerschaft mit Nike ein, um exklusive Armbänder, Zifferblätter und Trainingspläne anzubieten.\n\nUnter der Leitung von Tim Cook hat sich die Apple Watch zu einem der führenden Gesundheits- und Fitnessgeräte entwickelt.\n\nBritta O’Boyle\n\nIm Bereich Wohlbefinden hat Apple seine Geräte, insbesondere die Apple Watch, kontinuierlich um neue Funktionen erweitert. Sie kann Sie nun auf potenziell gefährliche Situationen aufmerksam machen und in Ihrem Namen den Rettungsdienst alarmieren, falls Sie Hilfe benötigen. Die Airpods wiederum können sich in Hörgeräte verwandeln, wenn Sie keine Musik hören.\n\nDank Cooks Entscheidung hat sich die Apple Watch zu einem der besten Fitness-Wearables auf dem Markt entwickelt, während Dienste wie Apple Fitness dazu beigetragen haben, kontinuierlich zusätzliche Einnahmen zu generieren. Und ohne die Neuausrichtung auf Gesundheit und Wohlbefinden hätte die Apple Watch ihr holpriges erstes Jahr möglicherweise nicht überstanden.\n\n**Aktuell bester Preis: Apple Watch Series 11**\n\nShop\n\nPreis\n\nBei Amazon ansehen\n\nPreisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)\n\nProdukt\n\nPreis\n\nPreisvergleich von Backmarket\n\n## Apple Pay und Apple Card\n\nDie besten Apple-Produkte sind so einfach und nahtlos zu bedienen, dass man schnell vergisst, wie das Leben ohne sie war. Für viele Menschen trifft dies auf Apple Pay zu. Sie müssen nicht mehr an Ihre Kreditkarten denken oder mit Bargeld hantieren – tippen Sie einfach mit Ihrem iPhone auf ein Zahlungsterminal, und schon sind Sie fertig.\n\nApple Pay ist so gut, weil es zwei Dinge vereint, die Apple unter Tim Cook geprägt haben: Einfachheit und Sicherheit. Sie müssen lediglich zweimal die Seitentaste Ihres iPhones drücken und schnell mit Face-ID oder Touch-ID verifizieren. Ihre Zahlungsdaten werden sicher gespeichert und geschützt, ohne Sie jemals zu belasten oder aufzuhalten. Und das hat dazu beigetragen, dass es zu einer beliebten Funktion geworden ist, die oft übersehen wird.\n\nEinige Jahre nach Apple Pay führte Apple eine eigene Kreditkarte ein, die speziell für iPhone-Nutzer entwickelt wurde und keine Gebühren sowie tägliche Cashbacks bietet. Und natürlich ist sie die coolste physische Karte, die je hergestellt wurde. Leider ist sie bisher nur in den USA verfügbar.\n\nDer Apple Pencil hat das iPad in eine ganz neue Richtung gelenkt.\n\nMahmoud Itani / Foundry\n\n## Apple Pencil\n\nWenn Sie Tablet-Nutzer sind, steht das iPad natürlich im Mittelpunkt. Es wäre jedoch eine Schande, die Bedeutung des Apple Pencil zu übersehen und wie er sich als beständiger, wenn auch unterschätzter Erfolg der Tim-Cook-Ära erwiesen hat.\n\nEs gibt viele Stifte auf dem Markt, aber keiner kommt dem Apple Pencil auch nur annähernd gleich. Seine Stärke liegt darin, dass er sich genau an Ihre aktuelle Aufgabe anpassen kann: Der Einstieg ist unglaublich einfach, doch der Apple Pencil verfügt über fortschrittliche, innovative Funktionen wie die Barrel-Roll-Geste und die Schwebe-Funktionalität.\n\nEiner seiner größten Vorzüge ist, dass das Pro-Modell magnetisch an Ihrem iPad einrastet, wodurch es nicht nur sicher aufbewahrt, sondern gleichzeitig aufgeladen wird. Interessanterweise war diese Funktion Berichten zufolge die Idee von John Ternus, was den Apple Pencil zu einem Gemeinschaftsprojekt des aktuellen und des künftigen Apple-CEOs macht.\n\n## Aufgezeichnete Veranstaltungen\n\nEs ist eine ziemliche Untertreibung zu sagen, dass die Covid-19-Pandemie die Welt völlig auf den Kopf gestellt hat. Eine kleine Auswirkung auf Apple war, dass das Unternehmen nicht mehr wie gewohnt Gäste zu Präsenzveranstaltungen einladen konnte, wenn neue Produkte angekündigt werden sollten. Stattdessen war Apple gezwungen, sich anzupassen und vorab aufgezeichnete Präsentationen vorzubereiten, wenn der Tag der Markteinführung näher rückte. Und letztendlich denke ich, dass dies eine enorme Verbesserung war.\n\nWir müssen uns nicht mehr durch etwas unbeholfene Moderatoren quälen, die sich in ihren Texten verplappern, oder den überbegeisterten Fan anhören, der Craig Federighis jedes Wort bejubelt. Jetzt bekommen wir professionell produzierte Videos, die wunderschön gefilmt sind und direkt auf den Punkt kommen. Befreit von den Zwängen eines physischen Konferenzsaals konnte Apple seine Flügel ausbreiten und seine Launch-Events in ausgefeilte Präsentationen verwandeln, von denen seine Konkurrenz nur träumen kann.\n\nApple-Events haben sich von einfachen Bühnenpräsentationen zu professionellen, vorab aufgezeichneten Videos gewandelt.\n\nApple\n\n## Airtag\n\nEines der günstigsten Produkte von Apple ist zugleich eines der nützlichsten, wobei der Airtag beweist, dass „mini“ oft „mächtig“ bedeuten kann. Dieser kleine Tracker mag außerhalb von Apples Kernsortiment aus iPhones, iPads und Macs stehen, doch er reiht sich daneben als ein Gerät ein, das das Leben der Nutzer verbessert und sich mühelos in ihren bestehenden Apple-Haushalt einfügt.\n\nWie bei so vielen Apple-Produkten liegt der Unterschied zwischen dem Airtag und Konkurrenzgeräten darin, wie er sich in Ihr iPhone integriert. Wenn Sie nach einem Airtag suchen, führt Sie dessen „Genaue Suche“-Funktion mithilfe Ihres iPhones genau dorthin, während Sie gleichzeitig alle Ihre Airtags einfach auf einer Karte lokalisieren können. Es ist eine unglaublich intuitive Methode, um Verlorenes schnell und einfach wiederzufinden.\n\n**Aktuell bester Preis: Airtag 2 4er-Pack**\n\nShop\n\nPreis\n\nBei Amazon ansehen\n\nPreisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)\n\nProdukt\n\nPreis\n\nPreisvergleich von Backmarket\n\n## Integration und Handoff\n\nWie gut Apple-Produkte zusammenarbeiten, ist eine Binsenweisheit, und eines der besten Beispiele dafür sind „Integration“ und „Handoff“. Dieses Softwaresystem umfasst eine Reihe von Funktionen, die Ihre Apple-Geräte immer enger miteinander verbinden, und sie haben sich unter der Leitung von Tim Cook wirklich hervorragend entwickelt.\n\nNehmen Sie etwa „Universelle Steuerung“, mit der Sie eine einzige Maus und Tastatur für mehrere Macs und iPads verwenden können. Oder denken Sie daran, wie Sie mit der allgemeinen Zwischenablage eine Datei auf einem Apple-Gerät kopieren und dann auf einem anderen einfügen können und der Text oder das Bild wie durch Zauberei über die Luft übertragen wird. Oder die Integrationskamera (Continuity Camera), mit der Sie Ihr iPhone als kabellose Webcam nutzen können.\n\nEs ist diese Magie von „Integration“ und „Handoff“, die Apples Ethos in seiner reinsten Form demonstriert, und sie ist ein Grund, warum Apple darauf besteht, das gesamte System zu kontrollieren, wie Steve Jobs sagen würde.\n\nDie unvierselle Steuerung ist nur eine der Möglichkeiten, wie Apples Geräte dank Tim Cooks Vision nahtlos zusammenarbeiten.\n\nWillis Lai/IDG\n\n## Datenschutz\n\nEiner der am meisten unterschätzten Beiträge von Tim Cook zu Apple ist gar kein Produkt, sondern vielmehr eine Reihe von Überzeugungen und Prinzipien, nämlich das Bekenntnis zu Datenschutz und Sicherheit, das er dem Unternehmen eingeprägt hat und das jede seiner Entscheidungen leitet.\n\nDas ist auch nicht nur irgendein Marketing-Gag – Apple ist hier echte Risiken eingegangen, etwa als es sich weigerte, eine iPhone-Hintertür für das FBI einzubauen, oder als es den erweiterten Datenschutz (Advanced Data Protection) für iCloud in Großbritannien deaktivierte, anstatt das System für alle zu gefährden. Sicher, Apple könnte es besser machen. Dass es sich den Zensurgesetzen in China und Russland unterwirft, ist ein Schandfleck für den Datenschutz, aber Tim Cook hat sich weitaus stärker als die meisten anderen den Idealen von Datenschutz und Sicherheit verschrieben. Wenn Ihnen diese Konzepte am Herzen liegen, werden Sie Apples Arbeit schätzen.\n\n## Umweltschutz\n\nEin weiterer wichtiger Grundsatz, der unter Tim Cook an Bedeutung gewonnen hat, ist Apples Engagement für den Umweltschutz. Das Unternehmen hat eine Vorreiterrolle bei der Minimierung seiner Umweltbelastung und der Verbesserung seiner Bilanz in diesem Bereich übernommen. Angesichts der Größe von Apple ist das keine unbedeutende Leistung.\n\nIm Gegensatz zu manchen Unternehmen handelt es sich hierbei nicht um bloßes „Virtue Signaling“ – Apple nimmt diese Themen tatsächlich ernst. Das Unternehmen besteht darauf, dass nicht nur seine eigenen Standorte und Produkte bis 2030 vollständig klimaneutral sein sollen, sondern auch die seiner Zulieferer. Das Unternehmen hat die Größe seiner Verpackungen deutlich reduziert, sodass mehr Produkte in jeden Container und LKW passen und somit weniger Fahrten erforderlich sind, und hat giftige Chemikalien und Verbindungen aus seinen Geräten so gut wie vollständig verbannt. Es gibt noch mehr zu tun, aber Apples Bemühungen sind lobenswert.\n\n## Siri\n\nNatürlich war nicht alles, woran Tim Cook gearbeitet hat, ein Erfolg. In einigen Fällen war das Gegenteil der Fall: Apple brachte Produkte auf den Markt, die zu viel versprachen und zu wenig hielten. Und das vielleicht deutlichste Beispiel dafür ist die neue Version von Siri, die auf Apple Intelligence basiert.\n\nSiri war lange Zeit Zielscheibe von Tech-Witzen, die behaupteten, sie sei so leistungsschwach, dass sie nicht einmal einen Umtrunk in einer Brauerei organisieren könne, und Kommentare dieser Art trafen leider oft ins Schwarze. Als Apple also auf der WWDC 2024 eine von Apple Intelligence angetriebene Überarbeitung des virtuellen Assistenten vorstellte, spitzte die gesamte Tech-Welt die Ohren.\n\nSiri sollte eigentlich 2024 ein Upgrade erhalten, doch wir warten immer noch darauf.\n\nFoundry\n\nUnd doch stehen wir nun, zwei Jahre später, da und haben fast nichts vorzuweisen. Siri ist in dem allgemeinen Chaos namens Apple Intelligence verstrickt, und im März 2025 musste Apple einräumen, dass die Überarbeitung von Siri nicht gut verlaufen war.\n\nNachdem das Unternehmen aufgegeben und Google Gemini um Hilfe bei der Umsetzung der neuen Siri-Funktionen gebeten hat, sieht es nun so aus, als sei Apples Siri-Enthüllung von 2024 nichts weiter als eine spekulative Tech-Demo gewesen – eine, die den prominenten Apple-Loyalisten und Experten John Gruber dazu veranlasste, einen mit farbenfroher Sprache gespickten Wutausbruch zu veröffentlichen, in dem er behauptete, dass „etwas faul ist im Staate Cupertino“.\n\n## Vision Pro\n\nWährend Siri ein Software-Fehltritt ist, war auf der Hardware-Seite das vielleicht eklatanteste Beispiel für ein überbewertetes Produkt während Tim Cooks Amtszeit das Vision-Pro-Headset. Weit davon entfernt, die Welt so zu revolutionieren, wie das Unternehmen es versprochen hatte, war die Apple Vision Pro von Anfang bis Ende eine Enttäuschung.\n\nDa ist zum einen der Preis von 3.499 US-Dollar bzw. 3.999 Euro – ein Preisschock, der so groß war, dass er bei der WWDC 2023 hörbares Aufstöhnen im Publikum auslöste. Hinzu kommt das Gewicht, das so erheblich ist, dass es bei vielen Nutzern zu Nackenschmerzen geführt hat. Nimmt man noch die dürftige Auswahl an Apps und Funktionen hinzu, gibt es kaum einen Grund, sich für das Gerät zu entscheiden.\n\nZwar hat Apple hinsichtlich der Funktionen der Vision Pro nicht zu viel versprochen – es ist zweifellos eines der hochwertigsten Headsets auf dem Markt –, doch genau diese Funktionen haben den Preis für die meisten Menschen weit außerhalb ihrer Reichweite getrieben. Aus diesem Grund konnte es nicht den von Apple erhofften Durchbruch erzielen, was dazu führte, dass es unter der Leitung von Tim Cook zu einem teuren und enttäuschenden Flop wurde.",
"title": "Tim Cooks Bilanz als Apple-CEO: Was gut ging und was schief lief"
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