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iPhone und Mac als Diktiergerät: So holen Sie mehr aus Sprachmemos und Notizen heraus

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] April 22, 2026
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Selbst wenn Sie die Tastatur Ihres Macs und iPhones blind bedienen können – Sprachaufnahmen sind oft der eleganteste Weg, um Gedanken festzuhalten. Oft können Sie auch die wichtige E-Mail oder einen Kommentar so schneller und lebendiger formulieren. Aber auch wenn Sie jemandem eine wichtige Nachricht schicken wollen, kann die persönlichere Audio-Nachricht oft besser geeignet sein als eine Textnachricht.

Gerade um unterwegs eine Notiz am iPhone festzuhalten, ist eine Sprachnotiz oft komfortabler als jede Texteingabe. Eine kurze Erinnerung wie „Bring auf dem Rückweg noch eine Milch mit“ lässt sich auf dem iPhone in Sekunden aufnehmen und kann sogar direkt über Siri erstellt werden.

Auch für einfache Musikaufnahmen müssen Sie nicht gleich zu Schwergewichten wie Garageband oder Logic Pro greifen. In vielen Fällen reicht bereits die App Sprachmemos völlig aus – die Musikmemos hat Apple leider wieder eingestellt.

Dank iCloud werden alle Aufnahmen zudem sofort abgeglichen: Die neue Aufnahme erscheint sofort auf iPad, Mac und iPhone, das Erstellen von Sprachmemos ist außerdem sogar mit der Apple Watch möglich. Welche Funktionen Notizen und Sprachmemos für Audioaufnahmen im Detail bieten, zeigen wir im Folgenden.

Diktieren, Transkribieren oder eine Sprachaufnahme?

Eigentlich stehen Ihnen gleich drei Wege zur Verfügung, Sprache zu erfassen: Diktieren, Sprachaufnahme und Transkription.

Schon seit vielen Jahren können Sie Texte am Mac und iPhone diktieren: Dazu tippen Sie beim iPhone auf das Mikrofonsymbol und können anfangen zu sprechen. Dank guter Spracherfassung wird Ihr Diktat in Echtzeit in Text umgewandelt und auch lange Texte können Sie recht problemlos einsprechen. In Notizen ist diese Funktion integriert und kann komfortabel genutzt werden.

Das ist eine vollkommen andere Technologie als beim Transkribieren: Beim Transkribieren wird zuerst eine Sprachaufnahme als Audiodatei erstellt. Eine Textdatei wird dann erst später erstellt – dies immer öfter mit einer KI.

Was ist aber wann sinnvoll? Für die schnelle Erstellung eines vorgegebenen Textes ist oft Diktieren ideal. Die sinnvolle Nutzung setzt aber etwas Übung voraus und die Umwandlung in Text funktioniert nicht immer perfekt.

So hat Apples Spracherkennung oft Probleme mit Wörtern in Fremdsprachen und macht immer wieder Fehler. Diese Diktierfunktion ist aber auch in KI-Zeiten noch immer sehr nützlich: Die Spracherkennung folgt im Unterschied zu KI nämlich wortgenau Ihrem Diktat.

Sie können außerdem einfach zwischen einer Tastatureingabe und Spracheingabe wechseln. Befehle wie „Neuer Absatz“ oder „Alles in Großbuchstaben“ können Sie ebenfalls einfach anweisen und dadurch den Text strukturieren.

Audioaufnahmen sind dagegen viel flexibler, gerade bei Besprechungen und Interviews oder wenn Sie einfach erst Ihre Gedanken sammeln wollen.

Notizen oder Sprachmemos nutzen?

Für das Erstellen und Verwalten von Sprachnotizen sind vor allem zwei vorinstallierte Apps zu empfehlen: Notizen und Sprachmemos.

Sprachmemos ist die ältere und funktionsreichere App und bietet viele interessante Zusatzfunktionen. Notizen ist dagegen als allgemeiner Informationsverwalter deutlich überlegen. Hier können Sie zudem zahllose Aufnahmen sammeln, mit Text ergänzen und mit Bildern und anderen Medien verknüpfen.

Die Bedienung ist dabei fast identisch. Offensichtlich hat Apple Funktionen von Sprachmemos in Notizen integriert – allerdings bei weitem nicht alle.

Sie können auch beide Apps parallel nutzen: Eine in Sprachmemos erstellte Sprachdatei kann etwa direkt in Notizen exportiert werden, umgekehrt ist dies aber ebenfalls möglich. Sie können die Sprachnotiz per Drag-and-drop auf das Programmfenster von Sprachmemos ziehen.

Als Faustregel würde ich empfehlen, alle längeren und komplexeren Aufnahmen mit Sprachmemos zu erstellen. Diese können Sie hier auch einfacher nachbearbeiten und optimieren.

Ideal ist die App Notizen etwa für ein größeres Projekt, Vorlesungen oder Besprechungen: Sie können während einer Vorlesung oder Sitzung Notizen machen – und eine Aufnahme per iPad oder iPhone mitlaufen lassen (sofern dies erlaubt ist!).

Dank Apple Intelligence wird Ihnen in Notizen nach der Aufnahme sogar eine Zusammenfassung des Inhaltes als Vorschau-Text angezeigt. Das ist sehr hilfreich, um bei Dutzenden Aufnahmen den Überblick zu behalten.

Dank KI erhalten Sie in Notizen sowohl eine Zusammenfassung als auch eine komplette Mitschrift der Audiodatei.

Stephan Wiesend

Sprachaufnahmen bearbeiten

Ein Vorteil gegenüber Notizen: Die App Sprachmemos bietet mehr Bearbeitungsmöglichkeiten. Über ein Bearbeiten-Fenster ist das Optimieren, aber auch schnelles Kürzen einer Aufnahme möglich.

Dazu müssen Sie zuerst die Datei auswählen und auf das Wellen-Symbol klicken. Sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPhone öffnet sich nun die Datei in einem neuen Fenster.

Oben rechts sehen Sie drei Werkzeug-Buttons.

Stephan Wiesend

Tippen Sie jetzt auf das Beschnitt-Symbol, ein kleines Viereck. Sie erhalten dann eine Ansicht für das Kürzen der Aufnahme. Unter iOS ist diese Funktion etwas versteckt. Sie müssen zuerst auf einen Button mit drei Punkten tippen.

Sprachmemos bietet eine Funktion zum Kürzen einer Aufnahme.

Stephan Wiesend

Auch der Import von Dateien ist möglich. Am Mac können Sie eine in Notizen erstellte Sprachaufnahme einfach per Drag-and-drop in die App Sprachmemos importieren, umgekehrt geht dies ebenfalls.

Über ein Symbol mit drei Reglern rufen Sie eine weitere Funktion auf: Zwei Filter für die Optimierung der Dateien verbessern auf Wunsch die Tonqualität und blenden Stille aus. Diese Filter werden allerdings nur beim Abspielen der Sprachaufnahmen verwendet, die Datei selbst bleibt unverändert und bei einem Export werden sie nicht angewendet. Auch das Wiedergabetempo können Sie hier festlegen.

Über die Optionen können Sie festlegen, dass beim Abspielen Stille übersprungen und der Klang verbessert wird.

Stephan Wiesend

Sprachmemos eignen sich übrigens nicht nur für Sprachaufnahmen, sondern auch für Musikaufnahmen, etwa um einen eigenen Song aufzunehmen oder einen Auftritt mitzuschneiden – falls das die Band erlaubt hat.

Über die Voreinstellungen der App haben Sie dabei die Wahl zwischen zwei Audio-Qualitäten: Für Sprachaufnahmen genügt die vorgegebene Einstellung „Komprimiert“ vollauf, für Musikaufnahmen oder andere wichtige Aufnahmen können Sie bei Sprachmemos die Qualität „Verlustfrei“ nutzen. Die Aufnahme erfolgt dann in Apple Lossless. Sogar mehrere Spuren werden unterstützt, dazu aber später mehr.

Komplette Transkription einer Sprachaufnahme

Für das Abtippen von Sprachaufnahmen mussten Sie früher eine Sekretärin bezahlen oder die umständliche Arbeit selbst übernehmen. Heute kann dieses Transkribieren glücklicherweise eine KI übernehmen. Sprachmemos und Notizen bieten beide eine automatische Transkription der Aufnahmen. Bei iPhones ab dem iPhone 12 kann die Aufnahme in einen Textmitschnitt umgewandelt werden. Auch Macs ab dem M1-Chip bieten diese nützliche Funktion.

Diese Transkription bleibt allerdings in der jeweiligen App gespeichert, sie geht bei einem Export verloren. Eine ähnliche Transkription steht übrigens auch über die App Podcasts zur Verfügung: Die aktuelle Version der App kann Ihnen dank KI-Transkriptionen den Text eines Podcasts anzeigen.

Haben Sie eine Aufnahme erstellt, ist diese Funktion aber etwas versteckt: Sie müssen eine Datei mit einem Doppelklick öffnen, dann wird ein Bearbeiten-Fenster eingeblendet. Hier können Sie nun mit dem Anklicken eines Sprechblasen-Symbols (das nur auf unterstützten Geräten eingeblendet wird) die Transkription aufrufen. Den Text können Sie durchsuchen und auch in die Zwischenablage kopieren und in die Notiz einfügen.

Es gibt aber einen Haken: Apples Software dient offensichtlich vor allem dazu, eine Zusammenfassung der Sprachdatei zu erstellen. Sie wurde anscheinend vordergründig auf Geschwindigkeit optimiert, weniger auf Genauigkeit. Die Analyse dauert nur Sekunden, macht aber nach meiner Erfahrung auch viele Fehler – gerade bei Aufnahmen mit mehreren Sprechern und mäßiger Tonqualität.

Die Transkriptionen sind gut geeignet, um Audioaufnahmen zu sichten und für eine Suchfunktion nutzbar zu machen, weniger für die Weitergabe oder eine Veröffentlichung.

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Sind andere KIs besser bei der Transkription?

Geht es um die möglichst exakte Umwandlung einer Sprachaufnahme in einen Text, sollten Sie statt Apple Intelligence eine aufwendigere Lösung wie Gemini oder ChatGPT nutzen. Diese Lösungen sind langsamer, sie liefern aber auch deutlich exaktere Ergebnisse und sorgen für gut nutzbare Texte.

Ein weiterer Vorteil: Sie können weitere Vorgaben machen, etwa mit einer Vorgabe wie „Verbatim“ die gewünschte Genauigkeit steuern. Eine aktuelle KI kann auf Wunsch sogar mehrere Sprecher identifizieren. Wenn Sie etwa einen Mitschnitt einer Konferenz in Text umwandeln, versucht die KI, Sprecherwechsel zu erkennen und das Gesagte einem Sprecher zuzuordnen. Gerade bei einer Besprechung ist das sehr hilfreich. Apple Intelligence beherrscht dies leider bisher nicht.

In einer Stichprobe habe ich eine Aufnahme einer Redaktionskonferenz mit Apple Intelligence und Gemini transkribieren lassen. Die Ergebnisse von Gemini waren dabei um Längen besser.

Wie kann ich Sprachdateien sortieren und durchsuchen?

Transkriptionen lösen noch ein anderes Problem von Sprachdateien: Durch die Texterkennung werden nicht nur Zusammenfassungen erstellt, die Sprachdateien werden dadurch auch durchsuchbar. Liegt eine Transkription vor, können Sie die Notiz aufrufen und die Transkription gezielt durchsuchen. Sie müssen die Funktion aber erst über den Button mit den drei kleinen Punkten aufrufen.

Sie können ein Transkript auch durchsuchen.

Stephan Wiesend

Schnellste Methode: Textnotiz gleich mit Siri anlegen

Sie wollen am iPhone nur eine kurze Notiz anlegen, etwa als Einkaufserinnerung? Dann ist das viel geschmähte Siri noch immer die beste Lösung.

Das Schlüsselwort hierfür lautet „Notiz“. Nach Aktivierung von Siri geben Sie dazu einfach den Sprachbefehl „Notiz Neues Waschmittel kaufen“. Sofort wird eine Notiz mit dem Inhalt „Neues Waschmittel kaufen“ erstellt.

Gut: Diese Funktion ist auch bei gesperrtem Bildschirm verfügbar. Allerdings eignet sich diese Funktion nur für kurze Texte, die Sie ohne längere Unterbrechungen sprechen müssen – die erste Unterbrechung beendet das Diktat. Achten Sie außerdem darauf, dass die Erstellung der Notiz bestätigt wird.

Sie können mit Siri eine Notiz erstellen.

Stephan Wiesend

Sprachaufnahme an andere App weitergeben

Notizen ist vor allem für das Sammeln von Informationen ideal, für die Ausarbeitung gibt es oft bessere Apps. Über die Funktion „Anhang sichern“ oder Drag-and-drop können Sie die Datei exportieren. Für die Aufbesserung von Sprachaufnahmen können Sie jedes beliebige Audio-Programm nutzen, ich nutze etwa gerne den kostenlosen Editor Ocenaudio.

Audiodateien können Sie übrigens aus Notizen per Drag-and-drop in Sprachmemos importieren. Das funktioniert auch mit anderen Audiodateien, die Datei muss aber als m4a-Datei vorliegen.

Beim Exportieren aus Notizen wird immer eine AAC-Datei mit der Dateiendung m4a erzeugt. Sprachmemos bietet da mehr Optionen und erstellt auf Wunsch verlustfreie Audiodateien. Sie erhalten beim Export dann eine Datei im Format Apple Lossless.

Mit externem Mikrofon aufnehmen

Dank guter Mikrofone hat das iPhone eine großartige Aufnahmequalität (das iPhone Pro hat dabei übrigens die Nase vorn). Aber auch ein aktuelles Macbook Neo kann mit dem integrierten Mikro überraschend gute Sprachaufnahmen erstellen, wie wir beim letzten Test feststellten. Wollen Sie einen Mac Mini mit Mikrofon nutzen? Dann brauchen Sie nur Airpods oder ein einfaches Headset!

Sie können aber auch jedes Profimikrofon mit Sprachmemos und Notizen nutzen. Von der besseren Mikrofonqualität profitieren übrigens auch die Diktier- und Transkriptions-Funktionen!

Zweite Ebene zu einem Sprachmemo hinzufügen

Es gibt auch einige ungewöhnliche Funktionen. So können Sie in Sprachmemos eine Sprachaufnahme mit zwei Ebenen – oder Tonspuren – aufnehmen und verwalten. Das funktioniert aber nur auf einem aktuellen iPhone ab dem iPhone 16 Pro und neuer (nicht auf dem iPhone 17e).

Gedacht ist diese Funktion vor allem für Musiker, die Gesang oder auch eine Sprechstimme über eine Instrumentalaufnahme legen wollen – etwa eine bereits vorliegende Gitarrenaufnahme.

Für das Ergänzen einer zusätzlichen Tonspur rufen Sie in der App Sprachmemos die Liste der Aufnahmen auf und starten über den Button mit dem Wellen-Symbol die Anzeige der Wellenform.

Neuere iPhones unterstützen zwei Tonspuren.

Apple

Hier sehen Sie bei unterstützten iPhones ein Plus-Symbol und können eine zweite Ebene hinzufügen – das Aufnahmesymbol zeigt dann eine kleine „2“ an.

Diese Aufnahmen mit zwei Ebenen werden in der Aufnahmeliste mit zwei kleinen Vierecken gekennzeichnet. Über die Bearbeiten-Funktion können Sie die beiden Ebenen auf Wunsch kombinieren. Hier bieten unterstützte iPhones die Option „Kombination von Ebenen“. Wollen Sie sie später separat bearbeiten, sehen Sie die Option „Ebenen trennen“.

Ziehen Sie diese Aufnahme später in das Profi-Programm Logic Pro, werden die Ebenen übrigens automatisch als eigene Spuren geöffnet.

Fazit

Sprachmemos und Notizen sind erstklassige Tools für die Verwaltung von Audiodateien. Für schnelle Aufnahmen würde ich Notizen empfehlen, planen Sie aber längere Nachbearbeitungen oder Ergänzungen, sind Sprachmemos die bessere Wahl.

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