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iPad: Der Anfang vom Ende ist da

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] April 22, 2026
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Im Laufe dieses Jahres wird das Macbook Pro voraussichtlich eine seiner bedeutendsten Veränderungen bisher erfahren und mit einem OLED-Touchscreen ausgestattet werden. Etwa zur gleichen Zeit wird das iPhone Fold erstmals einen Bildschirm in Tablet-Größe auf Apples Smartphone bringen.

Jahrelang hat Apple der Versuchung widerstanden, iPad-Funktionen auf seinen anderen Geräten zu kopieren. Das iPad Pro kann dank seines Chips der M-Serie, des Magic Keyboard und von iPadOS 26 im Grunde ein Macbook nachahmen, doch keines der anderen Apple-Geräte kann mit den Fähigkeiten des iPads mithalten. Das iPhone ist zu klein. Der Mac ist zu sehr auf die Tastatur ausgerichtet.

Während sich Apples Laptops und Tablets jedoch weitgehend parallel entwickelt haben, scheinen sie nun auf Kollisionskurs zu gehen. Der sich abzeichnende Strategiewechsel deutet darauf hin, dass Apple hinter den Kulissen heute bereits anders denkt als all die Jahre zuvor. iPads und Macbooks übernehmen aktiv Hardware- und Softwarefunktionen voneinander, und bei diesem Tempo könnten sie realistisch gesehen innerhalb weniger Generationen zu einem einzigen Produkt verschmelzen.

Ähnlich wie das iPhone den iPod überflüssig gemacht hat, scheinen Apples kommende Touchscreen-Produkte allmählich dem iPad das Grab zu schaufeln.

Ein neues Pro-Modell auf dem Markt

In den letzten Jahren haben Apples Tablets laptopähnliche Funktionen erhalten, sodass Nutzer sie als hybride Desktop-Geräte verwenden können. Das iPad Pro verfügt jetzt über den M5-Chip aus den Macs, eine im Querformat angeordnete Frontkamera und Unterstützung für das Magic Keyboard, das ein reaktionsschnelles Trackpad beinhaltet. Das Modell der nächsten Generation könnte sogar ein fortschrittliches Wärmemanagementsystem einführen, um anspruchsvollere Rechenaufgaben zu bewältigen. Es ist ziemlich klar, dass Apple möchte, dass das iPad Pro mittlerweile wie ein Laptop aussieht und funktioniert.

Unterdessen wird das neu gestaltete Macbook Pro wahrscheinlich ein schlankeres Gehäuse und einen OLED-Touchscreen bieten, wodurch sich sein Formfaktor dem eines iPad Pro annähert. Ganz zu schweigen davon, dass Apple-Quellcode in der Vergangenheit offenbart hat, dass das Unternehmen 5G-fähige Macbooks testet, sodass das überarbeitete Modell möglicherweise auch ein hauseigenes Mobilfunkmodem enthalten könnte.

Ein Macbook mit Touchscreen ist ein Schritt näher, das iPad Pro überflüssig zu machen.

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Was die Hardware angeht, haben wir es also mit zwei sehr ähnlichen Geräten zu tun. Doch nicht die Hardware unterscheidet das Macbook vom iPad, sondern die Software. iPadOS 26 hat bereits eine Vielzahl von macOS-Funktionen eingeführt, darunter einen richtigen Cursor, eine Menüleiste, Ampelsymbole, Hintergrundaufgaben, flexiblere App-Fenster usw. Das Betriebssystem lässt nun auch bestimmte Desktop-Apps von Apple und Drittanbietern laufen, wie beispielsweise professionelle Medienbearbeitungsprogramme.

Dennoch handelt es sich letztlich um ein mobiles Betriebssystem, das kein Sideloading von Apps, Mac-exklusive Software, Terminalbefehle, umfangreiche Dateiverwaltung und so weiter unterstützt. Andererseits wird das Macbook Pro mit Touchscreen Berichten zufolge eine für Touch optimierte Benutzeroberfläche bieten, die sich dynamisch an Benutzereingaben anpasst. Das Betriebssystem wird offenbar größere Schaltflächen anzeigen, wenn Benutzer auf das Display tippen, und zum klassischen Erscheinungsbild zurückkehren, wenn sie sich für die Point-and-click-Eingabe entscheiden.

In diesem Fall könnte macOS 27 die Software-Lücke zwischen Macs und iPads effektiv schließen, indem es das Beste aus beiden Welten bietet: fortschrittliche Desktop-Funktionen und ein einfacheres Layout für Touch-Bedienung.

Das Neo ist das neue Air

Mit dem Macbook Neo, das für 699 Euro (bzw. 499 Euro im Bildungsshop) angeboten wird, lockt Apple Schüler und Jugendliche dazu, sich für einen Mac statt für ein iPad als erstes Schulgerät zu entscheiden. Für denselben Preis können sie entweder ein 11-Zoll-iPad Air oder ein Macbook Neo kaufen. Wenn es darum geht, Arbeit zu erledigen, liegt die Wahl auf der Hand.

Kinder, die sich vielleicht ein iPad Air gewünscht hätten, werden sich nun wahrscheinlich für ein Macbook Neo entscheiden.

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Sollte das Pro mit Touchscreen erfolgreich sein, wird es mit ziemlicher Sicherheit auch auf das Air und das Neo ausgeweitet werden, was den Kauf eines iPad-Einsteigermodells noch schwerer zu rechtfertigen macht. Wir haben dies bereits beim iPhone X gesehen, das zunächst als High-End-Modell neben dem iPhone 8 auf den Markt kam, aber schnell auf günstigere iPhones wie das iPhone XR und das iPhone 11 und schließlich auf das günstigste iPhone 16e ausgeweitet wurde.

Das Gleiche gilt für das iPad Mini, das Gefahr läuft, vom iPhone Fold in den Schatten gestellt zu werden. Zum einen erhält iPadOS zunehmend desktopähnliche Funktionen, die auf größeren Bildschirmen sinnvoller sind. Und wer ein kleines, buchähnliches Tablet möchte, wird sich sicherlich stattdessen für ein iPhone Fold entscheiden, das voraussichtlich etwa so viel kosten wird, wie man für ein mini und ein iPhone Pro bezahlen würde.

Ein langsamer Niedergang

Es ist wahrscheinlich, dass der Mac länger bestehen bleibt als das iPad.

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Natürlich wird Apple nicht einfach nächstes Jahr plötzlich aufhören, iPads herzustellen. Während der Großteil von Apples Umsatz aus iPhones, Services, Wearables und Macs stammt, dominiert das iPad weiterhin den Tablet-Markt und wird vorerst nicht verschwinden. Das Macbook Pro mit Touchscreen, das noch in diesem Jahr oder Anfang 2027 auf den Markt kommt, ist nur ein weiterer Schritt. Apple brauchte etwa 15 Jahre, um den iPod nach der Einführung des ersten iPhones aus dem Sortiment zu nehmen, und hier wird es wahrscheinlich einen ähnlichen Weg einschlagen.

Doch die Zeichen stehen auf Sturm. Nach mehr als 15 Jahren sieht sich das iPad endlich ernsthafter Konkurrenz gegenüber – nicht von Tablet-Herstellern anderer Marken, sondern von Apple selbst. Und wie wir bereits gesehen haben, endet diese Geschichte nie gut.

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