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Das iPhone wird zum Münchner Kindl

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] April 17, 2026
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Um Gerüchten vorzubeugen: Nein, ich suche keinen neuen Job. Und abermals nein: Falls doch, würde ich nicht bei Apple anheuern. Hätte etwas von einem Seitenwechsel, das ist nicht jedermanns Sache. Und dreimal nein: Trotz meines Diploms in Physik aus dem Jahre 1997 (oder gerade wegen der Jahreszahl auf der Urkunde) bin ich nicht qualifiziert, um als Ingenieur in Apples europäischem Chip-Design-Zentrum hier in München anzuheuern.

Dennoch lese ich interessiert immer wieder mal in Stellenanzeigen und Businessnetzwerken rein. Wer heuert in der Branche gerade an, wer dürfte eher am Feuern sein? Sucht der Ex-Kollege auf seinem neuen Posten gerade Mitarbeiter oder ist die Ex-Kollegin bereit für ein neues berufliches Abenteuer, zieht eventuell sogar eine Rückkehr zu uns in Betracht? Und welche Art von Personal sucht eigentlich Apple gerade?

Wie zuvor erwähnt: Nicht, dass ich mich dort bewerben wollte oder könnte. Aber aus den Stellenanzeigen kann man etliche Rückschlüsse darauf ziehen, was denn in den geheimen Laboren in Cupertino, München und anderswo gerade in Arbeit ist. So hatten wir und andere auf Apple spezialisierte Publikationen in der Vergangenheit allein aus den öffentlich zugänglichen Stellenangeboten Apples schließen können, dass an dem Gerücht mit dem Apple Car offenbar etwas dran ist. Apple selbst hat sich nie dazu geäußert, sucht aber auch seit Jahren nicht mehr nach Ingenieuren mit Expertise in der Fahrzeugentwicklung.

In dieser Woche bin ich via Xing auf ein interessantes Stellenangebot von Apple gestoßen: Sie suchen einen leitenden Entwickler (m/w/d) für Bildsensoren. Das kommt nicht überraschend, wie auch in der Stellenanzeige steht, ist das iPhone die populärste Kamera der Welt, und damit sie das auch bleibt, steckt Apple weiterhin Zeit und Geld in die Verbesserung der Komponenten und der Software. Überrascht hat mich nur der Standort, für den Apple Personal sucht: München.

Bisher hatte der iPhone-Hersteller zwar stolz auf sein europäisches Chip-Design-Zentrum verwiesen, dazu aber nur erklärt, man arbeite dort an Kommunikationschip und dem Energiemanagement. Ich wurde nie müde, zu betonen, dass Apples Mobilfunkmodems C1 und C1X sowie der Bluetooth-WLAN-Chip N1 eine Münchner Geschichte haben – von Siemens über dessen Tochter Infineon und den zeitweiligen Besitzer Intel ist die Modemsparte erst 2019 zu Apple gekommen. Neu ist mir aber, dass Apple jetzt in München auch an Chips für künftige iPhone-Kameras schraubt.

Dabei ist das an sich beinahe zwangsläufig: In München ist nicht nur seit 1945 Siemens beheimatet, aus dessen Geschäften Apples Modemsparte hervorging, sondern München ist auch die Stadt des Wirkens des Optikers Joseph von Fraunhofer. Dieser gilt als Vater des wissenschaftlichen Fernrohrs. Eine seiner wesentlichen Erfindungen, das Fraunhofer-Objektiv, ist heute Bestandteil einer jeden Kamera, deren Objektive nicht nur aus einer Linse bestehen, sondern, wie etwa beim iPhone, aus bis zu zehn. Der Nutzen dieser Anordnung ist immens: Nur so können optische Abbildungen keine Farbfehler mehr aufweisen, respektive chromatische Aberration. Denn die Lichtgeschwindigkeit in Medien wie Glas hängt von der Wellenlänge ab. Rotes Licht wird anders gebrochen als blaues.

Eine weitere Erkenntnis des in Straubing geborenen Wissenschaftlers und Erfinders: Das Spektrum des Sonnenlichts weist verdächtige Lücken auf. Bei vielen, genau definierten Wellenlängen ist kein Licht zu sehen, sondern nur ein schwarzer Strich – heute Fraunhoferlinien genannt.

Fraunhofer konnte den Quantenmechanismus dahinter nicht kennen, erkannte aber, dass diese Linien bei exakt den Wellenlängen liegen, die man mit bestimmten Substanzen in Verbindung bringen konnte, etwa dem Licht brennenden Natriums.

Heute können wir aus den Linien nicht nur daraus schließen, welche Elemente in den Sternen enthalten sind, deren Spektren wir untersuchen, sondern auch, wie schnell sie sich relativ zu uns bewegen. Denn die markanten Natriumlinien bei 589,0 und 589,6 Nanometern sind nur im Sonnenlicht genau dort. Im Licht von Sternen sind sie entweder in den blauen, kurzwelligen Teil hin verschoben, oder in den roten, den langwelligen.

Der Grund ist der optische Dopplereffekt: Licht, das uns näherkommende Objekte emittieren, ist ins Blaue verschoben, das Licht der sich entfernenden ins Rote. Je schneller sich Galaxien von uns entfernen, umso weiter weg sind sie. Das Wissen über das Universum, das Leben und einfach alles hat eines seiner wesentlichen Standbeine auf Fraunhofers Erkenntnissen errichtet.

Was dem iPhone dann noch fehlt, um als Münchner Kindl durchzugehen, ist eine passende Farbe. Die der Stadt sind schwarz und gelb, aber ich würde mich auch nicht gegen ein weiß-blau-rautiertes iPhone oder eines mit einem rot-weißen Trikot wehren. Einstweilen freue ich mich aber auf ein iPhone 18 Pro in Dunkelrot, mit Modemchip aus München.

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