Hinter dem Mond hat das iPhone keinen Empfang
Wie unwichtig wir Menschlein im kosmischen Maßstab sind, hat uns in dieser Woche eindrucksvoll die Artemis-Mission vorgeführt. Stolz gingen die drei Raumfahrer und die eine Raumfahrerin, die drei US-Bürger und der eine Kanadier sowie die drei Weißen und der eine Schwarze dahin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.
Nun ja, sie gingen nicht, sie flogen in einer recht engen Kapsel namens Orion, zu viert. Und hinter dem Mond waren schon andere Menschen gewesen, nur ist die Bahn bei der Artemis-II-Mission etwas weiter gespannt als es zuletzt bei den Apollo-Missionen war. Was das Erreichte keineswegs schmälert.
Ohne Frage beweist diese Mission wieder einige Fakten, die manche Leute, die eigentlich auf den Mond geschossen gehörten (selbstverständlich ohne Rückfahrticket), einfach nicht akzeptieren wollen. Ohne internationale Kooperation kann es keine Raumfahrt geben, die den Mond, den Mars und die Welten dahinter zum Ziel hat. Weiter: An Bord der Kapsel sind Menschen, es ist vollkommen egal, welchem Geschlecht sie angehören, welche Hautfarbe sie haben oder welche Religion sie praktizieren. Es zählen Mut, Wissen und Vertrauen.
Dritter Fakt: Die Erde ist nicht flach, ebenso wenig wie der Mond. Und was man weiß, seitdem man Pink-Floyd-Alben vom ersten bis zum letzten Herzschlag durchgehört hat: Es gibt keine dunkle Seite des Mondes. Es ist aber auch nicht alles immer dunkel, wie der Hausmeister der Abbey-Road-Studios erzählt. Das gilt jedoch für die Krater an den Polen, sodass dort kristallines Wasser zu finden sein könnte, das einst mit Kometen auf dem Erdtrabanten einschlug.
Es gibt aber eine Rückseite des Mondes und die wird für Missionen, die weit ins All hinaus zielen, von enormer Wichtigkeit sein. Denn auf der erdabgewandten Seite stören keine elektromagnetischen Wellen irdischen Ursprungs. In aller Ruhe und ungestört von bedrückenden Nachrichten kann man sich dort der Erforschung des Alls widmen.
Abschließend der wichtigste Fakt: Geht man auf außerirdische oder gar interstellare Reisen, sollte man ein iPhone mit dabei haben.
Gut, zur Steuerung des Raumschiffes mag es zwar ausreichende Rechenleistung bieten – die Apollos waren mit weit weniger Computerpower unterwegs –, aber dafür ist es natürlich nicht gemacht. Der Traum von Spaceshipplay als Erweiterung von Carplay Ultra ist schnell ausgeträumt. Zur Navigation jenseits der Erde taugen die ihm iPhone verbauten Techniken keineswegs. Der Kompass ist mangels Magnetfeld auf dem Mond und um ihn herum komplett nutzlos und GPS-Satelliten umkreisen derzeit nur die Erde, aber (noch) nicht den Mond.
Die Sternkarten, die man mit Apps wie Star Walk auf das iPhone bekommt, sind jedoch auch in der Mondumlaufbahn noch weitgehend korrekt, so nah ist man noch an der Erde. Nur wenn man in einer solchen Karte den Mond sucht, wird man ihn an einer komplett anderen Stelle als im Gesichtsfeld finden, und der seltsame und recht große blaue Planet dort vor dem Fenster ist in keiner Karte verzeichnet.
Die neusten Apple-Arcade-Spiele werden die drei Astronauten und die eine Astronautin auch nicht auf ihren iPhones zocken, gerade Weltraumballerspiele sind in der Mondumlaufbahn komplett langweilig, wenn weit und breit keine feindlichen Schiffe aufkreuzen. Außerdem ist die Realität hinter den Bullaugen des Raumschiffes weit faszinierender als jede Star-Trek-Folge und ihre Gaming-Varianten.
Ich denke auch nicht, dass jemand auf seinem iPhone einen Kalorienzähler installiert hat, um auf den Reisetagen die Raumfahrernahrung zu protokollieren. Die drei Herren und die Dame sind so fit, dass sie sich um ihre Ernährungsgewohnheiten keine Sorgen machen dürften. Dann darf es auch mal ein Mundvoll Nuss-Nugat-Creme sein, die verliert auch in der Schwerelosigkeit nicht ihre Haftbarkeit und ließe sich leicht aus dem Glas löffeln. Das Nutella-Glas dürfte wirklich mitgeflogen sein, und wurde nicht von KI oder einem menschlichen Schelm eingefügt.
Überhaupt regt die Mission mal wieder die Fantasie von Witzbolden aller Art an. Ich habe schon Leute vom Wasserwerk auf einem Mondkrater herumstehen sehen, um das Auffinden von Wassereis dreht sich schließlich eines der Missionsziele. Viele Memes drehen sich um die lange defekte Toilette an Bord, die aber nicht weniger ist als ein technisches Meisterwerk und nun perfekt zu funktionieren scheint.
Besonders gut gefällt mir aber ein Prisma, welches das Sonnenlicht in Regenbogenfarben aufspaltet. Ohne Pink Floyd kann eine Mission zu dunklen und hellen Seiten des Mondes auch nicht auskommen. Ich hoffe mal, die vier Fernreisenden haben sich ihre Lieblingsalben auf ihre iPhones laden dürfen und hören „Eclipse“, während die Erde die Sonne verdeckt.
Zum Musikhören haben die drei Männer und die eine Frau an Bord sicher mehr Zeit und Muße als zum Schauen von Apple TV auf ihren iPhones, wobei „For All Mankind“ sicher eine große Menge an Zerstreuung und Gesprächsstoff bieten würde. Denn das wesentliche Ziel von Artemis ist es, in den kommenden Jahren wieder Menschen auf den Mond zu bringen und einige von ihnen ab den 30er-Jahren eine Mondstation errichten zu lassen, etwa 60 Jahre nach dem fiktiven Jamestown aus der zweiten Staffel der Serie, die erst im März in ihre fünfte Staffel gegangen ist.
Nein, das iPhone dient den Mondfahrern und der Mondfahrerin in erster Linie zum Fotografieren, und es gibt wohl keine Kamera mit einem besseren Gewichts-Leistungs-Verhältnis als das iPhone 17 Pro. Praktisch alle anderen Funktionen sind auch abgeschaltet. Wenn die Reisenden nach Hause telefonieren wollen, müssen sie den Bordfunk nutzen. Die iPhone-Fotos haben auch wissenschaftlichen Wert: Es kommen komplett neue Perspektiven hinzu, wenn die Raumfahrer und die Astronautin den Apparat stets griffbereit haben.
Nach der geglückten Mondumrundung sollte der Rest der Reise die pure Freude sein, bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, auch wenn es erst mal Wasser ist, das den Rücksturz zur Erde bremst. Auf die nächste Artemis-Mission könnte dann schon ein iPhone 18 Pro gehen.
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