Erfolg des Macbook Neo stellt Apple vor ein Problem
Vor rund zwei Wochen berichteten wir, dass das Macbook Neo in einigen Konfigurationen fast ausverkauft ist. Das hat sich seitdem nicht geändert, nun ist auch die kleinere Version mit 256 GB ebenfalls erst in zwei Wochen lieferbar.
Selbst Apple hat erkannt, dass Macbook Neo bei den Kunden reges Interesse erregt. Tim Cook erklärte vor zwei Wochen, dass seit dem Start vom Macbook Neo so viele Windows-Nutzer wie nie zuvor auf einen Mac umgestiegen seien. Diese Nachfrage stellt Apple allerdings vor ein Dilemma, wie ein Branchenkenner Tim Culpan in seinem Newsletter erläutert.
Den Preis von 699 Euro für die Einsteiger-Konfiguration des Macbooks Neo konnte sich Apple erlauben, weil der Chip auf der Hauptplatine praktisch kostenlos war: Der A18 Pro nutzt nur 5 GPU-Kerne und ist im Grunde ein Abfallprodukt der iPhone-16-Produktion. Zur Erklärung: Diese verwendeten Binned-Versionen haben die Qualitätssicherung bei der iPhone-Produktion nicht bestanden, wurden aussortiert und mit einem deaktivierten Kern in andere Produkte eingebaut (siehe iPad Air M3, iPad 11 und iPad Air M4).
Die Fertiger Foxconn und Quanta waren damit beauftragt, fünf bis sechs Millionen an Macbooks Neo herzustellen und dann die Produktion einzustellen. Das Macbook Neo hat sich offenbar weit häufiger verkauft als gedacht.
Drei Optionen – alle problematisch
Apple steht wegen dieser Nachfrage jetzt vor einem Problem: Die billigen oder praktisch kostenlosen Prozessoren A18 Pro mit 5 funktionsfähigen GPU-Kernen werden langsam knapp. Cupertino kann jedoch keine weiteren Quellen anzapfen, weil die Produktion des iPhone 16 Pro seit über einem halben Jahr eingestellt ist.
Aus dem Dilemma entkäme Apple laut Culpan auf zwei oder drei Wegen, die aber weitere Probleme bringen könnten. Die offensichtlichste Lösung wäre, das Macbook Neo auslaufen zu lassen und im Spätherbst mit dem Verkauf eines Macbook Neo 2 zu beginnen, das wiederum auf dem aktuell verfügbaren A19 Pro basiert. In diesem Fall würde Apple recht viel Umsatz und viele potenzielle Kunden liegen lassen, die sich jetzt in die Schlange für das Macbook Neo einreihen.
Eine weitere Lösung wäre, TSMC mit der Fertigung von weiteren A18 Pro zu beauftragen. Hier ist das Problem, dass der Fertiger schon auf eine neue Generation beim Fertigungsprozess umgestiegen ist. Ein solcher Auftrag würde zusätzliche Kosten verursachen.
Noch eine mögliche Lösung wäre, die Einsteiger-Konfiguration für 699 Euro auslaufen zu lassen und nur die teurere Version für 799 Euro zu verkaufen. Das würde etwas die Einbußen bei der Marge mit den neu gefertigten Prozessoren mildern, wohl aber auch Kunden abschrecken.
Anhand von diesen Lieferproblemen wird offensichtlich, dass der Erfolg des Macbook Neo selbst Apple überrascht hat. Ein Hauptgrund für seinen Erfolg ist sein niedriger Preis, wofür ein Mac für breitere Zielgruppen attraktiv wird. Würde Apple den Preis erhöhen, würde das Macbook Neo das Schicksal des Macbooks Retina ereilen – ein viel zu teurer Rechner, etwas zu schwach auf der Brust.
Es bleibt aktuell abzuwarten, wie Apple sein Macbook-Neo-Dilemma löst. Wir erwarten jedoch nicht, dass Apple stark die Preise ändert: Die Grenze von 599 US-Dollar bzw. 499 US-Dollar für Bildungseinrichtungen ist besonders in den USA strategisch wichtig, um Geräte an Schulen und Universitäten zu verkaufen. Mit steigendem Preis würde Apple mit einem Schlag diese Kundschaft verlieren.
Aktuell bester Preis: Macbook Neo
Shop
Preis
$599
Jetzt ansehen
Bei Amazon ansehen
Preisvergleich (über 24.000 Shops weltweit)
Produkt
Preis
Preisvergleich von Backmarket
Discussion in the ATmosphere