7 legendäre Apple-Produkte, die ihre Kritiker Lügen gestraft haben
Menschen stehen Veränderungen in der Regel ablehnend gegenüber. Wenn etwas durch einen dramatischen Wandel die Erwartungen übertrifft, neigen sie dazu, negativ zu reagieren und an vertrauten Vorstellungen festzuhalten. Manchmal werden radikale Veränderungen jedoch schließlich zur neuen Norm. Menschen entwickeln sich gemeinsam mit den Gegenständen in ihrer Umgebung weiter, wenn sie erkennen, wie diese ihr Leben auf beispiellose Weise bereichern.
Apple blickt auf eine lange Geschichte des „Think different“ zurück. In den vergangenen 50 Jahren hat das Unternehmen wiederholt Traditionen durch Produkte infrage gestellt, die zunächst nicht für jeden einleuchtend waren. Kritiker griffen diese Produkte an – bis die Verkaufszahlen ein anderes Bild zeichneten.
iPod
Während der iPod (requiescat in pace) nach wie vor eines der ikonischsten Apple-Produkte der Geschichte ist, stieß seine Einführung im Jahr 2001 auf heftige Kritik. Das zunächst knapp 1.000 Mark (und kurz darauf 499 Euro) teure Gerät kam mit mehreren Besonderheiten heraus, zu einer Zeit, als Kunden CD- oder MP3-Player für einen Bruchteil dieses Preises kaufen konnten. Der iPod erforderte eine Firewire-Verbindung und iTunes für die Musikübertragung, was ihn exklusiv für den Mac machte – der damals weniger als 5 Prozent des Marktanteils bei Desktop-Computern ausmachte.
Foundry
In den folgenden Jahren entwickelte Apple den iPod weiter und brachte verschiedene Modelle für unterschiedliche Bedürfnisse heraus. Schon in der zweiten Generation wechselte der iPod von Firewire zu USB, gleichzeitig kam iTunes für Windows heraus. Das Produkt erlebte spätestens mit dem iPod Mini (2004) einen enormen Aufschwung und trug zur Popularisierung des Kaufs digitaler Musik sowie von Mini-Mediaplayern bei. Auch wenn es noch bis 2022 dauerte, bis Apple den letzten iPod verkaufte, ging er schon 2007 im iPhone auf, dem Gerät, das (mindestens) drei in einem war: ein iPod mit großem Touchscreen, ein Telefon und ein bahnbrechendes Internetgerät.
iPhone
Das iPhone ist Apples bekanntestes Produkt, das den Smartphone-Markt mittlerweile weltweit dominiert oder zumindest in vielen Ländern höchst relevant ist. Das war jedoch nicht immer so. Als Steve Jobs am 9. Januar 2007 das ursprüngliche iPhone vorstellte, hatten Kritiker natürlich einige unfreundliche Worte zu sagen.
Foundry
Microsofts damaliger CEO, Steve Ballmer, äußerte sich bekanntlich dahingehend, dass die virtuelle Tastatur nahezu unbrauchbar sei, und deutete an, dass das „überteuerte Gerät“ zum Scheitern verurteilt sei. Die Verantwortlichen bei Blackberry (damals offiziell noch RIM genannt, was für „Research in Motion“ stand) stellten ebenfalls die Seriosität und die Leistungsfähigkeit des Geräts infrage, ganz zu schweigen von den gnadenlosen Schlagzeilen und den negativen Einschätzungen der Technologiejournalisten. Marktanalysten sagten voraus, dass Windows-basierte Smartphones innerhalb weniger Jahre fast den gesamten Markt erobern würden. Helfen Sie mir auf die Sprünge: Was ist ein Blackberry, und wo findet man eigentlich ein Windows Phone?
iPad
Die beliebteste Tablet-Reihe der Welt hatte einen ähnlich umstrittenen Start. Als der bereits schwer kranke Steve Jobs im Januar 2010 das erste iPad der Öffentlichkeit präsentierte, beschrieben viele Kritiker es als bloß ein großes iPhone ohne klar definierten Zweck.
Das Gerät ahmte das Betriebssystem des iPhones weitgehend nach und bot weder ein Dateiverwaltungssystem noch Multitasking-Funktionen oder Unterstützung für Adobes Flash. Auch die Hardware wurde aufgrund des fehlenden SD-Kartensteckplatzes, eines USB-Anschlusses und einer Kamera als eingeschränkt empfunden. Trotzdem verkaufte Apple bis zum Ende des Jahres 2010 Millionen von iPads, die erste Million gar innerhalb der ersten 28 Tage!
Apple
Heute hat Apple ein breites Angebot an iPads mit unterschiedlichen Größen, Rechenleistungen und exklusiven Features. Das Betriebssystem ist ausgereift und unterstützt nun echtes Multitasking, einschließlich Mac-ähnlicher Fensterverwaltung und einer Menüleiste, sowie professionelle Apps der Desktop-Klasse. Auch wenn das Tablet noch einen langen Weg vor sich hat, hat es sich zweifellos als mehr als nur ein großes iPhone erwiesen. Schätzungen zufolge sind etwa die Hälfte aller Tablets weltweit iPads.
Apple Watch
Als die Apple Watch vor über einem Jahrzehnt auf den Markt kam, war sie noch lange nicht so eigenständig wie heute. Das Wearable war für grundlegende Funktionen wie GPS, SMS und Telefonieren sowie die Nutzung von Apps von Drittanbietern stark auf das gekoppelte iPhone angewiesen. Es fehlte ihm zudem eine klare Ausrichtung, da Apple versuchte, es als Luxusartikel zu verkaufen (erinnern Sie sich an die 18.000-Euro-Gold-Edition?), der zudem Ihre Aktivitäten aufzeichnete und als Kommunikationszentrale diente; die Identitätskrise war real.
Foundry
Mittlerweile hält der Akku mit einer einzigen Ladung einen ganzen Tag inklusive der Nacht, das Design wurde bis zur Perfektion optimiert und die oben genannten Mängel hat Apple schon ab der zweiten Generation beseitigt. Die Apple Watch gilt heute für die meisten Gelegenheitsnutzer als die beste Smartwatch und bietet fortschrittliche, lebensrettende Sensoren, eine große Auswahl an Modellen sowie ein ausgereiftes Betriebssystem, das weitestgehend autonom funktioniert. Nur für die Einrichtung benötigt man noch ein iPhone. Sie ist mit Abstand die meistverkaufte Uhr der Welt, wie Apple immer wieder betont.
Airpods
Ebenso zogen die Airpods bei ihrer Vorstellung viel Kritik, Bedenken und sogar Spott auf sich, insbesondere wegen Preisgestaltung, Design, Funktionalität und vielem mehr. Im Jahr 2016 schaffte Apple die Kopfhörerbuchse des iPhones ab und zwang die Nutzer damit zum Kauf von Adaptern oder der 179 Euro teuren Airpods. Damals verglichen viele Kritiker das Design der Airpods mit den Köpfen elektrischer Zahnbürsten und Zahnseidenbehältern. Die Nutzer hatten Angst, sie zu verlieren und ein weiteres Gerät regelmäßig aufladen zu müssen. Einige Rezensenten stellten zudem ihr Preis-Leistungs-Verhältnis infrage, da ihre Klangqualität der von kabelgebundenen Apple-Earpods ähnelte – obwohl sie achtmal so viel kosteten.
Auch die Kompatibilität war ein häufiger Kritikpunkt: Sie funktionierten zwar als Bluetooth-Kopfhörer mit anderen Geräten, doch alle ihre Hauptfunktionen waren nur mit anderen Apple-Produkten nutzbar.
Apple
Heute sind die Airpods für viele iPhone-Nutzer die erste Wahl unter den kabellosen Ohrhörern. Sie bieten beeindruckende Audiotechnologie, präzise Ortung über „Wo ist?“, nahtlose Integration mit anderen Apple-Geräten, verschiedene Produktvarianten, Gesundheitsfunktionen und vieles mehr. Außerdem haben sie die Branche vorangebracht und konkurrierende Marken dazu veranlasst, ihre eigenen kabellosen Ohrhörer zu verbessern.
Chips der M-Serie
2020 leitete Apple den Übergang der Macs von Intel-Prozessoren zu hauseigenen Chip-Designs ein. Dieser Schritt wurde von vielen Kritikern hinterfragt und warf Bedenken hinsichtlich Softwarekompatibilität, Leistung und Energieeffizienz auf. Es stellte sich jedoch heraus, dass Apple auf diese Umstellung bestens vorbereitet war.
Der Vermeidung von Kompatibilitätsproblemen bei Apps diente Rosetta 2 – ein Tool, das für Intel-Chips entwickelte Software auf Macs der M-Serie ausführt. Der Vorgänger hatte seinerzeit von PowerPC auf Intel „übersetzt“. MacOS 27 wird wahrscheinlich die letzte Version sein, die Rosetta 2 unterstützt – das ursprüngliche Rosetta hatte Apple mit OS-X 10.7 Lion aufgegeben. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn alle relevanten App-Entwickler haben ihre Apps bereits so aktualisiert, dass sie nativ auf Apple Silicon laufen.
Ansonsten haben sich die Chips der M-Serie als leistungsfähiger und energieeffizienter erwiesen als ihre Intel-Pendants, da die heutigen Macs die längste Akkulaufzeit aller Zeiten aufweisen und es schaffen, die Konkurrenz in vielen Benchmark-Tests zu übertrumpfen. Ganz zu schweigen davon, dass Macs nun iPhone-Apps ausführen können und iPads mit Mac-Chips ausgestattet sind – alles dank dieses historischen Übergangs.
Macbook Neo
Eines der jüngsten Apple-Produkte, das Skepsis hervorruft, ist das Macbook Neo. Vor seiner Markteinführung bezweifelten viele Kritiker, dass Apple jemals ein neues Macbook für nur 699 Euro (und sogar 599 Euro für den Bildungsbereich) verkaufen würde. Sie hatten auch Zweifel an seiner Leistung, da es mit dem A18-Pro-Chipsatz des iPhone 16 Pro betrieben wird. Viele Beobachter erklärten, ein Laptop mit 8 GB RAM sei nutzlos.
Eugen Wegmann
Apple hat ihnen das Gegenteil bewiesen, indem es tatsächlich bei einem erschwinglichen Preis ein umfassendes Desktop-Erlebnis bietet, mit dem alltägliche Aufgaben ohne Verzögerungen von der Hand gehen. Buchstäblich sagte Tim Cook kürzlich, das Macbook Neo habe einen neuen Allzeitrekord bei Erstkäufern von Macs aufgestellt und macOS bei jüngeren Generationen populär gemacht. In Leistungstests gegen Windows-Laptops in ähnlicher Preisklasse hat sich der auf 8 GB begrenzte RAM als kein Problem erwiesen.
Discussion in the ATmosphere