Macbook Air M5 im Gaming-Test: Wie viel Power hat das kleinste Modell?
Auf einen Blick
Unsere Wertung
Pro
- Ausreichend für gelegentliches Spielen in geringer bis mittlerer Grafikqualität
- Selten Probleme mit Indie-Games
Kontra
- Wird schnell heiß und drosselt schnell
- Wenig Speicher, problematisch für große Spiele
Fazit
Selbst das günstigste Macbook Air M5 ist gut genug, um gelegentlich darauf spielen zu können – sofern Sie mit mittleren Grafikeinstellungen und nicht immer 60 Bildern pro Sekunde leben können. An den Flaschenhälsen hat sich nichts geändert: Die Spielauswahl ist immer noch dürftig, obwohl sie sich stetig vergrößert, und wegen des lüfterlosen Designs wird der Laptop schnell heiß und muss die Leistung drosseln.
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Wenn Sie nicht gerade mit einem Macbook Neo liebäugeln, dann gilt im Apple-Ökosystem das Macbook Air als perfekter Einstieg für diejenigen, die etwas höhere Ansprüche an ihren Laptop haben, für die ein Macbook Pro aber deutlich überdimensioniert und zu teuer ist.
Immer häufiger gehört es jedoch selbst bei einem Macbook dazu, hin und wieder ein bisschen zocken zu können. Ich wollte mir deshalb anschauen, wie viel Gaming mit dem neuen kleinen Macbook Air M5 möglich ist, also mit dem 13-Zoll-Modell.
Keine Angst: Ich werde nicht versuchen, Ihnen ein Macbook Air als Ersatz für einen Gaming-Laptop oder gar -PC zu verkaufen. Wenn Sie primär spielen möchten, sollten Sie sich im Bereich von Windows- und inzwischen sogar Linux-Hardware umsehen. Wenn Ihnen jemand ein Macbook als Gaming-Laptop verkaufen will, sollten Sie die Beine in die Hand nehmen. Vielmehr geht es mir darum, zu zeigen, ob und wie gut Sie auf Ihrem Macbook spielen können, wenn Sie eins für den Alltag kaufen.
Macbook Air M5 – Unterschiede zwischen 13 und 15 Zoll
Wer denkt, die Unterschiede zwischen den beiden Modellen beschränken sich auf die Bildschirmgröße und die Akkulaufzeit, täuscht sich leider, denn in der Basisvariante des kleinen Macbook Air kommt ein anderer M5-Chip zum Einsatz: Das 15-Zoll-Modell bekommt einen Chip mit 10 GPU-Kernen, das 13-Zoll-Modell nur 8. Dafür kostet das Kleine nur 1.199 Euro, das Große bereits 1.499 Euro. Alle anderen technischen Eigenschaften sind jedoch weitestgehend identisch. Für einen ausführlichen Testbericht verweise ich gerne auf den Artikel unseres Autors Thomas Armbrüster.
Für die alltäglichsten aller Aufgaben – Browsen, Streamen, leichte Bild- und Videobearbeitung – werden die zwei fehlenden Kerne keinen Unterschied machen, beim Zocken wirkt sich das aber merklich auf die Grafikqualität aus. Immerhin: Wenn Sie möchten, können Sie das kleine Macbook Air gegen einen Aufpreis von 125 Euro mit demselben 10-GPU-Kern-Chip ausstatten, mit dem das große Modell standardmäßig kommt. Das kostet dann insgesamt 1.324 Euro; aus 300 Euro Preisunterschied werden also nur noch 175 Euro, und dann können Sie auch direkt in einen größeren Bildschirm investieren.
Vergleichen wir die synthetischen GPU-Benchmarks von Geekbench 6, erzielt das Macbook Air M5 mit 15 Zoll 75.251 Punkte, das 13-Zoll-Modell nur 63.844 – ein Unterschied von 15 Prozent, bei immerhin 20 Prozent weniger Kernen. Aber synthetische Benchmarks sind nur die halbe Wahrheit.
Macbook Air M5 – so performt es bei Spielen
Deutlich aussagekräftiger sind Benchmark-Tests, die in Spielen integriert sind. Leider gibt es davon nicht allzu viele, die mit macOS kompatibel sind. Das jüngste ist „Assassin’s Creed Shadows“ von 2025, danach kommen „Total War: Three Kingdoms“ von 2019 und „Shadow of the Tomb Raider“ von 2018 (2019 für macOS veröffentlicht).
Da ich auf dem Macbook Air M5 nur gelegentlich spielen und meine wertvolle Zeit nicht damit verschwenden möchte, in den Grafikeinstellungen herumzustochern, um die optimale Balance aus hohen Bildraten und ansprechender Qualität zu finden, belasse ich alle drei Titel auf den automatisch ermittelten Standardeinstellungen. Bei „Shadow of the Tomb Raider“ ist es „Hoch“, bei „Total War“ im Großen und Ganzen auch, und bei „Assassin’s Creed Shadows“ ist es „Niedrig“ (mit automatischem Upscaler im Performance-Modus). Ich spiele ausschließlich auf dem Macbook, also ohne externen Bildschirm.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Assassin’s Creed Shadows.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Assassin’s Creed Shadows.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Assassin’s Creed Shadows.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Assassin’s Creed Shadows.
Auf den ersten Blick sind die Ergebnisse vielversprechend: „Assassin’s Creed Shadows“, der mit Abstand jüngste und fortschrittlichste Titel mit integriertem Benchmark, hält weitestgehend stabil die 30-FPS-Marke, tendiert aber stellenweise zu kleinen Einbrüchen in die oberen 20er, die sich als Ruckler bemerkbar machen.
Die Stabilität hat einen einfachen Grund: Im Gegensatz zu den anderen beiden Spielen weiß Ubisoft über die Hardware-Einschränkungen von Macbooks Bescheid und begrenzt die Bildraten standardmäßig auf 30 fps. Außerdem spart der Performance-Upscaling-Modus noch etwas Rechenleistung, da Bilder intern teilweise in einer Auflösung von 786 × 512 Pixel gerendert und dann mithilfe von KI auf 1.470 × 956 skaliert werden.
Gerade bei (schnellen) Action-Spielen ist es sinnvoll, die Bildrate möglichst stabil zu halten, da Ruckler das Spielerlebnis deutlich stärker trüben als bei weniger zeitkritischen Spielen wie „Total War“, „Civilization“ und „Baldur’s Gate 3“, wenn Sie das Timing für einen Sprung oder einen Angriff verpassen.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Shadow of the Tomb Raider ohne AMD FidelityFX.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Shadow of the Tomb Raider ohne AMD FidelityFX.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Shadow of the Tomb Raider mit AMD FidelityFX.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Shadow of the Tomb Raider mit AMD FidelityFX.
„Shadow of the Tomb Raider“ kommt bei einem frischen Durchlauf im Schnitt auf 50 Bilder pro Sekunde (fps, frames per second). Solange nicht allzu viel Geometrie und Effekte auf dem Bildschirm dargestellt werden müssen, was besonders auf Innenräume zutrifft, kommt das kleine Macbook Air auch problemlos auf flüssige 60 fps (häufig auch weit darüber). Sobald auf dem Bildschirm mehr los ist, sinkt die Bildrate in den nicht mehr ganz so flüssigen 40-fps-Bereich.
Wirklich problematisch wird das aber erst, wenn sich ruhige und anspruchsvolle Szenen abwechseln. Denn das menschliche Gehirn ist besonders gut darin, Unterschiede zu erkennen, und große Sprünge fallen als Ruckler auf. Wenn die Bildrate stabil bleibt, selbst im 40er-Bereich, fällt das weniger ins Gewicht. Hier wird die Schwachstelle des eingebauten Benchmarks von „Tomb Raider“ deutlich: Die gescripteten Szenen wechseln sich deutlich schneller ab als im tatsächlichen Spiel.
- Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Im Battle-Benchmark von „Total War: Three Kingdoms“ sehen die Ergebnisse zunächst ähnlich aus: Im Schnitt erreicht das Spiel auf dem Macbook Air 51 fps und schwankt insgesamt zwischen 58 und 44 fps. Der Unterschied zu „Shadow of the Tomb Raider“ besteht jedoch darin, dass eine einzelne Szene durchgespielt wird. Selbst im einzelnen Benchmark wird deutlich, dass das Macbook Air im Verlauf von knapp anderthalb Minuten sehr zu kämpfen hat, denn die Bildrate beginnt hoch und sinkt bis zum Ende kontinuierlich. Und genau hier liegt der Teufel begraben.
Abseits von Benchmarks sieht es bei neueren Spielen aber ziemlich gut aus: „Baldur’s Gate 3“, 2024 erschienen, schwankt auf den automatisch eingestellten, niedrigsten Grafikeinstellungen zwischen 50 Bildern pro Sekunde in Kämpfen und an anderen Orten mit vielen Effekten und 80 Bildern pro Sekunde in ruhigen Szenen oder wenn die Kamera sich nicht bewegt. „Civilization 7“, 2025 erschienen, läuft auf mittleren Grafikeinstellungen fast schon erschreckend flüssig, verwehrt aber Metal HUD, dem macOS-internen Tool zum Auslesen von Bildraten und anderen Grafikparametern, den Dienst.
Problemstelle Dauerlast
Während einzelne Benchmark-Ergebnisse durchaus positiv ausfallen, wird die Schwachstelle des Macbook Air erst bei Langzeitbelastung deutlich. Dafür lasse ich den Benchmark von „Total War: Three Kingdoms“ mehrmals hintereinander laufen. Bereits beim zweiten Durchlauf sinkt die durchschnittliche Bildrate auf 45 fps. Beim dritten liegt sie bereits bei 37 fps, wo sie sich in den folgenden Durchläufen einpendelt:
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Ergebnisse des integrierten Benchmarks von Total War: Three Kingdoms.
Zugegeben: Unter einer solch hohen Dauerlast wird Ihr Macbook beim Spielen eher selten stehen. Dennoch zeigt dieser Belastungstest deutlich, dass das größte Problem des Macbook Air – ungeachtet des konkreten Modells – die fehlende aktive Kühlung ist.
Grafikeinstellungen nebensächlich
Wenn Sie Ihr Macbook Air gelegentlich zum Spielen verwenden möchten, sollte Ihnen eins von vornherein bewusst sein: Hohe Grafikeinstellungen sind in der Regel nur bei älteren Spielen möglich.
Screenshot von Civilization 7 auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
Screenshot von Baldur’s Gate 3 auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
Screenshot von Assassin’s Creed Shadows auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
Screenshot von No Man’s Sky auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
Screenshot von Shadow of the Tomb Raider auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
Screenshot von Inzoi auf einem Macbook Air M5 13 Zoll.
„Shadow of the Tomb Raider“ läuft zum Beispiel selbst bei hohen Grafikeinstellungen sehr flüssig, wenn auch nicht mit präferierten 60 Bildern pro Sekunde. „Baldur’s Gate 3“ hingegen läuft nur auf niedrigen Grafikeinstellungen sehr flüssig, sieht dabei aber eben nicht sehr schön aus.
Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele: Wie oben angedeutet, läuft „Civilization 7“ fast schon unverschämt flüssig und sieht dabei auch noch gut aus. Der Sims-Klon „Inzoi“ hingegen, der sich immer noch im Early-Access-Stadium befindet, ruckelt stark und sieht dabei auch nicht besonders gut aus.
Irgendwo dazwischen, aber durchaus positiv überraschend, liegt „Assassin’s Creed Shadows“: Es läuft zwar nicht mit ganz so hohen Bildraten wie „Tomb Raider“, sondern mit einigermaßen stabilen 30 fps, dafür sieht es aber merklich besser aus als „Baldur’s Gate 3“ oder „Inzoi“.
Keine Sorgen müssen Sie sich in der Regel bei Indie-Games wie „Hades 2“ und „Hollow Knight: Silksong“ machen; diese laufen selbst auf M1-Macbooks tadellos.
Kann ich auf dem Macbook Air M5 13 Zoll spielen?
Grundsätzlich kommt selbst günstige Apple-Hardware inzwischen gut mit Spielen klar, allerdings gibt es wie immer Einschränkungen. Wenn Sie beispielsweise das neueste „Call of Duty“ spielen wollen, dann können Sie das nicht, weil es für den Mac einfach nicht existiert. So sieht es auch mit vielen anderen großen Titeln wie FIFA „Sports FC“ aus. In diesem Fall müssen Sie auf Cloud-Gaming-Dienste wie Nvidia Geforce Now zurückgreifen.
Wenn Sie der weniger anspruchsvolle Typ sind und einfach nur in der Freizeit das ein oder andere Spiel spielen möchten, das nicht unbedingt der aktuelle Trend ist, und sich damit abfinden können, dass Sie Spiele nicht auf höchsten Grafikeinstellungen und mit Raytracing spielen können werden, ist selbst das günstigste Macbook Air inzwischen gut genug – zumindest für ältere Spiele, für Indie-Games, aber auch für den ein oder anderen einigermaßen aktuellen Titel.
Wenn Sie gute Grafik und die neuesten Spiele haben wollen, um nichts zu verpassen, dann führt nach wie vor kein Weg an einem Gaming-Laptop mit Windows oder Linux vorbei.
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