App Store besser nutzen: 10 Tipps für schnellere Suche, einfachere Bedienung und niedrigere Kosten
Apples App Store ist eine bemerkenswert unauffällige Anwendung, die oft vernachlässigt wird. Dabei ist kaum eine App für Apple wichtiger, da sie erhebliche Einnahmen generiert und eine Grundlage für den Kontakt mit Nutzern und Entwicklern ist.
Ein wesentlicher Unterschied zum Android-Konkurrenten ist etwa, dass der Zugriff auf den Store nur über eine App möglich ist, nicht über eine Webseite. Apple hat dafür jedoch gute Gründe für diese Einschränkung. So kann Cupertino dadurch ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten und hat volle Kontrolle über die Präsentation der Anbieter.
Auch Anwender sollten sie nicht unterschätzen. Die App verfügt aber über einige versteckte Sonderfunktionen, die jeder kennen sollte.
Preisvergleich: Bezahlung per App-Store oder Hersteller?
Der Kauf einer App im App Store ist schnell und komfortabel, unter Umständen aber auch teurer als nötig. Nicht ohne Grund verbot Apple lange Jahre einen Link zur Hersteller-Homepage oder alternative Bezahlungsmodelle. Bei jedem Kauf per App Store muss der Hersteller nämlich bis zu 30 Prozent Gebühr an Apple zahlen.
Kaufen Sie Ihr Office-Paket oder Ihren VPN-Client über die Hersteller-Homepage, können Sie oft Geld sparen. Mehr noch: Apple verbietet bei App Store-Apps bestimmte Zugriffe auf das System.
Die Version im App Store muss deshalb manchmal auf einige Funktionen verzichten, einige Anwender wie Virenscanner und Systemtools gibt es nur außerhalb des Stores.
Auch viele Rabattangebote von VPN-Anbietern sind nicht über den App Store verfügbar. Aber auch umgekehrt gibt es einige Apps, die im App Store billiger sind oder in einer bestimmten Variante nur dort angeboten werden.
Dies sollten Sie vor dem Kauf besser überprüfen.
Geheimtipp Mac-Kategorien
Der App Store ist schon durch die Fülle an Apps unübersichtlich. Suche ich hier nach interessanten Apps, ist dies nach meiner Meinung recht mühsam. Oft sind die Top-Listen über Jahre mit den gleichen Apps bestückt und die von Apple empfohlenen Apps nur eine winzige Auswahl. Vor allem auf dem iPhone verliere ich da schnell die Übersicht.
Eine gute Alternative ist die Liste der Kategorien. Diese Kategorien werden auch in der Titelleiste eingeblendet. Ein „Inhaltsverzeichnis“ finden Sie unter dem Reiter „Apps“. Scrollen Sie hier zu „Browse Kategorien“. In einer Kachel-Übersicht werden alle Apps nach Kategorien wie Dienstprogramme, Finanzen, Lifestyle und Produktivität aufgelistet.
Statt diese Übersicht zu nutzen, können Sie auch in der Suche eine der Kategorien eingeben, etwa „Finanzen“ oder „Dienstprogramme“
Eine gute Übersicht findet man über die Kategorien.
Stephan Wiesend
Open Source als Alternative?
Was im App Store kaum zu finden ist, sind Open-Source-Programme. Um im App Store zu erscheinen, müssen die Entwickler nämlich viele Vorgaben von Apple erfüllen, etwa eine kostenpflichtige Registrierung als Apple-Entwickler. So wird auch die Open-Source-Lizenz GPL von Apple nicht akzeptiert. Sehr beliebte Apps wie VLC sind aber dennoch im App Store zu finden.
Das kommt für manche Open-Source-Entwickler aber nicht infrage oder ist ihnen einfach zu aufwendig oder zu teuer. Noch immer ist am Mac die direkte Installation von Apps möglich – anders als bei iOS und iPadOS.
Allein auf GitHub gibt es tausende Anwendungen, die es auch in einer Mac-Version gibt. Zusätzlich stehen tausende Kommandozeilen-Tools zur Verfügung, die über das Projekt Homebrew am Mac installiert werden können. Der Paketmanager hat hier fast schon eine Art Monopol.
Diese Auswahl haben Sie beim iPhone oder iPad nicht. Hier gibt es eigentlich nur den App Store als Installationsmöglichkeit. Alternative Installationsangebote wie der AltStore sind zwar mittlerweile erlaubt, haben sich aber bisher nicht etablieren können.
Apps und Jugendschutz
Wollen Sie für ein Kind oder einen Jugendlichen ein iPad oder iPhone einrichten, machen Sie sich vielleicht Sorgen um nicht für Jugendliche geeignete Apps. Hier hat Apple mit iOS 26 letztes Jahr viel verbessert, auch im App Store. So müssen Entwickler angeben, ob ihre Apps nutzergenerierte Inhalte, Messagingfunktionen oder Werbemöglichkeiten enthalten.
Wenn Sie beim Einrichten eines Gerätes unter iOS 26 oder macOS 26 das Alter eingeben, erhält ein Kind unter 16 automatisch einen speziellen Kinder-Account, der auch bei Apps aktiv ist. Auch für Kinder bis 18 Jahre ist diese Account-Art verfügbar, für Kinder unter 14 Jahren wird dies von Apple ausdrücklich verlangt.
Als Standard werden dann altersgemäße Einstellungen verwendet. Kaufanfragen von Apps mit Alterseinschränkungen müssen die Eltern dann jeweils erlauben, sie können die Erlaubnis auch jederzeit widerrufen.
Gut für die Privatsphäre: App-Anbieter erhalten bei App-Käufen nur die Altersspanne übermittelt, nicht das Geburtsdatum. Es gibt zudem im App Store einen geschützten Bereich für Kinder.
Neue Beschränkungen verhindern zudem, dass Kindern unter 13 Jahren Werbung angezeigt wird und Kinder über 13 Jahren personalisierte Anzeigen erhalten.
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So überprüfen Sie App-Bewertungen
Es gibt mittlerweile so viele Apps, dass Sie oft nicht auf Testberichte oder Empfehlungen in der Fachpresse zurückgreifen können. Einzige Anhaltspunkte über die Qualität einer App sind deshalb die Benutzerrezensionen des App Store. Diese sollten Sie aber immer mit viel Skepsis betrachten – sie sind oftmals gefälscht und stammen vom Entwickler selbst. Auch kritische Bewertungen können manchmal falsch sein – und von einem Konkurrenten geschrieben sein.
- Achten Sie auf die Anzahl der Bewertungen: sehr wenige Rezensionen sind ein schlechtes Zeichen, sehr viele Rezensionen kurz nach Erscheinen verdächtig.
- Manchmal ist der Ton der Bewertungen verdächtig, etwa wenn eine Rezension in werblichem Ton die Kernfunktionen auflistet oder mehrere Bewertungen sich stark ähneln.
- Die Sortierung nach Aktualität ist oft nützlich. Manchmal war eine App vor Jahren hervorragend, ist aber gänzlich veraltet.
- Gibt es wenig Rezensionen, können Sie über die App im konkurrierenden Android-Store überprüfen, hier gibt es oft weitere Informationen.
- Die Bewertung bezieht sich auf ein anderes Produkt oder ist reines Lob oder Kritik.
- Achten Sie darauf, die richtige App zu laden. Oft gibt es Nachahmer-Apps mit gleichem Namen. Kurz nach der Einstellung einer beliebten App wie Microsoft Lens erschienen etwa Apps gleichen Namens.
Auf diese Daten von Ihnen greift eine App zu
In der Praxis ist den meisten Nutzern Datenschutz eigentlich eher gleichgültig. Vor Installation einer neuen App sollten Sie aber nach meiner Meinung doch einen Blick auf die Einträge unter „Datenschutz“ werfen.
Seit 2021 muss hier jeder Anbieter angeben, welche Nutzungsdaten er abruft. Schon die Anzahl der Einträge, die Sie hier sehen, ist eine Art Warnsignal. Während etwa der diskrete Browser DuckDuckGo hier nur drei harmlose Einträge hat, sind es bei einem kostenlosen Spiel wie „Brawl Stars“ nicht nur neun Einträge, die mit Ihrer Identität verknüpft werden.
Zusätzlich findet sich ein zusätzlicher Eintrag unter „Daten, die zum Tracking deine Person verwendet werden“.
App‑Daten werden dann mit Daten aus anderen Quellen zusammengeführt und für Werbung genutzt – etwa für zielgerichtete Werbung – oder an Datenbroker weitergegeben. Das stört Sie vielleicht nicht, als mündiger Nutzer sollten Sie sich aber dessen bewusst sein.
Schon die Anzahl der Einträge zeigt, ob eine App guten Datenschutz bietet.
Stephan Wiesend
Vor Jahren gekaufte Apps installieren
Haben Sie eine App gekauft, können Sie sie auch viele Jahre später noch nutzen. Selbst wenn der Anbieter sie nicht mehr über den App Store auflistet, kann sie oft noch neu installiert werden. Der App Store führt nämlich unter Ihrem Account eine vollständige Liste Ihrer jemals installierten Apps und verwaltet die Installationsdateien.
Die Liste aller Apps finden Sie auf dem iPhone unter Account > Apps > Meine Apps. Auf dem Mac finden Sie diese App-Liste über die App-Store-App, ebenfalls unter der Rubrik „Meine Apps“ Ihres Accounts. Hier werden sowohl Mac- als auch Mobil-Apps angezeigt, auf dem iPhone nur die mobilen Versionen.
Auch sehr alte Apps werden noch aufgelistet. Einige davon sind aber nicht mehr installierbar. Das liegt meist daran, dass der Entwickler sie nicht mehr an aktuelle iPhones oder Macs angepasst hat.
Kann eine App noch heruntergeladen werden, sehen Sie neben dem Eintrag ein Download-Symbol. Das ist allerdings keine Gewähr, dass die App noch funktioniert. Oft basieren die Funktionen auf Webdiensten, die längst nicht mehr erreichbar sind.
Alte Apps kann man oft noch installieren.
Stephan Wiesend
So beenden Sie ein Abo
Das Beenden eines Abos ist über den App Store einfach und zuverlässig möglich – ein echter Vorteil gegenüber manchen anderen Anbietern. Bei jedem Abschluss eines Abos werden Sie zudem auf die Möglichkeit hingewiesen, das Abo zu beenden.
Für die Abmeldung müssen Sie nur Ihre Abo-Übersicht öffnen. Auf dem iPhone finden Sie in Ihrem Account ganz oben den Eintrag „Abonnements“. Alle aktiven und bereits gekündigten Abos werden dann aufgelistet – auch alle Abos bei Apple. Aktive Abos können Sie über „Abo kündigen“ nun zum Ablaufdatum kündigen.
Es gibt in Deutschland sogar die Möglichkeit, ein Abo fristlos zu kündigen. Sie erhalten dann eine anteilige Rückerstattung der Kosten. Sie müssen sich dafür aber mit dem Apple Support in Verbindung setzen und die Kündigung per Chat einfordern. Das kann bei einem sehr teuren Abo sinnvoll sein, etwa einem Jahresabo bei Apple.
Hinweis: Diese Option ist auch für viele Demo-Angebote nützlich. Immer mehr Anbieter, auch viele VPN-Dienste, bieten keine „echten“ Demo-Angebote mehr, die sich automatisch beenden.
Wollen Sie einen solchen Dienst oder eine App kostenlos testen, müssen Sie das Abo nach Abschluss oder innerhalb einer Demophase selbst beenden – sonst wird eine Demogebühr fällig. Ich empfehle, das Abo bei diesen Apps gleich zu Beginn der Demo-Periode zu kündigen.
Abonnements verwalten Sie direkt über den Apple Account.
Stephan Wiesend
„Ich will mein Geld zurück“ – so erhalten Sie eine Rückerstattung
Dass eine App nicht so funktioniert, wie erwünscht, kommt leider vor. Auch der versehentliche Kauf einer teuren App ist schnell passiert. In diesem Fall müssen Sie über eine eigene Webseite von Apple eine Rückerstattung verlangen. Sie müssen sich hier mit Ihrem Account anmelden, dann können Sie über ein Formular eine Rückerstattung beantragen.
Alle Käufe der letzten Zeit werden aufgelistet und können ausgewählt werden. Die Rückerstattung wird nach der Beantragung von Apple geprüft, das kann einige Tage dauern.
Über eine eigene Webseite können Sie eine Rückerstattung beantragen.
Stephan Wiesend
So installieren Sie große Apps auf ein externes Volume
Sie haben einen Mac mit zu wenig Speicherplatz? Dann können Sie große Apps auch auf ein externes Speichermedium auslagern.
Es gibt sogar eine eigene Option in der App-Store-App von macOS: Öffnen Sie unter dem Menüeintrag „App Store“ die „Einstellungen“. Hier finden Sie die Option „Große Apps auf eine separate Festplatte laden und installieren“. Haben Sie das Medium ausgewählt, werden fortan große Apps wie Chrome, Games oder Word automatisch dort installiert.
Nutzen Sie eine SSD, ist auch keine Performance-Einbuße spürbar. Gerade für große Games kann diese Option sehr nützlich sein.
Über die Einstellungen der Mac-App App Store können Sie die Installation großer Apps konfigurieren.
Stephan Wiesend
Discussion in the ATmosphere