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Apples wilde Woche stiehlt der Branche die Schau

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] March 6, 2026
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Was war das mal wieder für eine wichtige, ja geradezu wilde Woche für die ITK-Industrie! Welch spannende Ankündigungen es gab, durch die allerlei langfristige Strategien durchschimmerten! Pläne, die aufgingen oder angepasst werden mussten. Und über allem schwebt das Thema KI. Gespannt und gebannt sah die Welt auf Barcelona und den MWC.

Moment, … Barcelona? MWC? Sehen Sie: Nicht einmal ich, der ich beruflich zur Neugier und Informationsaufnahme verpflichtet bin, könnte erklären, ohne etwa auf die Berichterstattung der Kollegen zu schielen, welche bewegenden Dinge die Welt auf dem Mobile World Congress in Barcelona in dieser Woche erfuhr.

Klar, Apple ist da nie zugegen, zumindest nicht in offizieller Rolle, was die Konkurrenz dort zu zeigen und zu vermelden hat, interessiert in der Macwelt eher am Rande. Aber hatte Apple denn nicht diese Woche explizit für seine Vorstellungen neuer Produkte genutzt, um das Interesse von der Show in Barcelona abzuziehen? Zumindest haben die Verantwortlichen, welche die Termine festgelegt hatten, in Kauf genommen, dass selbst auf dem MWC Apple mehr Gesprächsthema bot als die Aussteller auf dem MWC selbst.

Cupertino hatte es auch geschickt angestellt. Letzte Woche schon mit ein paar Andeutungen Lust auf den Montag gemacht, der mit iPhone 17e und iPad Air M4 routinemäßige Updates brachte, die für sich genommen kaum Aufmerksamkeit bekommen hätten. Dann am Dienstag die ersten Knaller: Viele der Spekulationen über eine modifizierte Prozessorarchitektur der M5 Pro und Max haben sich bestätigt, die zugehörigen Macbook Pros glänzen mit Bestwerten, die einem schier die Ohren schlackern lassen.

Auch das Macbook Air M5 schlägt in diese Kerbe und vor allem erfreut Apple inmitten der Speicherkrise damit, den Speicher der Einstiegskonfigurationen deutlich erhöht zu haben, sodass einige Modelle trotz scheinbar gestiegener Preise effektiv sogar günstiger wurden.

Eine schöne Zugabe gab es in Form der Studio Displays auch noch. Die sind mir zwar immer noch zu teuer, insbesondere das XDR-Modell. Aber es kommt inklusive Standfuß! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Am Mittwochnachmittag, als große Teile der Kundschaft schon den Apple Store virtuell stürmten, um ihre Vorbestellungen für die bis dato bekannten Neuheiten zu platzieren, dann noch das absolute Highlight: das Macbook Neo. Die ersten Reaktionen auf den 699-Euro-Laptop sind wahre Begeisterungsstürme. Die Hölle friert zu! Oder auch: Liebe auf den ersten Blick. Ich habe nur deshalb noch keines bestellt (würde zur Version für 799 Euro mit Touch-ID und doppelt so viel Speicher greifen), weil ich mich bei den Farben nicht entscheiden kann. Alle vier wären mir dann doch zu viele.

Ich vermute, dass sich in Cupertino niemand grämte, dass der Name des neuen Modells schon am Dienstag durchgesickert war. Das zog zwar das Interesse von anderen Themen ab, aber eher nicht von Apples Produkten. Sondern eher vom MWC.

Wir hatten schon vor Wochen spekuliert, dass es keine Frühjahrskeynote geben werde, womöglich nie wieder. Apple hat vor fast 20 Jahren dem Prinzip Messe eine klare Absage erteilt („We don’t believe in tradeshows“) und stattdessen auf selbst kuratierte Events gesetzt und seine weltweit rund 500 Apple Stores als Dauerausstellungen betrachtet, die werktäglich mindestens 500-mal so viele Leute anziehen wie früher die Messen.

So gibt es die Macworld Expo schon lange nicht mehr, auch keine von anderen Veranstaltern organisierten Apple-Expos. Die Cebit hat sich aus Gründen selbst überflüssig gemacht, die ausnahmsweise nicht Apple verantworten kann, aber in Hannover hat das Unternehmen aus Kalifornien zuletzt im Jahr 2000 ausgestellt. CES und MWC sind für Apple obskure Akronyme, denen man keine Beachtung schenken muss. Oder doch, falls meine Theorie richtig ist, dass Apple absichtlich die Party in Barcelona gecrasht hat.

Apple hatte seine Absage an die Macworld Expo (letzter Auftritt im Januar 2009) nicht zuletzt mit dem Termin begründet: So früh im Jahr könne man schwerlich Produkte vorstellen, die schon bald im Handel sein würden. Das stimmt ja auch, manchmal musste man Monate auf neue Powermacs oder Powerbooks warten, die Steve Jobs und Kollegen in San Francisco ans Licht der Öffentlichkeit rückten.

Heute lässt sich Apple mit der Premiere eines neuen Produkts so viel Zeit, dass es dieses in der gleichen Woche oder spätestens der darauf in den Handel bringen kann. Völlig neue Produkte wie zuletzt die Vision Pro bilden hier eine Ausnahme, aber auch das iPhone brauchte 2007 fast ein halbes Jahr von der Bühne im Moscone Center in San Francisco bis in den Apple Store in New York.

Es ist jedenfalls eine ganze Menge zusammengekommen in dieser Woche, und doch vermisse ich einiges. Die M5-Chips werfen schon mal gleich die Frage auf, was denn jetzt mit Mac Mini, Mac Studio und iMac wird. Oder wann. Bekommen die auch noch Updates oder erst wieder zum M6 ab Herbst?

Wo bleibt denn das Homepad oder wenigstens aktualisierte Homepods und Apple‑TVs? Da muss aber erst mal Siri einen Entwicklungssprung hingelegt haben, in den ersten Betas von iOS 26.4 fehlt bisher noch jede Spur.

Mal sehen, vielleicht gibt es bald wieder neue Apple-Produkte in geballter Form. Was wäre wohl die nächste Messe, die Apple stören könnte? Die Gamescom im Sommer ist es sicher nicht, das ist mal eine Veranstaltung, auf der der Fragesatz „Apple? Wer?“ öfter fallen könnte, als es Tim Cook und seinen Kollegen gefallen dürfte.

Die nächste wilde Woche Apples steht aber schon im Kalender, die Entwicklerkonferenz WWDC. Ich tippe mal auf Montag, 8. Juni 2026. Dann kommt leider alles zu den 27-Systemen geballt und nicht so schön verteilt wie in dieser Woche.

Die Deals der Woche

iPhone 16e wird deutlich günstiger Klar, sobald der Nachfolger herausgekommen ist, geht der Vorgänger in den Abverkauf. Das iPhone 16e mit 512 GB kostet so bei Amazon derzeit nur 799 Euro. Sie bekommen zwar kein Magsafe und eine rosa Variante gibt es auch nicht, aber das 17e mit dem gleichen Speicher kostet 949 Euro.

iPhone Air zum Schleuderpreis Kaum ein iPhone hatte schon so früh massive Rabatte bekommen wie das iPhone Air. Es scheint ein Ladenhüter zu sein. Das könnte aber die Gelegenheit bieten, in Speicher zu investieren: Das Modell in Himmelblau mit 1 TB Speicher kostet mit 1.179 Euro 31 Prozent weniger als Apples Listenpreis.

Tiefstpreis für Airpods Pro 3 Weder Ladenhüter noch Ausverkauf: Über den Preis von 204 Euro für die Airpods Pro 3 muss man aber nicht staunen, man kann sich auch einfach nur freuen.

Das hat Sie diese Woche neben den neuen Apple-Produkten auch noch interessiert

Apple hat das Killer-Feature für Wearables wohl gefunden Wesentliches Markenzeichen von Apples künftigen KI-gestützten Wearables könnte sein, dass sie anhand von visuellen Wahrnehmungen reagieren können.

iOS 26.3: Diese Fehler und Probleme bestehen iOS 26.3 ist vor drei Wochen veröffentlicht worden. Zeit, um nach Stabilität und möglichen Bugs zu schauen.

Apple Watch Ultra 4 wohl mit neuen Sensoren, besserer Batterie und Touch-ID Die Gerüchte zu den kommenden Apple Watches sind recht rar. Umso erstaunlicher, dass zu der Apple Watch Ultra 4 ziemlich viele Details bereits durch die Gerüchteküche kreiseln.

Neues Macbook einrichten: Diese 9 wichtigen Einstellungen sollten Sie sofort ändern Die wichtigsten Schritte, die Sie zuerst unternehmen sollten, von der Organisation Ihrer Apps bis zum Schutz Ihrer Privatsphäre.


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