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Als der iMac 2001 zum Hippie wurde – und welche Folgen das heute hat

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] February 27, 2026
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Am Dienstag der zurückliegenden Woche wäre Apple-Gründer Steve Jobs 71 Jahre alt geworden – es waren ihm aber nur etwas mehr als 56 Jahre vergönnt. Krebs ist einfach ein Arschloch.

Etwas weniger wehmütig blickte ich letzten Sonntag auf ein Jubiläum zurück, es war doch ein rundes. Am 22. Februar 2001 stellte eben jener Steve Jobs auf der Macworld Expo in Tokio ein ungewöhnliches Produkt vor … und trug dabei in ungewöhnlicher Manier einen Anzug, der die Neuvorstellung gewissermaßen konterkarierte.

Dabei war beim iMac vom Februar 2001 nicht wirklich viel neu. Ja, alle iMacs bekamen Firewire und das Laufwerk konnte jetzt auch CDs brennen, wenn man etwas mehr ausgab und nicht nur die Standardkonfiguration wählte. Apple war recht spät zur Party „Rip. Mix. Burn.” erschienen, baute in seine höherwertigen Macs dann auch gleich einen Superdrive genannten DVD-Brenner ein.

Was aber wirklich so besonders war, dass man sich 25 Jahre später noch daran erinnert: die Farben. Nun beweist Apple immer wieder mal Gespür für Buntes und seine Benennung, man denke nur an „Sierra Blue“ oder „Cosmic Orange“, aber mit den Macs in „Dalmatian Blue“ und „Flower Power“ schoss die von Hippies gegründete Firma zu Beginn des neuen Jahrtausends eindeutig den Vogel ab.

Das Gehäuse des iMacs Dalmatian Blue zierten blaue Punkte wie die des Dalmatiners – nur dass der Hund in Schwarz-Weiß daherkommt. Kann man mal machen, ist ungewöhnlich, weicht von der bis dato gepflegten Klarheit aber deutlich ab. Aber nicht einmal halb so wild wie der Kollege in „Flower Power“. Das war nicht nur ein Farbton, sondern eine Verzierung im Batikstil. Spötter behaupteten damals, zu sehen seien Blätter der Pflanzen, welche Apples Designer seinerzeit geraucht hätten, weil ihnen nichts Besseres einfiel.

Stimmt so natürlich nicht, die Blüten waren sehr abstrakt und nicht als Rauschmittel zu erkennen. Eher sah das Muster so aus, wie man sich als Leser von T.C. Boyles Roman „Das Licht“ über die Clique um Timothy Leary den LSD-Rausch vorstellt.

Weinliebhaber könnten sagen: Was für ein Abgang. Denn die iMacs in Dalmatian Blue und Flower Power – es gab noch ein nüchternes Modell im bewährten Indigo und ein teureres in Graphite – waren die letzten ihrer Art. Also die letzten mit einer Kathodenstrahlröhre (CRT), die zu jener Zeit ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert war. Apple hatte schon längst einen Nachfolger mit LC-Display in Arbeit, wurde aber zum Termin Februar 2001 damit nicht fertig.

Denn von den ersten Entwürfen, bei denen alle Komponenten hinter dem Bildschirm montiert waren – so sieht der iMac im Prinzip auch noch heute aus –, war Steve Jobs alles andere als begeistert. Seiner Ansicht nach mussten Festplatte und CD/DVD-Laufwerk weiter horizontal angebracht sein und nicht vertikal. Also musste sich Jony Ive nochmals an das Zeichenbrett setzen, jede Komponente sich selbst treu sein lassen und die Halbkugel mit Flachbildschirm oder auch Schreibtischlampe namens iMac G4 entwickeln. Die gab es dann fast 20 Jahre lang in allen Farben – solange sie Weiß oder Aluminium waren.

Mir erklären sich so im Rückblick die ungewöhnlichen Farben der letzten CRT-iMacs. Irgendetwas zwischen „Jetzt ist’s eh’ schon Wurscht!“ und „Wir haben keine Zeit für ein stringentes Farbkonzept!“ muss das Motto von Apples Designteam damals gewesen sein, als es galt, noch schnell einen letzten klassischen iMac zu gestalten. Zum Klassiker wurde der dann aber nicht, im Gegensatz zu etlichen seiner Vorgänger und vor allem seines direkten Nachfolgers, der nicht ganz ein Jahr auf sich warten ließ.

Jony Ive ist bei Apple längst Geschichte und damit auch wesentliche Ansätze seiner Designphilosophie. iMacs nur in Weiß, Macbooks und Macs nur in Aluminium, erst seit 2015/16 kommt Apple wieder davon an, angefangen mit den golden eloxierten Macbooks, dunkleren Macbooks Pro und seit 2021 wieder iMacs in Regenbogenfarben.

Ich denke – und hoffe –, dass die Spekulationen korrekt sind, die uns neue Macbooks für die kommende Woche in Aussicht stellen. Ob diese nun exakt das derzeitige iMac-Spektrum aufnehmen oder die Farbpalette ein wenig anders ist – sie werden aller Voraussicht nach bunter als die Macbooks von 2015 bis 2017. Apple wird zudem einen wesentlichen Fehler nicht wiederholen, den vermutlich Jony Ive eingebrockt hatte, und mehr als nur eine USB-C-Buchse für alles bieten.

Abstriche wird Apple machen müssen, sonst wäre ein Preis deutlich unter dem Macbook Air auch nicht möglich – das Macbook 12 Zoll hatte seinerzeit deutlich mehr gekostet als das Macbook Air, bei merklich schwächerer Leistung, den Retina-Bildschirm mal ausgenommen. Nur wird das neue Macbook einen Prozessor bekommen, der trotz geringerer Leistung alles andere als schwach auf der Brust ist.

Was ich aus den bisherigen Spekulationen schließe: Das neue Macbook A19 Pro oder wie Apple es nennen wird, könnte in mein Beuteschema passen. Als Hauptrechner wird es nicht reichen, Mac Mini M4 privat und Macbook Pro M4 für die Arbeit möchte ich nicht missen. Aber als Zweitgerät für private und dienstliche Reisen oder für das zeitweise mobile Arbeiten auf der heimischen Terrasse oder im Biergarten wäre es optimal.

Ganz besonders dann, wenn es noch optional ein C1X- oder C2X-Modem eingebaut hätte und ich auch fernab eines jeden WLAN noch Verbindung hätte. Und bei den Farben darf es gerne etwas anders als gewöhnlich sein. Nur Flower Power muss nicht sein, nicht einmal Dalmatian Blue.

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