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Was ist die beste KI für iPhone- und Mac-Probleme? ChatGPT, Gemini, Grok & Claude im Vergleich

Macwelt – News, Tipps und Tests von Apple-Experten [Unofficial] February 19, 2026
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Haben Sie ein Problem mit Ihrem iPhone oder Mac – sei es ein Software- oder Hardware-Problem –, ist nicht immer gleich ein Ansprechpartner verfügbar. Apple bietet einen guten Support, auch das von Anwendern betriebene Forum bei Apple ist eine tolle Informationsquelle. Oft müssen Sie aber länger auf eine Antwort warten, und KI bietet sich heute als Alternative an. So setzt etwa Airbnb bei seinem Nutzersupport immer stärker auf KI.

Gibt es Unterschiede zwischen den LLMs?

Ist es letztlich egal, welche künstliche Intelligenz Sie einsetzen – oder gibt es eine ideale Support-KI? Uns interessiert dabei nicht nur die Qualität und Praxistauglichkeit der Antworten. Ebenso bewerten wir, wie häufig falsche Angaben oder sogenannte Halluzinationen auftreten.

Für typische Support-Szenarien greifen wir zudem reale Fragestellungen aus dem Apple-Forum auf. Insgesamt stellen wir mehrere Dutzend Fragen aus unterschiedlichen Themenbereichen; die im Artikel aufgeführten Beispiele zeigen lediglich einen Ausschnitt unserer Tests.

Für unseren Vergleich befragen wir die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Claude, Grok und Gemini per Webbrowser und die diversen Apps. Aktuell sind nur wenige Heimanwender bereit, für eine KI eine monatliche Gebühr zu bezahlen. So hat ChatGPT zwar 900 Millionen aktive Nutzer, aber nur 35 Millionen zahlende Kunden. Im Test konkurrieren also ChatGPT 5.2, Gemini Fast, Grok 4 und Sonnet 4.5 (Claude).

Eine Lösung ist oft schwerer zu finden, als mancher zuerst meint. Vor allem Schritt-für-Schritt-Anleitungen veralten relativ schnell. So ist etwa der Pfad zu einer Systemeinstellung unter iOS 26 oft anders als bei einem früheren System.

Es ergibt auch wenig Sinn, den Fragesteller mit Dutzenden Tipps und Anleitungen zu bombardieren, wenn er nur kurze und klare Hilfestellungen will. Vor allem ChatGPT ist oft ausführlicher als nötig – was Sie aber mit der zusätzlichen Aufforderung, sich kurz zu fassen, abstellen können.

Die Frage “Wie ändere ich bei der iPhone-Kamera das Seitenformat?” beantwortet zu meiner Überraschung keine einzige der befragten künstlichen Intelligenzen korrekt.

Die Oberfläche der App hat sich nämlich mit iOS 26 verändert, alle vier Probanden gaben aber weiter eine Anleitung für die früheren iOS-Versionen. Wir achten außerdem auf Verständlichkeit, die Struktur der Antwort, den Ton der Antwort und eventuelle Halluzinationen. Entscheidend für die Bewertung ist aber die Brauchbarkeit der Antworten.

Für unseren Test nutzen wir auch zahlreiche echte Anfragen aus dem offiziellen Apple-Forum.

Stephan Wiesend

Einzelbewertungen der KI-Assistenten

Von Claude hatte ich mir viel erwartet. Programmierer sind offensichtlich begeistert von der Anthropic-KI. Vor allem die Analyse sehr langer und komplexer Texte soll die Stärke der KI sein. Für Entwickler gibt es zahlreiche spezialisierte Tools. Bei unserer Aufgabe geht es aber um kurze Anfragen und hier ist oft Aktualität essenziell, was eher eine Schwäche der KI von Anthropic ist.

Das bestätigt auch unser Test. Im Vergleich zu den drei anderen KIs sind die Angaben von Claude besonders oft veraltet – zumindest teilweise. So frage ich Claude etwa, wie ich ein iPhone nach einem Update auf iOS 26 optimieren kann – Claude gibt zwar einige nützliche Tipps, behauptet dann aber, es gäbe noch gar kein iOS 26, nur iOS 18.

In unserem Test mit der aktuellen Version Sonnet 4.5 fällt im Testvergleich außerdem auf, wie kurz die Antworten sind. Auch weiterführende Links sind spärlich und fehlen oft komplett. Als Programmierer ist Claude wohl ausgezeichnet, als Support-Mitarbeiter weniger.

Grok ist fast ein wenig das “Schmuddelkind” unter den vier Diensten. Bekannt ist die KI zuletzt vorwiegend für die einfache Erstellung von Bikini-Deepfakes geworden. Die KI schlägt sich aber in unserem Test recht gut. Auch aktuelle Informationen über Apple‑Geräte sind meist einigermaßen korrekt und die Anleitungen sind brauchbar. Möglicherweise ist der direkte Zugriff auf die Beiträge von X hier ein echter Vorteil – sind hier doch oft Beiträge zum Thema Apple zu finden.

ChatGPT gilt oft als eine Art Goldstandard und hat einen hervorragenden Ruf. Einen echten Unterschied zu Gemini oder Grok kann ich aber nicht feststellen. Auch ChatGPT nutzt in unserem Test mehrmals veraltete Informationen. Veraltete Anleitungen, die seit Jahren im Web kursieren, werden deshalb oft als Lösung präsentiert.

Für schnelle Hilfe ebenfalls hinderlich: ChatGPT ist oft etwas langsam und dabei sehr ausführlich. Die KI liefert nicht nur einen guten Ratschlag, sondern auch gerne sieben oder acht Stück! Über 3000 Zeichen sind für eine Antwort oft einfach zu viel. Auch der schnell etwas anbiedernde Ton gefällt mir weniger, das ist aber Geschmackssache.

Gemini ist eine sehr brauchbare KI und gehört nach meiner Meinung neben ChatGPT zu den beiden empfehlenswerten Anbietern. Die Antworten liegen zudem schneller vor und sind etwas kompakter als bei ChatGPT. Auch Googles KI ist aber oft darum bemüht, möglichst viele Ratschläge zu liefern. Der richtige ist dann zwar oft mit dabei, dieser muss aber erst einmal gefunden werden.

Die Antworten ähneln stark denen von ChatGPT, sind aber etwas kürzer und deutlich schneller. Ähnlich wie ChatGPT versucht Gemini eine Art persönliches Gespräch zu führen und auf den Ton einer Anfrage zu reagieren, wünscht zum Abschluss etwa “Viel Glück!”. Es geht dabei aber etwas dezenter vor als ChatGPT.

Claude kennt kein iOS 26.

Stephan Wiesend

Ist eine KI ein Ersatz für einen menschlichen Support-Mitarbeiter?

Geht man nach dem aktuellen Hype um KI, sollten für Künstliche Intelligenz simple Supportfragen eigentlich ein Kinderspiel sein. Das ist aber keineswegs immer der Fall, wie ich schnell feststellen konnte.

Es gibt nach meiner Meinung nämlich zwei Hauptprobleme. Eines ist, dass eine KI eine Funktion nicht ausprobieren kann – also ein Problem selbst an einem Mac oder iPhone nachstellen. Es kann nur auf Datenquellen wie Reddit oder Facebook zugreifen, nicht selbst etwas überprüfen. Das zweite Problem liegt am Fragesteller: Aus der Praxis kenne ich, dass es oft eine zeitraubende Aufgabe ist, das Problem des Nutzers richtig zu verstehen.

Das Problem tritt laut einer neueren Studie auch im Medizinbereich auf. Bei Versuchen, Krankheiten per KI zu diagnostizieren, scheiterten KIs laut einer Studie überraschend oft, obwohl sie bei Medizinexamen hervorragend abschnitten.

Ihre Fehlerquote stieg nämlich immens, sobald sie mit echten Patienten und deren Angaben zu tun hatten. KIs sind außerdem so konzipiert, immer eine Antwort zu liefern und diese mit größtem Selbstvertrauen zu vertreten. Das ist nicht immer hilfreich.

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Standardfragen eines Nutzers

“Die Akkulaufzeit meines iPhones ist plötzlich gesunken. Was ist der Grund?”

Wir beginnen mit einer echten Allerweltsfrage. Sie ist aber nicht ganz so einfach zu beantworten, weil Akkuprobleme viele Gründe haben können. Hier hilft nur eine systematische Herangehensweise.

Claude : Gut gefällt mir die Systematik bei Claude. Hier wird zuerst auf die Prüfung der Akku-Anzeige verwiesen – auch der Pfad wird korrekt angegeben. Erst dann werden mögliche Ursachen genannt und einige Tipps gegeben.

ChatGPT : Eine gut strukturierte Anleitung mit mehreren Schritten liefert ChatGPT. Hier sind alle wichtigen Überprüfungen genannt, eine Sofort-Checkliste ist auch dabei.

Gemini : Die Antwort ist brauchbar, auch Gemini setzt als ersten Schritt auf eine Überprüfung der Batterie-Einstellungen. Die folgenden Schritte sind brauchbar, aber eher durchschnittlich.

Grok : Grok fragt gleich zu Beginn, ob man gerade iOS 26 installiert hat. Das ist ein guter Ansatz, kann dies aktuell doch oft ein Grund sein. Auch einige typische Akkufresser werden aufgelistet. Vor allem wird empfohlen, die Akku-Übersicht zu prüfen. Allerdings wird auf “Einstellungen > Akku” verwiesen, statt “Einstellungen > Batterie”. Ein üblicher Übersetzungsfehler.

Fazit: Hier kann ChatGPT überzeugen. Alle vier KIs liefern gute Tipps und erklären, wie man Akkufresser aufspürt. Die beste Systematik hat aber ChatGPT.

Frage zu einem schlecht dokumentierten Randthema

“Wie exportiere ich meine Health-Daten aus iOS 26?”

Mit iOS 26 hat Apple die Exportfunktion der Funktion Health verändert, mehrere PDF-Exportfunktionen fehlen. Wir übernehmen eine längere Anfrage aus dem Apple-Forum, die nach Alternativen fragt.

ChatGPT : Eine umfangreiche Antwort liefert ChatGPT. Ein alternativer Export per Drucken-Funktion wird empfohlen, das ist aber nicht korrekt – bei Nutzung der Funktion Teilen wird automatisch ein PDF versandt. Als Alternative wird der Dienst myhealthexport empfohlen, der exportierte Health-Daten auswertet und als PDF aufbereiten kann.

Claude : Claude verweist auf mehrere Apps, die den Export ermöglichen, sowohl für iOS als auch für MacOS. Das ist aber etwas zu wenig.

Gemini : Gemini empfiehlt ebenfalls den Export per Druckfunktion, bei der Pfadangabe gibt es aber einen Übersetzungsfehler. Auch mehrere Apps werden empfohlen.

Grok : Grok liefert eine umfassende Lösung, sowohl ein Export über die Drucken-Funktion als auch eine alternative App werden genannt. Grok nennt zudem auch einen vermutlichen Grund für die Einsparung der Funktion – Apple will durch die Teilen-Funktion mehr Datensicherheit erzielen.

Fazit: Bei selteneren Fragen geraten die Assistenten schnell an ihre Grenzen. Offensichtlich haben die KIs wenig Wissen über Health, Apple hat diese Funktion zudem nicht gut dokumentiert. Eigentlich hätte hier eine Erklärung der neuen Teilen-Funktion geholfen, stattdessen geben die Tools veraltete Tipps und verweisen auf Drittsoftware als Lösung.

Auch Grok gibt oft fast schon zu viele Ratschläge, die nicht immer zielführend sind.

Stephan Wiesend

Ein bekanntes Problem mit dem App Store

“Gekaufte Apps nutzen, auch wenn sie nicht mehr im App Store sind – muss doch gehen!!”

Ein oft beklagtes Problem, das von einem Nutzer recht emotional formuliert wird: Haben Sie eine App vor langer Zeit gekauft, kann die App plötzlich aus dem App Store verschwinden. Auf einem neuen Gerät kann die App dann oft nicht mehr installiert werden.

ChatGPT : In einem einfühlsamen Ton reagiert ChatGPT auf den Ton der Frage, schimpft auf Apple und empfiehlt erst dann, die Installation über das App -Store-Profil zu überprüfen – das kann manchmal wirklich helfen. ChatGPT gibt noch den Tipp, eine IPA-Datei per Sideloading zu installieren, bleibt aber im ersten Chat noch recht vage.

Claude : Recht brauchbar ist die Antwort von Claude. Zuerst wird auf das App-Store-Profil verwiesen, aber auch auf eine mögliche Installation mit dem Tool iMazing.

Gemini : Die KI empfiehlt die Nutzung von iMazing, man kann mit dem Tool nämlich Apps als Datei herunterladen und neu installieren.

Grok : Empfohlen wird auch von Grok iMazing, damit soll eine App-Datei heruntergeladen und auf ein anderes Gerät übertragen werden. Auch die Installation über App Store > Profil > Gekaufte wird erwähnt, oft finden sich hier noch einige alte Apps.

Fazit: Hier sind die Ergebnisse überraschend ähnlich, die besten Antworten liefern aber Claude und Gemini. Alternative Möglichkeiten, etwa eine Kontaktaufnahme mit dem Hersteller, werden aber nicht erwähnt.

Bei einer verärgerten Anfrage wird auch der Ton von ChatGPT emotional.

Stephan Wiesend

Aktuelle Kaufberatung

“Welche aktuellen Apple-Geräte sind so neu, dass es so bald keinen Nachfolger geben wird?”

Ein großes Problem bei vielen KIs ist immer wieder die Aktualität der Daten. Die Modelle werden oft mit alten Daten trainiert und ihre Lösungen sind deshalb veraltet. So irrt sich die KI öfter beim aktuellsten iPhone-Modell oder der aktuellen iOS-Version. Das betrifft aber in unserem Test auch Gemini und Claude.

Wir fragen deshalb die vier Probanden als ersten Test, welche aktuellen Apple-Geräte so neu sind, dass es so bald keinen Nachfolger gibt.

ChatGPT : Ausführliche Antwort, korrekte Verweise auf einen baldigen Nachfolger des 16e, allerdings behauptet die KI, es gäbe so bald keine neuen Macbook Pro M5: “Macs mit dem neuen M5-Chip (z. B. MacBook Pro, MacBook Air) sind gerade erst vorgestellt worden.” Das ist nicht ganz richtig, es gibt ja ein Macbook Pro M5 als Basismodell.

Gemini : Korrekte Antworten zu iPad, iPhone und Apple Watch. Allerdings scheitert auch Gemini an dem Problem mit den neuen Macbook-Pro-Modellen und glaubt, es gäbe bereits neue Modelle.

Claude : Relativ kurz ist die Antwort von Claude, aber einigermaßen korrekt. Da die Macbook Pro nicht genannt werden, frage ich nach. Hier scheitert Claude nun komplett und irrt sich um ein ganzes Jahr. So behauptet die KI (am 12. Februar 2026) “Dein MacBook Pro M4 bleibt mindestens bis Herbst 2025 aktuell – also noch etwa 8–9 Monate.” Offensichtlich haben KIs ein kompliziertes Zeitgefühl.

Grok : Viel besser schlägt sich Grok beim Thema Macbook Pro, auch das iPhone 17e wird genannt. Allerdings ist sich die KI anscheinend nicht sicher, ob die neuen Modelle nicht doch schon erschienen sind. “Die Standard- und e-Modelle sind 2026 dagegen im Umbruch (z. B. iPhone 17e gerade erst oder im Februar 2026 erschienen”. Mit der Formulierung “gerade erst oder im Februar 2026” erschienen, will sich die KI offenbar absichern …

Fazit: Offensichtlich kann eine KI nicht einfach auf der Apple-Seite nachsehen, welche Produkte gerade aktuell sind. Auch beim Abschätzen des Alters machen die Tools überraschend viele Fehler. Grok macht hier einen guten Eindruck, vermutlich hilft hier die Einbindung von X.

Die Frage nach aktuellen M5-Macbooks bringt auch Gemini aus dem Tritt.

Stephan Wiesend

Ein komplizierteres Problem

“Wie sorge ich dafür, dass mein Mac werktags um 09.00 Uhr startet?”

Das ist ein etwas komplizierteres Problem. Früher gab es in macOS eine Systemeinstellung für diese Aufgabe, jetzt kann man einen Mac nur noch per Terminalbefehl zeitgesteuert starten.

Claude : Hier patzt Claude leider und verweist auf die Systemeinstellung, die nur in früheren Versionen verfügbar war. Danach wird auf eine Reihe an Terminal-Einstellungen verwiesen, mit denen dies möglich wäre. Bedauerlicherweise ist einer der Befehle nicht ganz korrekt.

Gemini : Bei Googles KI wird alles korrekt erklärt, allerdings recht knapp. Auch weitere Optionen werden nicht erklärt.

Grok : Dass nur noch ein Terminalbefehl möglich ist, weiß Grok. Auch die Befehle sind korrekt, allerdings gibt es hier einen Fehler, der oft im Web kursiert. Man kann nämlich nicht mehrere Befehle hintereinander eingeben, was Grok nicht weiß.

ChatGPT : Die Terminalbefehle werden nicht erwähnt, nur Systemeinstellungen.

Fazit: Das Problem ist offenbar ein Problem für die Assistenten, ist hier doch Vorwissen über das Terminal notwendig. Vor allem Claude patzt hier, aber auch ChatGPT kann nicht weiterhelfen. Nur Grok und Gemini können hier einigermaßen sinnvolle Angaben liefern.

Datenschutz und Sicherheit:

Nicht unterschätzen sollten Sie das Problem Datensicherheit. Wenn Sie einen Chat mit einem Apple-Mitarbeiter führen, hält sich Apple an seine Datenschutzrichtlinien und schützt Ihre privaten Daten.

Gerade bei kostenlosen KI-Chats werden Ihre Gespräche dagegen für das Training der KI verwendet – je nach Datenschutzeinstellungen kann dies bei jedem Anwender variieren. Es gibt zwar die Option eines “Opt-out”, dann werden die Daten nicht für das Training verwendet, dies muss aber in den Einstellungen eigens aktiviert werden.

Bei einer Anfrage sollten Sie deshalb darauf achten, welche Daten Sie übermitteln. Das kann auch Geschäftsdaten betreffen, etwa wenn man eine Firmen-E-Mail von ChatGPT analysieren lässt. Nicht ohne Grund verbieten deshalb manche Unternehmen die Nutzung von KI.

KI vs. Apple-Support: Wer schlägt nun wen?

Bei bekannten Standardproblemen funktionieren alle vier KI-Systeme nach meinem Eindruck ausgezeichnet. Schnell wird eine Lösung geliefert oder mögliche Lösungen werden angeboten. Schwieriger wird es aber bei seltenen Problemen, die kaum dokumentiert sind.

Probleme hat jede KI außerdem mit der Aktualität. Da sie Daten von zahllosen Quellen wie Reddit, Foren und sozialen Medien auswerten, liefern sie zwar viele gute Tipps und Ratschläge, aber diese sind oft veraltet und gelegentlich einfach falsch.

Die KIs neigen überdies dazu, zu viele Ratschläge zu geben und diese mit größtem Selbstvertrauen zu vertreten. Ein wenig wirken die Ratschläge, als hätte jemand kurz bei Reddit recherchiert und dort mehrere mögliche Lösungen zusammengestellt.

Ein Support-Mitarbeiter von Apple antwortet zwar meist langsamer, kann aber gerade bei spezielleren Problemen oft solidere Ergebnisse liefern. Hier erhalten die Nutzer zusätzlich oft zielgerichtete Ratschläge. Ein echter Mensch kann das Problem überdies überprüfen, was manchmal nicht ersetzbar ist.

Halluzinationen sind ein typisches Problem einer KI. Dabei handelt es sich um komplett falsche Angaben, die eine KI frei erfindet. In unserem Test war dies aber kein erkennbares Problem, nur veraltete Daten.

Mein Fazit:

Unschlagbar ist eine KI nach meiner Meinung beim Tempo. Sie erhalten in wenigen Sekunden eine ganze Serie an Ratschlägen und Tipps. Vor allem Gemini machte einen soliden Eindruck.

Bei der Qualität gibt es aber auch 2026 noch Verbesserungsbedarf. Zu oft sind Ratschläge veraltet und beziehen sich etwa auf alte iOS-Versionen. Obwohl die Probleme nicht überprüft werden können, werden die Ratschläge aber mit größtem Selbstvertrauen vertreten. Auch Spezialfragen, die selten behandelte Themen betreffen, werden schnell zur Herausforderung.

Das ist ausdrücklich nicht als generelle KI-Kritik zu verstehen. Systeme wie Gemini und andere können eine hervorragende Support-Lösung sein – vorausgesetzt, man kennt ihre Stärken und Schwächen. Die Qualität der Ergebnisse lässt sich deutlich steigern, wenn Sie präzise und strukturiert formulierte Anfragen stellen. Beschreiben Sie das Problem möglichst umfassend und konkret. Ebenso wichtig sind Rückfragen der KI: Wer diese sorgfältig beantwortet, erhält in der Regel deutlich bessere und verlässlichere Resultate.

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