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Apple sperrt Siri AI in der EU. Bitte nicht drohen, es merkt keiner.

CODEundKRAM June 23, 2026
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Apple schmollt wieder. Diesmal geht es um Siri AI. Also um diese neue superintelligente Apple-Assistenten-Zukunft, die vermutlich endlich zuverlässig das Wetter vorliest, eine Nachricht zusammenfasst und danach trotzdem fragt, welchen Kontakt man denn gemeint habe. Fortschritt. Apple will die neue Siri AI vorerst nicht auf iPhones und iPads in der EU ausrollen. Begründung: Der Digital Markets Act. Apple sagt, die EU-Anforderungen würden Datenschutz und Sicherheit gefährden, weil auch andere virtuelle Assistenten fairen Zugriff bekommen müssten. Die EU-Kommission widerspricht: Das Gesetz verhindere keine Produkteinführung, die Entscheidung sei Apples eigene; Apple habe stattdessen eine Ausnahme von Interoperabilitätspflichten für mindestens 18 Monate verlangt. Ach. Da ist er wieder. Der arme Billionen-Dollar-Konzern, der leider leider nicht kann, weil diese böse EU möchte, dass er sich an Regeln hält. Tragisch. Man möchte fast eine Kerze anzünden. Auf einem zertifizierten Ladegerät. Apple spielt hier ein sehr durchsichtiges Spiel. Sie halten eine Funktion zurück und hoffen offenbar, dass EU-Nutzer dann wütend auf Brüssel werden. „Seht ihr, liebe Kundinnen und Kunden? Wegen der EU bekommt ihr unsere tolle neue KI-Siri nicht. Schreibt doch mal der Kommission. Macht Druck. Wir würden ja gern. Aber die Regulierung.“ Nein, Apple. Einfach nein. Niemand steht morgens auf und denkt: > Hoffentlich darf Siri heute tiefer in mein Gerät greifen, sonst ist Europa verloren. Niemand wird mit Mistgabeln nach Brüssel ziehen, weil Siri AI später kommt. Niemand opfert Verbraucherrechte, Datenschutz und Wettbewerb, damit ein Sprachassistent endlich so tut, als könne er Kontext verstehen. Siri war jahrelang die digitale Definition von „Ich habe dich leider nicht verstanden“. Jetzt soll ausgerechnet Siri AI der große Hebel sein, mit dem Apple EU-Bürger gegen ihre eigenen Rechte mobilisiert? Mutig. Sehr mutig. Apple redet natürlich von Datenschutz. Immer. Datenschutz ist bei Apple gleichzeitig echtes Produktmerkmal, Marketingdecke und rhetorischer Airbag. Wenn Apple Datenschutz sagt, klingt es erst mal gut. Und ja: Datenschutz ist wichtig. Sehr wichtig. Gerade bei einem KI-Assistenten, der tief ins System schaut, Nachrichten versteht, Kalender kennt, Apps bedient, persönliche Daten verarbeitet und im Zweifel genau die Sorte Informationen sieht, die niemand einfach an irgendeinen Drittanbieter verfüttern möchte. Aber genau deshalb ist es so lächerlich, die EU hier als Datenschutzgegner hinzustellen. Die EU sagt nicht: „Macht mal alle Daten auf, wird schon.“ Die EU sagt: Wenn Apple als Gatekeeper eine zentrale Funktion baut, dann darf diese Funktion nicht zum nächsten goldenen Käfig werden. Interoperabilität, Wettbewerb und Datenschutz müssen zusammen funktionieren. Die Kommission betont, Apple habe keine passende Lösung geliefert, die die Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit erfüllt. Das ist kein Angriff auf Datenschutz. Das ist Datenschutz plus Machtkontrolle. Schwieriges Konzept für Konzerne, die gern beides selbst definieren möchten. Apple möchte am liebsten sagen: Wir sind die Guten. Wir entscheiden, was sicher ist. Wir entscheiden, wer Zugriff bekommt. Wir entscheiden, welche Assistenten funktionieren. Wir entscheiden, welche Apps dürfen. Wir entscheiden, welche Schnittstellen offen sind. Und wenn eine demokratisch legitimierte Regulierung sagt „Moment mal“, dann ruft Apple: Datenschutz! Natürlich. Das ist praktisch. Weil Datenschutz als Argument kaum jemand offen angreifen möchte. „Wir schützen euch“ klingt besser als: „Wir möchten unser Ökosystem kontrollieren.“ Und genau darum geht es. Kontrolle. Nicht nur um Siri. Nicht nur um KI. Sondern um den nächsten Zugangspunkt zum Gerät. Sprachassistenten und KI-Assistenten werden immer mehr zu Gatekeepern im Gatekeeper-System. Wer den Assistenten kontrolliert, kontrolliert, welche Dienste sichtbar sind, welche Apps genutzt werden, welche Aktionen bequem sind und welche Anbieter unsichtbar bleiben. Apple weiß das. Google weiß das. Meta weiß das. Microsoft weiß das. Alle wissen das. Nur der Nutzer soll glauben, es gehe ausschließlich um sein Wohlbefinden. Wie rührend. Apple hat schon 2025 in eigener Sache erklärt, der Digital Markets Act führe in der EU zu Verzögerungen bei Funktionen, weil Apple bestimmte Features erst für andere Produkte und Apps interoperabel machen müsse, bevor sie für Nutzer freigegeben würden. Übersetzt: Wir würden euch gern neue Dinge geben, aber leider verlangt Europa, dass wir nicht einfach wieder alles exklusiv in unseren Garten einzäunen. Schrecklich. Ein Konzern muss Rücksicht auf Marktregeln nehmen. Wo kommen wir denn da hin? Vielleicht zu einem Markt. Mit Wettbewerb. Ekelhaft. Und jetzt diese neue Runde mit Siri AI. Apple präsentiert eine KI-Siri, macht große Bühne, große Versprechen, große Zukunft — und EU-iPhones bleiben draußen. Offiziell, weil der DMA angeblich nicht sauber erfüllbar sei. Apple sagt, man könne nur ausrollen, wenn Privatsphäre und Sicherheit geschützt seien. Die EU sagt: Das ist Apples Entscheidung, nicht das Gesetz. Da darf man sich als EU-Nutzer ruhig mal zurücklehnen und sagen: Okay. Dann halt nicht. Wirklich. Dann halt nicht. Wir reden hier nicht über Insulin. Nicht über Trinkwasser. Nicht über funktionierende Notrufe. Nicht über ein Sicherheitsupdate. Wir reden über Siri AI. Siri. AI. Zwei Begriffe, bei denen schon einzeln genug Skepsis angebracht ist. Zusammen klingt es wie ein Produktversprechen aus einem Keynote-Trailer, das im Alltag wahrscheinlich daran scheitert, dass der Assistent „Licht im Wohnzimmer aus“ als „Lied im Wohnzimmerhaus“ versteht. Und dafür sollen wir jetzt die EU-Regeln schlecht finden? Nein. Die EU macht hier genau das, was sie machen soll: Big Tech nicht einfach alles durchwinken, nur weil es glänzend präsentiert wird. Apple macht genau das, was Big Tech immer macht, wenn Regulierung unbequem wird: Erst moralisch verpacken. Dann technisch vernebeln. Dann Nutzer gegen Gesetzgeber stellen. Dann so tun, als sei jeder Widerspruch innovationsfeindlich. Mimimi. Die EU schützt ihre Bürger. Apple schützt sein Geschäftsmodell. Beides kann sich manchmal überschneiden. Muss es aber nicht. Und hier riecht es sehr stark nach Geschäftsmodell mit Datenschutz-Schleife. Natürlich muss Interoperabilität sicher sein. Natürlich darf die EU nicht naiv sagen: „Gebt mal allen Drittassistenten Vollzugriff auf alles, wird schon.“ Das wäre irre. Aber genau dafür gibt es Regeln, Prüfungen, technische Anforderungen, Datenschutzstandards und Sicherheitskonzepte. Die Antwort kann nicht sein: Apple bekommt eine Ausnahme, weil Apple Apple ist. Nein. Auch Cupertino hat sich an Recht zu halten. Auch wenn die Verpackung weiß ist. Auch wenn die Präsentation weich ausgeleuchtet ist. Auch wenn das Wort „privacy“ in jeder zweiten Folie steht. Gesetz ist nicht optional, nur weil ein Konzern sein Interface hübsch animiert. Und besonders dreist ist diese unterschwellige Drohung: Dann bekommt ihr eben die Funktion nicht. Ja. Und? Dann bekommt Apple eben in der EU weniger KI-Glanz auf seine iPhones. Dann fehlt ein Feature. Dann müssen sie erklären, warum ein teures Gerät in Europa weniger kann. Nicht die EU. Apple. Denn Apple verkauft diese Geräte hier. Apple nimmt hier Geld. Apple profitiert von diesem Markt. Europa machte zuletzt einen erheblichen Anteil an Apples Umsatz aus; Reuters nennt fast 27 Prozent des Konzernumsatzes im letzten Geschäftsjahr für Europa. Also bitte nicht so tun, als sei die EU irgendein kleiner Sonderfall, den man beleidigt ignorieren kann. Das ist ein riesiger Markt. Mit Bürgern. Mit Regeln. Mit Datenschutz. Mit Wettbewerbsrecht. Mit Rechten. Und ja, genau das ist gut. Man kann über Details des DMA streiten. Natürlich. Regulierung ist nie perfekt. Manchmal sperrig. Manchmal langsam. Manchmal technisch nicht schön. Aber die Grundidee ist richtig: Gatekeeper sollen ihre Macht nicht einfach benutzen dürfen, um Märkte zuzumauern. Und Apple ist ein Gatekeeper. Ein sehr hübscher. Ein sehr profitabler. Ein sehr kontrollsüchtiger. Aber eben ein Gatekeeper. Wer die Plattform kontrolliert, kontrolliert die Möglichkeiten anderer. Und wenn KI-Assistenten der nächste zentrale Zugang zu Apps, Diensten und Daten werden, dann ist es völlig richtig, jetzt nicht erst in zehn Jahren aufzuwachen und zu sagen: Hoppla. Wieder ein Monopol. Wieder zu spät. Wieder schade. Apple soll Siri AI bringen. Gern. Aber rechtskonform. Sicher. Datenschutzfreundlich. Interoperabel. Ohne Ausnahmebonus. Ohne „trust us“. Ohne Erpressungsdramaturgie. Und wenn Apple das nicht hinbekommt, dann ist das nicht Europas Schuld. Dann ist das Apples Problem. Vielleicht sollte der Konzern weniger Zeit damit verbringen, EU-Regulierung als Bedrohung zu inszenieren, und mehr Zeit damit, eine Lösung zu bauen, die Rechte, Datenschutz und Wettbewerb respektiert. Sollte bei einer der reichsten Firmen der Welt drin sein. Angeblich können die ja Technik. Und bis dahin? Kein Siri AI auf EU-iPhones? Okay. Wir werden überleben. Irgendwie. Mit Suchmaschine. Mit Apps. Mit echten Menschen. Mit Tippen. Mit einer Siri, die weiterhin auf bewährtem Niveau danebenliegt. Apple droht der EU mit dem Entzug eines Features, das sehr viele Nutzer nicht einmal vermissen werden. Das ist kein Druckmittel. Das ist ein sehr teurer Trotz. Und am Ende bleibt nur: Die EU schützt Regeln. Apple schützt Kontrolle. Und Siri? Siri hat leider nicht verstanden, warum wir dafür unsere Rechte aufgeben sollten.

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