LOL Staffel 7: Horst am Buzzer, Teddy im Weg
LOL auf Prime Video ist eigentlich ein gutes Format.
Eigentlich.
Zehn Leute in einen Raum sperren, Lachen verbieten, Kameras draufhalten, warten, bis erwachsene Menschen an ihrer eigenen Gesichtsmuskulatur scheitern.
Das ist simpel.
Das ist dumm.
Das funktioniert.
Meistens.
Staffel 7 hatte sogar eine richtig starke Idee: Horst Schlämmer als Host. Hape Kerkelings Kunstfigur am Buzzer. Herrentäschchen. Gebiss. Schweiß. Dieses ganze „Ich bin dann mal unangenehm nah dran“-Gefühl.
Auf dem Papier: geil.
Wirklich.
Das hätte richtig schön eskalieren können.
Horst als Kontrollraum-Katastrophe. Horst am roten Knopf. Horst als wandelnde Gefahr für alle, die ohnehin schon versuchen, nicht zu lachen. Eine Figur, bei der ein Räuspern reichen müsste, um den halben Raum in den Abgrund zu schicken.
Und dann?
War es erstaunlich langweilig.
Das muss man auch erst mal schaffen.
Eine Figur wie Horst Schlämmer nehmen und sie so einsetzen, dass man denkt: Ach guck, der Buzzer hat heute Bürotag.
Natürlich gab es Momente. Natürlich ist Kerkeling Profi. Natürlich hat allein die Idee Charme. Aber irgendwie blieb es oft bei: nette Verkleidung, bisschen Stimme, bisschen Host-Gedöns, weiter im Ablauf.
Schade.
Sehr schade.
Denn wenn man schon so eine Kultfigur auspackt, dann bitte nicht wie ein altes Showrequisit mit Nostalgie-Lampe daneben.
Dann muss das Ding brennen.
Stören.
Nerven.
Reingrätschen.
Die Kandidaten zerstören.
Nicht nur lächelnd durch die Regeln führen wie ein Karnevalspräsident mit Amazon-Budget.
Und dann ist da noch Teddy.
Ich weiß, viele feiern ihn.
Ich nicht.
Gar nicht.
Für mich ist das diese Art Comedy, bei der ich nicht lache, sondern innerlich den Raum verlasse.
Dieses permanente Grimassieren, Nuscheln, Tanzen, Überdrehen, Lautsein, Seltsamsein. Immer mit diesem Gefühl: Schau mal, wie spontan ich bin. Schau mal, wie verrückt. Schau mal, ich mache wieder Teddy-Dinge.
Ja.
Sehe ich.
Leider.
Er ist für mich nicht charmant schräg.
Er ist anstrengend schräg.
Nicht sympathisch.
Nicht pointiert.
Nicht clever unangenehm.
Einfach nur viel.
Und viel ist nicht automatisch lustig.
Man kann natürlich sagen: Geschmackssache.
Stimmt.
Comedy ist Geschmackssache.
Aber genau deshalb darf man auch sagen: Dieser Geschmack ist für mich abgelaufen.
LOL lebt davon, dass Leute sich gegenseitig wirklich gefährlich werden. Durch Timing. Durch Absurdität. Durch Figuren. Durch trockene Treffer. Durch diesen einen Moment, in dem jemand komplett unerwartet danebenhaut und alle innerlich sterben.
Nicht davon, dass jemand möglichst lange seltsam im Raum steht und alle so tun, als sei das schon ein Gag.
Staffel 7 hätte mit Horst Schlämmer eine Vorlage gehabt, die fast zu gut war.
Stattdessen blieb vieles erstaunlich zahm.
Ein paar gute Momente.
Ein paar müde Wiederholungen.
Ein paar Menschen, die offensichtlich mehr mit Nicht-Lachen beschäftigt waren als mit wirklich lustig sein.
Und Teddy.
Immer wieder Teddy.
Vielleicht ist das das Problem mit LOL inzwischen: Das Format ist gut, aber der Zauber nutzt sich ab. Man kennt die Mechanik. Man kennt die Gesichter. Man kennt die Art von Eskalation. Man wartet auf den großen Bruch, und oft kommt nur ein weiterer Sketch, der riecht, als habe er schon drei Staffeln im Requisitenraum gelegen.
Horst hätte frischen Schmutz reinbringen können.
Hat er aber zu selten.
Und Teddy?
Der durfte wieder Teddy sein.
Glückwunsch.
Ich hätte lieber mehr Horst gehabt.
Mehr Biss.
Mehr Kontrollraum-Chaos.
Mehr Mut.
Weniger „wir machen halt LOL“.
Denn genau das ist Staffel 7 am Ende oft:
Nicht schlecht.
Aber zu bequem.
Und für eine Show, in der Lachen verboten ist, war mir das Ganze erstaunlich oft egal.
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