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  "description": "Filialbanken kassieren Kontogebühren für Service vor Ort. Der Service ist eine App, die Filiale ist geschlossen und der Berater vermutlich inzwischen in einer PowerPoint zur Kostensenkung verschwunden.",
  "path": "/filialbanken-gebuhren-wie-fruher-service-wie-abgebaut/",
  "publishedAt": "2026-05-18T17:45:00.000Z",
  "site": "https://codeundkram.de",
  "textContent": "Filialbanken sind schon ein kleines Wunder.\n\nSie schaffen es, Kontogebühren zu verlangen, als säße im Erdgeschoss noch Herr Schneider mit Krawatte, Kugelschreiber und echtem Interesse.\n\nIn Wirklichkeit steht da inzwischen ein leerer Schalter, ein Automat mit Launen und ein Schild:\n\n**Bitte nutzen Sie unsere App.**\n\nAch so.\n\nDie gute alte Filiale vor Ort.\n\nDieses sagenumwobene Wesen.\n\nMan kennt sie aus Erzählungen älterer Menschen, alten Kontoauszügen und Immobilienanzeigen, in denen jetzt „repräsentative Gewerbefläche“ steht.\n\nAber bezahlen soll man sie natürlich weiter.\n\nServicepauschale.\n\nKontoführungsgebühr.\n\nPremium-Modell.\n\nKomfortkonto.\n\nWie sie den Quatsch halt nennen, wenn sie Geld dafür nehmen, dass man selbst alles macht.\n\nÜberweisung? Mach selbst.\nDauerauftrag? Mach selbst.\nKarte sperren? Mach selbst.\nAdresse ändern? Mach selbst.\nProblem lösen? Erst Chatbot, dann Warteschleife, dann spirituelle Krise.\n\nAber bitte nicht vergessen: Das Konto kostet monatlich, weil persönliche Betreuung.\n\nPersönlich ist daran vor allem die Abbuchung.\n\nUnd Betreuung heißt offenbar, dass man betreut wird, bis man versteht, dass niemand zuständig ist.\n\nDie Hotline sagt: „Gehen Sie in die Filiale.“\n\nDie Filiale sagt: „Nur mit Termin.“\n\nDer Termin sagt: „In drei Wochen.“\n\nDie App sagt: „Fehler. Versuchen Sie es später erneut.“\n\nDie Bank sagt: „Wir sind nah bei unseren Kunden.“\n\nJa.\n\nWie ein Blitzer am Ortsausgang.\n\nBesonders frech ist dieses „Service vor Ort“-Argument. Vor Ort ist da oft nur noch der Geldautomat. Und der wirkt auch, als würde er lieber früher in Rente gehen.\n\nFrüher bekam man für Gebühren wenigstens das Gefühl, dass irgendwo ein Mensch existiert, der einem hilft, ohne erst ein Ticket im System zu eröffnen.\n\nHeute bekommt man ein PDF, eine App-Benachrichtigung und einen Menüpunkt, der entweder nicht lädt oder genau die Funktion nicht hat, die man braucht.\n\nFilialbank 2026:\n\nDirektbank spielen, aber Sparkassenpreise nehmen.\n\nSelbstbedienung verkaufen, aber Servicegebühr draufkleben.\n\nFilialen schließen, aber mit Nähe werben.\n\nPersonal abbauen, aber Beratung versprechen.\n\nDas muss man erst mal so frech hinkriegen.\n\nWenn Direktbanken sagen „Mach es selbst“, ist das wenigstens ehrlich.\n\nBei Filialbanken heißt es: „Mach es selbst, aber zahl bitte so, als hätten wir dir gerade bei Kaffee und Keksen deine finanzielle Zukunft erklärt.“\n\nDabei wurde wahrscheinlich gerade die nächste Filiale geschlossen, damit irgendeine Vorstandspräsentation unter „Effizienzsteigerung“ einen grünen Pfeil bekommt.\n\nUnd der Kunde?\n\nDer darf seine IBAN suchen, seine TAN bestätigen, seine App aktualisieren, seinen Termin buchen, sein Problem erklären, nochmal erklären, dann schriftlich einreichen und am Ende eine Gebühr zahlen, weil er Kunde ist.\n\nGroßartig.\n\nBanken haben verstanden, wie moderner Service funktioniert:\n\nMan entfernt den Service.\n\nLässt den Preis stehen.\n\nUnd nennt den Rest Digitalisierung.\n\nAm Ende bleibt nur eine Frage:\n\nWenn ich ohnehin alles selbst machen muss, warum soll ich dann bezahlen, als würde mir jemand helfen?\n\nWahrscheinlich wegen der Filiale vor Ort.\n\nAlso der, die jetzt ein Hörgeräteakustiker ist.",
  "title": "Filialbanken: Gebühren wie früher, Service wie abgebaut",
  "updatedAt": "2026-05-20T10:42:20.646Z"
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