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  "textContent": "»Fußball spielen kann nicht Jedermann, Jedermann, auf dem Sportplatz soll er zeigen was er kann« heißt es im Vereinslied des VfR Kronau. Am letzten Spieltag sollte deren Kreisliga-Team zeigen was es kann, denn gegen den TSV Wiesental aus der westlichen Nachbargemeinde Waghäusel ging es im Fernduell mit Tabellenführer FV Flehingen um die Wahrung der Chance auf Meisterschaft und direkten Aufstieg. Nachdem Kronau schon früh zurücklag, wurde es dank des Geschehens in Flehingen in den zweiten 45 Minuten noch einmal spannend. Aber am Ende stand ein 3:3 und die Vizemeisterschaft…\n\n### VfR Kronau\n\nKronau ist eine 6.000-Einwohner-Gemeinde nördlich von Bruchsal, an der Bahnlinie Karlsruhe-Heidelberg und der nördlichen Grenze des Landkreises Karlsruhe gelegen. Schon in der Jungsteinzeit soll die Gegend bewohnt gewesen sein, und auch die Römer waren vor gut 2.000 Jahren präsent. Im Jahre des Herrn 1289 wurde Kronau erstmals urkundlich erwähnt. Der große Aufschwung zur heutigen »Wohn- und Arbeitsgemeinde zwischen den Zentren der Regionen Mittlerer Oberrhein und Rhein-Neckar« (Wikipedia) begann durch die Autobahnauffahrt 1958.\n\nAllzuviele »Burner« unter den Sehenswürdigkeiten hat Kronau wohl nicht zu bieten. Denn außer der vom Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch geplanten Kirche St. Laurentius führt die Wikipedia nur noch Dinge wie das Feuerwehrhaus und den Friedhof auf…\n\n**Fun Fact** : Sportart Nr. 1 in Kronau ist der Handball, denn der örtliche älteste Sportverein (von 1904) TSG Kronau (hat aber keine Fußballabteilung!) bildete 2002 zusammen mit dem TSV Baden Östringen den Handball-Bundesligisten SG Kronau/Östringen. Dieser ist heutzutage unter dem Tiernamen Rhein-Neckar-Löwen erfolgreich unterwegs…\n\n\n\n\n\nFußball spielt man in Kronau beim Verein für Rasenspiele Olympia 1945. Der VfR wurde nach dem Krieg gegründet, weil die TSG keine Fußballer haben wollte. Die sportlichen Erfolge hielten sich zunächst in Grenzen, der damalige Spielausschussvorsitzende Vetter soll nach Spielen oft »gebruddelt« haben, dass »beim Spiel vum letzten Sundag von vonne bis hinne alles scheiße war«…\n\nIm 21. Jahrhundert wechselt der VfR zwischen Kreis- und Landesliga hin und her (mit einem einmaligen Abstecher in die A-Klasse 2022/23). Und in der aktuellen Saison ist das Team des seit 2022 als Spielertrainer amtierenden Julian Bauer ganz vorne dabei und kämpfte am letzten Spieltag als Tabellenzweiter im »Fernduell« gegen den punktgleichen Tabellenführer FC Flehingen um den Meister- und Aufstiegsplatz an der Sonne…\n\nDie Heimspiele trägt der VfR im Sportzentrum aus, das über ein Stadion mit Laufbahn, einen Rasen-Nebenplatz, eine Mehrzweckhalle und eine Handballhalle, in der die Rhein-Neckar-Löwen trainieren, verfügt. Die Website des VfR hat ein paar schöne Luftaufnahmen im Angebot.\n\nUns interessiert natürlich das eigenwillige Stadion mit Laufbahn. Die Asche-Laufbahn und der drei Seiten des Spielfeld umschließende und von der Sommerhitze etwas trocken aussehende Wall erinnern optisch an ein Speedway-Stadion. Aber auf einer Seite gibt es einen überdachten Mehrzweckbereich, der mit allem ausgestattet ist, was das Sportplatz-Besucher-Herz erfreut. Sogar eine Bühne für Darbietungen bei Sportplatz-Festivitäten gibt es. An der Seite der Sporthalle gibt es außerdem noch eine relativ große Tribüne. Da kann man sich nicht beschweren!\n\n### VfR Kronau vs TSV Wiesental 3:3\n\nGegner am letzten Spieltag war der Turn- und Sportverein 1898 Wiesental, der Nachbar der »Zwölfer« vom FV Wiesental im Ortsteil von Waghäusel. Der TSV stand im gesicherten Mittelfeld mit 33 Punkten, genau wie der Gegner des Tabellenführers Flehingen, TuS Mingolsheim. Allerdings hatte Flehingen 12 Tore Vorsprung in der Tordifferenz. Die Marschroute für Kronau war also: Selbst gewinnen und auf einen Ausrutscher des Konkurrenten hoffen, denn ein Schützenfest mit 12 Toren Differenz oder mehr erschien ein wenig unrealistisch…\n\nGeschätzte 120 bis 150 Fans füllten die Tribünen bei zunehmend bewölktem Sommerwetter.\n\nEin wichtiges Utensil am Spielfeldrand waren die Apps von fussball.de und FuPa mit dem Liveticker vom Spiel des FV Flehingen. Und der verkündete schon kurz nach dem Anpfiff von Schiri Binder Ungemach für Kronau: Denn Flehingen erzielte in der 8. Minute das frühe 1:0…\n\nAls wäre das nicht genug Dämpfer für die Meisterschaftsambitionen, ging Wiesental kurz danach mit einem Doppelpack innerhalb von 5 Minuten 0:2 in Führung: In der 13. Minute lupfte Efosa Usiobaifo den Ball über die in Unordnung befindliche Kronauer Abwehr und Keeper Lapolla hinweg ins Netz. Und in der 18. Minute legte Valentin Kölmel mit einem direkten Freistoß von der rechten Strafraumgrenze nach…\n\nEs lief nicht viel zusammen für die Kronauer, und die Spannung schien schon kurz nach der Halbzeit raus zu sein. Denn in der 47. Minute erhöhte der TSV Wiesental nach einer Freistoßhereingabe und erneuter Kronauer Defensivunordnung durch Adrian Kolb auf 0:3…\n\nImmerhin gelang Lukas Hees, nach Nelton Osmani zweitbester Scorer der Kronauer, in der 58. Min. der 1:3-Anschlusstreffer. Was zunächst nur nach Ergebniskosmetik aussah, aber kurz danach plötzlich relevant wurde. Denn in Flehingen glich TuS Mingolsheim in der 61. auf 1:1 aus. Bei dem Stand brauchte Kronau »nur« drei Tore in knapp 30 Minuten, um selbst zu gewinnen und vorbeizuziehen…\n\nWeshalb es nun Dauerdruck auf das Wiesentaler Tor gab, das 2:3 fiel aber erst in der 88. Min. Nach einer Flanke vom rechten Flügel lief Hees von links in den Strafraum ein und vollstrecke mit seinem zweiten Treffer.\n\nAber mitten in die Nachspielzeit hinein kam über die Ticker die Kunde vom 2:1 für Flehingen in deren Nachspielzeit. Was alle weiteren Bemühungen im Grunde überflüssig machte. Immerhin gelang Hees mit seinem dritten Treffer noch das 3:3 per Elfmeter. In einer etwas hitzigen Atmosphäre, weil Wiesentals Keeper Kozul nach der Strafstoßentscheidung in aller Seelenruhe mit den Füßen den Elfmeterpunkt zerstörte. Das schlechte Beispiel der Fußballprofis im Fernsehen wirkt…\n\nMeister und direkter Aufsteiger ist damit der FV Flehingen. Der VfR Kronau trifft als Zweiter in der Aufstiegsrelegation zunächst im Halbfinale auf den Zweiten der Kreisliga Pforzheim, dem 1. FC Birkenfeld, der nach der verlorenen Relegation im letzten Sommer 2025 einen neuen Anlauf Richtung Landesliga unternehmen will. Und dessen Trainer, Drittliga-Rekordtorjäger Anton Fink, interessierter Beobachter auf der Tribüne in Kronau war. Der Sieger dieses Duells trifft auf den Sieger des anderen Halbfinales zwischen dem Zweiten der Kreisliga Karlsruhe, dem TV Spöck und dem Viertletzten der Landesliga VfB Knielingen…\n\nAuch wenn es mit der Meisterschaft für den VfR Kronau letztendlich nicht geklappt hat, so spendet das altehrwürdige Vereinslied doch Trost: »Ist die Meisterschaft schon längst dahin, dahin, Kronau bleibt doch immer Fußballkönigin…«\n\nFazit: Nachdem es in der ersten Hälfte nach frühzeitiger Entscheidung aussah, wurde es nach der Pause noch einmal (dank Ticker auf dem Smartphone) zu einem unerwartet spannenden Spiel auf einem ungewöhnlichen Ground…\n\n(Bewertung:  Grauenvoll |  Schlecht |  Geht so |  Gut |  Exzellent)\n\nVergrößerte Karte anschauen (Kartenausschnitt von OpenStreetMap)\n\n  * Daten zum Spiel bei fussball.de\n  * Daten zum Spiel bei FuPa\n\n\n\n### Impressionen",
  "title": "Entscheidung mit Smartphone-Ticker: VfR Kronau vs TSV Wiesental 3:3 – 30.5.2026"
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