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»Der aus dem Regen kam«: FC Germania Neureut vs FV Leopoldshafen 2:1 – 14.5.2026

Blog de futbol. – der ballreiter [Unofficial] May 17, 2026
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Am mittlerweile traditionellen Termin am Himmelfahrtstag stieg das Kreispokalfinale im Kreis Karlsruhe. Ebenso traditionell gab es deshalb Ärger, letztendlich standen sich aber die beiden Kreisligisten FC Germania Neureut und FV Leopoldshafen bei Aprilwetter im »Wonnemonat« Mai in Neureut-Kirchfeld gegenüber. Mit einem »Doppelpack« kam Neureuts Katic wie einst Charles Bronson »aus dem Regen« und legte die Grundlage für einen 2:1-Finalsieg der Neureuter…

Kreispokal 25/26

110 Teams (9 weniger als 24/25) starteten Ende Juli 2025 in den Kreispokal des Fußballkreises Karlsruhe 25/26. Wie immer war die Auslese der 8 Viertelfinalteilnehmer in 4 Wochen vor dem Saisonstart der Ligen erledigt, der Rest zog sich über über fast neun Monate hin.

Man muss nicht die »fußballkulturpessimistisch« geprägte Betrachtung des Pfoschdeschuss anlässlich des Finales teilen, denn wenn ein Biersponsor Scheinchen springen lässt, kann nicht der Sportplatz mit Werbung für Konkurrenzprodukte gepflastert sein.

Allerdings hat der Pfoschdeschuss einen validen Punkt: Erst wird alles in vier Wochen während der Urlaubszeit »durchgepeitscht« und der Rest dann über das Jahr verteilt. Das ist dem »Flow« des Wettbewerbs nicht zuträglich. Insbesondere die Veranstaltung der Halbfinals an dunklen und kalten Abenden in Oktober und November ist völlig absurd. Ebenso wie die endlose Pause bis zum tatsächlichen Finale. Da sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, den ganzen Wettbewerb bis Ende September abzuschließen…

Im Finale standen mit FC Germania Neureut (in bekannter Historie noch nie im Finale dabei) und dem letztjährigen Pokalfinalisten FV Leopoldshafen zwei Teams aus der Kreisliga. Neureut hatte Ende Oktober auswärts mit FV Liedolsheim den letzten A-Klassen-Vertreter FV Liedolsheim mit 3:0 besiegt, während »Leo« im kalten November knapp und spät mit 2:1 den Ligakonkurrenten TSV Schöllbronn ausschaltete.

FC Germania Neureut vs FV Leopoldshafen 2:1

Endspielort war am Himmelfahrtstag (»Vatertag«) das prächtige »Pell Rich Stadion« von Fortuna Kirchfeld, ca. 2,4 km Luftlinie vom Schulberg Germania Neureuts und 5,3 km von Leopoldshafen Domizil am ehemaligen Rheinarm entfernt. Also mitten im nordwestlichen Fußballgeschehen des Kreises…

Aber irgendwas ist ja immer! War es im letzten Jahr der angeblich »abgelegene« Endspielort Wössingen (der »letzte Ort, der überhaupt noch zum Kreis Karlsruhe gehört«, so ein Pfoschdeschuss-Leserbrief damals), so war es diesmal der in den letzten Jahren »traditionell« gewordene Termin am Himmelfahrtstag. Denn Germania veranstaltet jedes Jahr ab »Vatertag« ein viertägiges Sportfest am Schulberg. Und gut drei Stunden Pause für das Finale in der Nachbarschaft wurde als unzumutbare Gefährdung des kommerziellen Erfolgs gewertet. Mit Endspielgegner »Leo« konnte man sich aber nicht auf einen alternativen Termin einigen. Also wurde doch am Himmelfahrtstag gespielt…

An einem höchst wechselhaften Frühlingsnachmittag (eher April- als das gewohnte Frühlingswetter des »Wonnemonats« Mai) fanden sich 1.100 Zuschauer bei Fortuna Kirchfeld ein.

Die sahen nach dem Anpfiff des guten Schiris Bollheimer zunächst wenig. Es ging ein wenig Hin und Her mit leichten Feldvorteilen für »Leo«, die sich mit fortschreitender Spielzeit in Richtung Germania neigten. Während der ersten Halbzeit ging ein ergiebiger Regenschauer über das flache Land der Kirchfeldsiedlung hernieder. Und wie Charles Bronson im 70er-Jahre-Thriller »Der aus dem Regen kam« kam Neureuts Mittelfeldroutinier Toni Katic in der 26. Minute mit dem 1:0 für den FC Germania. Nach einer Serie von Standards flog eine Flanke von rechts vor das Tor, wo Katic einköpfte.

Damit ging es in die Halbzeitpause, die außer kühlen Getränken auch ein Ende des Regens und Sonnenschein brachte. Das sonnenerwärmte Rasengeviert beflügelte zunächst den FV Leopoldshafen, der auf den Ausgleich drängte. Der »Leo« nistete sich phasenweise vor Neureuts Strafraum ein, wirklich zwingend waren die dabei herausspringenden Torchancen aber nur selten.

Besser machten es die Männer vom Schulberg, die nach etwa 20 Minuten wieder stärker wurden und diverse Standards herauspielten. Nachdem Germania sich mit mehreren Ecken vor Leopoldshafens Strafraum »eingenistet« hatte, klärten diese das Spielgerät nur unzureichend. Was Katic zu seinem zweiten Treffer in der 58. Min. nutzte…

Damit schien das Finale entschieden. Aber ein Freistoß in der 69. Minute brachte dann doch das Tor für »Leo«, Tobias Geiß traf mit einem »Strahl« aus gut 20 Metern zum 2:1. Aber mehr war nicht drin, Germania verteidigte die Führung in den letzten 20 Minuten souverän und hielt den FV weitestgehend vom eigenen Kasten fern…

Damit holte der FC Germania Neureut erstmals den Kreispokal. Glückwunsch an den Schulberg. Sie holten sich die hässliche Vase, einen Scheck und Bierfässchen ab und verzogen sich wieder zu ihrem Sportfest zum Schulberg…

Der FV Leopoldshafen holte sich die zweite Finalniederlage hintereinander ab. In zwei Jahren verloren sie von 14 Pokalspielen nur zwei, unglücklicherweise jeweils das Finale. Aber ab dem 18.7. startet schon der Kreispokal 26/27, in dem ein neuer Anlauf versucht werden kann. Vielleicht sind ja tatsächlich aller guten Dinge drei…

Fazit: Ein Pokalfinale mit Aprilwetter, das weniger spannend anzuschauen war, als es das Ergebnis vermuten lässt…

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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