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  "description": "26 Spieler im Mittelkreis, Banner, Flaggen, später Pyrotechnik. Wertschätzung fürs Team oder Inszenierung für die Vermarkter?",
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  "publishedAt": "2026-06-05T09:43:11.000Z",
  "site": "https://www.feverpitch.de",
  "textContent": "Es gibt Neuigkeiten von der FIFA, die auf den ersten Blick wie eine kleine organisatorische Anpassung wirken, in Wahrheit aber viel über das Selbstverständnis des Weltverbandes verraten. Bei der Weltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, werden erstmals nicht mehr nur die Startelf, sondern alle 26 Spieler eines Kaders während der Nationalhymnen um das Banner im Mittelkreis stehen. Begründet wird die Neuerung mit Pathos: Jeder Akteur solle „diesen symbolträchtigen Moment voller Stolz und Emotionen erleben\". So zumindest formuliert es die FIFA. Was nach Wertschätzung klingt, ist auch eine Vergrößerung der Bühne. Mehr Menschen, mehr Bilder, mehr Aufmerksamkeit pro Sekunde Sendezeit.\n\nMan kann der Sache eine sympathische Seite abgewinnen. Wer im Kader steht, hat sich diesen Platz hart erarbeitet, und die Geste, ihn auch dann ins Rampenlicht zu rücken, wenn er später nur von der Bank aus zuschaut, ist nicht das schlechteste Signal. Reservisten sind keine Statisten, der Erfolg eines Teams entsteht im Training, in der zweiten Halbzeit, in den letzten zehn Minuten. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die FIFA den Begriff der Mannschaft auf alle 26 Akteure ausdehnt. Auch dass Kinder und Jugendliche die Spieler beim Einlaufen begleiten, gehört zu den Ritualen, an denen sich kaum jemand stören wird.\n\nInteressanter wird es bei dem, was um diese Geste herum geplant ist. Auf dem Feld sollen große Länderflaggen, weitere kleine Nationalflaggen, Banner und das FIFA-Logo zu sehen sein. Das ist eine Menge Symbolik für einen Moment, der bislang von der Hymne und ein paar Gesichtern in Großaufnahme getragen wurde. Und im weiteren Verlauf des Turniers, so kündigt es der Weltverband selbst an, soll die Zeremonie um „zusätzliche Elemente wie farbigen Rauch oder Pyrotechnik\" erweitert werden. Spätestens hier verlässt das Vorspiel den Bereich der reinen Begrüßung und wandert in die Logik der Show.\n\nDamit ist ein Konflikt benannt, der den Fußball seit Jahren begleitet, ohne dass er offen ausgetragen würde. Auf der einen Seite die Tradition: Mannschaft betritt den Platz, Hymnen werden gespielt, Anpfiff. Auf der anderen Seite der Anspruch, jedes Bild, jede Sekunde, jeden Quadratmeter Rasen für die Inszenierung zu nutzen. Die FIFA verweist auf die Fans im Stadion, die noch besser eingebunden werden sollen. Das ist nicht falsch, aber es ist auch nicht die ganze Wahrheit. Die größere Bühne ist immer auch die Bühne der Bilder, die in alle Welt gesendet werden, und damit die Bühne der Vermarkter.\n\nMan wird sehen, ob die 26 Spieler im Mittelkreis tatsächlich als gemeinschaftlicher Moment funktionieren oder ob die Komposition aus Bannern, Flaggen, Logo und, später im Turnier, farbigem Rauch den Blick auf das Wesentliche eher verstellt. Hymnen leben von Reduktion: Gesichter, Stimmen, Stille zwischen den Tönen. Was die FIFA nun plant, geht in die andere Richtung. Es ist eine Frage des Geschmacks, ob man das mag. Es ist aber auch eine Frage, was man unter einer Weltmeisterschaft versteht. Ein Fußballturnier, das sich selbst inszeniert, oder ein Sportereignis, das die Inszenierung den Spielen überlässt.",
  "title": "Hymnen werden zur WM-Show: Die FIFA vergrößert ihre Bühne vorm Spiel",
  "updatedAt": "2026-06-05T09:43:11.833Z"
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