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  "description": "Die Kleinstaaten verlieren ihre großen Tage gegen die Topnationen. Die Fans fragen, wofür die Nations League einst geschaffen wurde.",
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  "publishedAt": "2026-05-24T09:43:10.000Z",
  "site": "https://www.feverpitch.de",
  "textContent": "Die UEFA hat am Mittwoch im Exekutivkomitee beschlossen, was sie eine Reform nennt und was die Fans aus San Marino, Gibraltar, Malta, Liechtenstein und den Färöer-Inseln in einem gemeinsamen Statement nüchtern beim Namen nennen: eine faktische Zweiteilung in die besseren und schlechteren Länder Europas. Nach der EM 2028 in Großbritannien und Irland greift in der Qualifikation ein neues Gruppensystem. Die 36 Mannschaften aus den oberen beiden Nations-League-Klassen bilden Liga 1, der Rest landet in Liga 2. Die drei Gruppensieger aus Liga 1 lösen ihr Ticket direkt, alle weiteren Plätze laufen über Playoffs, an denen auch Mannschaften aus Liga 2 teilnehmen. Auf dem Papier klingt das nach Ordnung, nach Wettbewerbsgerechtigkeit, nach Spielen auf Augenhöhe. In der Praxis bedeutet es, dass ein Land wie Liechtenstein in der Qualifikation seltener bis gar nicht mehr auf die Topnationen Europas trifft. Genau dort setzt das Bündnis der Fans an. Es geht nicht um ein moralisches Recht auf Punkte, sondern um das Recht, überhaupt zu erscheinen, wenn die großen Mannschaften des Kontinents ihre Pflichtspiele austragen. Das Argument, das die Fans formulieren, ist konsequent: Um mehr Spiele gegen Teams auf ähnlichem Niveau abzuhalten, wurde vor einigen Jahren bereits die Nations League eingeführt. Genau deshalb ist es, wie sie schreiben, vollkommen unverständlich, weshalb die UEFA nun dieselbe Idee im Qualifikationssystem wiederholt. Wer einmal eine Lösung gefunden hat, muss das Problem nicht zweimal lösen. Es sei denn, das Problem heißt nicht mehr Sportlichkeit, sondern Kalkulierbarkeit der Tabellen, der Fernsehbilder, der Quoten. In der Sprache des Statements klingt das so: Diese Entscheidung dränge kleinere Nationen, besonders die Kleinstaaten ohne realistische Aufstiegschancen, aus dem Spitzenfußball heraus und nehme ihnen das Recht, gegen die besten Teams Europas anzutreten. Wer in San Marino, in Gibraltar oder auf den Färöern dem eigenen Verband folgt, der weiß, was für ein Tag es ist, wenn Frankreich, England oder Deutschland angereist kommen. Das sind keine sportlichen Routinetermine, das sind die Tage, an denen ein ganzer Verband sichtbar wird, an denen Nachwuchs zuschaut, an denen Sponsoren einsteigen. Genau diese Tage werden seltener, und die Fans der kleinen Nationen haben verstanden, was das langfristig bedeutet. Der Widerspruch zur eigenen Außendarstellung ist offensichtlich. Die UEFA wirbt mit dem Slogan #footbALL, mit der Idee, dass dieser Sport allen gehört. Das Bündnis der Fans hält dem entgegen, das jetzt beschlossene Vorgehen widerspreche eindeutig den von der UEFA propagierten Werten und diesem weitverbreiteten Slogan. Es ist eine schlichte Beobachtung, kein Pathos. Wer ALL sagt, kann nicht im selben Atemzug eine Liga 2 für jene einrichten, die strukturell ohnehin am unteren Rand stehen. Man kann der UEFA zugutehalten, dass sportlicher Wettbewerb auf Niveau gewinnt, wenn er auf Niveau stattfindet. Man kann auch fragen, ob ein Spiel zwischen einem Topfavoriten und einem Kleinstaat sportlich immer gleich ergiebig ist. Aber genau für diese Sortierung gibt es bereits die Nations League. Die EM-Qualifikation war bislang das Format, in dem alle 55 Mitglieder zusammenkamen. Wer dieses zweite Standbein nun umbaut, sollte mindestens beantworten, warum die Argumente, die das Bündnis aus San Marino, Gibraltar, Malta, Liechtenstein und den Färöer-Inseln vorgelegt hat, in der Mittwochsentscheidung keine Rolle gespielt haben.",
  "title": "Die Uefa spaltet Europa: Wenn \"footbALL\" plötzlich nicht mehr alle meint",
  "updatedAt": "2026-05-24T09:43:31.044Z"
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